Die Rathaus-Auszubildende Evelyn Fehrenbacher (rechts) organisierte die Veranstaltung für ihre Alterskollegen. Foto: Dold

Regelrecht gelöchert wurden die Gemeinderatskandidaten: 28 Jugendliche aus Hardt wollten im Bürgerhaus vieles von ihnen wissen. Sie sagten aber auch, was sie sich von den künftigen Gemeinderäten erhoffen.

Alle 18 Kandidaten hatten sich Zeit genommen für das Format „Pizza und Politik“. Ganz oben auf der Liste: „Wir wollen einen Jugendraum“, hieß es gleich mehrfach von den Jugendlichen. Mit diesem Ansinnen stießen sie auf offene Ohren bei den Kandidaten – die aber natürlich vor der Wahl keine fixen Zusagen machen konnten. Es kam zur Sprache, dass die Vereine viel Jugendarbeit betrieben und so vieles abdeckten. Aber der Wunsch nach eigenen Räumlichkeiten war unüberhörbar.

 

Die Jugendlichen rotierten von Tisch zu Tisch, so dass sie mit allen Gemeinderäten ins Gespräch kommen konnten. Zehn Minuten blieben Zeit für Fragen, dann ging es weiter an den nächsten Tisch.

Dorf-Wlan gewünscht

„Warum gibt es freie und unabhängige Bürger auf den Wahllisten?“, wollte ein weiterer Jugendlicher wissen. Diese Aufteilung gebe es in Hardt schon sehr lange, entgegneten die Gemeinderäte. Wichtig sei es, dass sich die Listen nicht an Parteien orientierten. „Die Gemeinde soll im Vordergrund stehen und nicht Parteiengezank“, so eine Antwort.

Über Listen und Parteien wurde an diesem Tisch diskutiert. Foto: Dold

Zur Sprache kamen auch Discoveranstaltungen für Jugendliche, da diese sonst bei Veranstaltungen erst ab 18 Jahren Eintritt haben. Weitere Themen waren beispielsweise der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), ein Dorf-WLAN oder auch die eher traurigen Zustände am Gymnasium Schramberg infolge der endlosen Sanierung. Eine weitere Frage: „Was passiert mit der ehemaligen Metzgerei?“. Diese Frage konnte aber nicht beantwortet werden.

Zu Beginn hatte Bürgermeister Michael Moosmann die Erstwähler begrüßt und sich über deren Interesse gefreut. Jonas Pauthner und Yumo Sotelo von der Landeszentrale für politische Bildung lieferten anschließend einen Input zu den Kommunalwahlen am 9. Juni und zu den Aufgaben der Gemeinderäte.

Bürgermeister Michael Moosmann (von links) sowie Yumo Sotelo und Jonas Pauthner von der Landeszentrale für politische Bildung hatten viele Informationen parat. Foto: Dold

Auch 16-Jährige können gewählt werden

Unter anderem kam zur Sprache, dass sich dieses Mal bereits 16-Jährige als Kandidaten für die Kommunalwahlen aufstellen lassen können. Derart junge Kandidaten gibt es in Hardt aber nicht. Katja Haberstroh ist mit 28 die Jüngste.

Vielen Fragen stellten sich die Kandidaten. Foto: Dold

Zudem stellten sich die Kandidaten vor und erklärten, warum sie für den Gemeinderat kandidieren.

Die Jugendlichen erhielten auch Informationen zu ihren Stimmen bei der Wahl: So kann jeder Wähler zwölf Stimmen abgeben. Ein Kandidat kann maximal drei Stimmen erhalten. Die Stimmen können beliebig auf die beiden Listen verteilt werden. Ganz wichtig: „Es darf kein anderer Name draufgeschrieben werden. Sonst ist der ganze Wahlzettel ungültig“, sagte Michael Moosmann.

Wie die Faust aufs Auge passte auch die Organisation der Veranstaltung: Diese hatte Evelyn Fehrenbacher übernommen. Sie ist Auszubildende im Rathaus – und gleichzeitig eine Hardter Erstwählerin.

Kandidaten für die Wahl

Freie Bürger:
Katja Haberstroh, Manuel Hildbrand, Oliver Ganter, Sabrina Storz, Armin Klausmann, Dietmar Broghammer, Patrick Maier, Werner Thimm und Gerd Hammer.

Unabhängige Bürger:
Franz Marte, Klaus-Peter Herzog, Markus Rokweiler, Christina Weißer, Tobias Klausmann, Markus Wehrle, Jens Rebholz, Matthias Göllinger und Patrick Gaus.