650 Mountainbiker stellten sich in Bad Wildbad den schwierigen Abfahrten bei der Enduro-1-Challenge. Das Spektakel lockte sowohl ambitionierte Profis, als auch Hobbyfahrer, Frauen, Männer und Kinder an.
„Wir sind total ausgebucht und mussten schon Anfang April den Anmeldestopp verkünden. Dieser Ansturm war nicht vorhersehbar, wir sind total überwältigt“, freuten sich die Veranstalter Alexander Heselschwerdt und Heiko Rittmann vom Adventure Bikepark in Bad Wildbad. Das Enduro-Mountainbike-Spektakel auf dem Wildbader Sommerberg lockte ambitionierte Profis, aber auch Hobbyfahrer, Frauen, Männer und Kinder an.
Wettbewerbe In 16 Wettbewerben, davon drei Jugend-und Kinderevents (U10, U13 und U16) stellten sich die insgesamt 650 Teilnehmer den atemberaubenden und technisch sehr anspruchsvollen waghalsigen Abfahrten. Nach dem Bad-Wildbad-Debüt im vergangenen Jahr durften sich die Fans der Enduro-1-Community (E1) auf erstklassige Adrenalinfahrten mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde über Stock und Stein auf kurvenreichen Pfaden freuen.
Die Veranstaltung in der Bäderstadt bildete den Auftakt einer Serie, die insgesamt sechs Rennen im Bundesgebiet umfasst und Anfang Oktober im Hessischen Eifa endet. Die Pisten in Bad Wildbad gelten in der Szene als die selektivsten. „Wir sind glücklich das erste E1-Rennen der Saison veranstalten zu dürfen, denn da sind Material und Fahrer noch frisch“, so Alexander Heselschwerdt.
Prolog enthüllt Geheimnisse
Abfahrten zählen Wie von der Tour de France bekannt, starten die Konkurrenzen im Aktivenbereich mit dem Prolog. Dieser ist für die Biker sehr wichtig, denn erst dort werden die bis dato streng geheim gehaltenen Streckenetappen, auch „Stages“ genannt, offiziell verkündet. Wichtig zu wissen, dass lediglich bei den Abfahrten die Zeit gewertet wird. Bei den sogenannten Verbindungsetappen, dem „Berg hochfahren“, erfolgt keine Zeitnahme.
In den Erwachsenen-Kategorien kommen insgesamt sechs „Stages“ neben dem Prolog in die Wertung. In den drei Jugendklassen werden jeweils drei Etappen gewertet. Ein Vorteil für die Kinder ist, dass sie bergauf nicht selbst strampeln müssen, sondern bequem mit einem Shuttle nach oben gebracht werden.
Alte Heimat Für den ehemaligen Bad Wildbader Jonas Gauß, der jetzt für den SV Winnenden in die Pedale steigt, war die Teilnahme am Heimrennen ein absolutes Muss. Auch wenn er nicht in den Kampf ums Podium eingreifen konnte, freute er sich über die gestellten Aufgaben beim Hausrennen. Auf die Frage, ob seine Frau Ilka nicht verängstigt am Streckenrand stehe, antwortete der 32-jährige schmunzelnd, dass seine Frau normalerweise selbst die Downhill-Strecken herunterfahre.
Fantastische Umgebung
Übrigens ist der Name Gauß in der Mountainbike-Szene sehr renommiert, denn sein jüngerer Bruder Niels stand im Vorjahr in der E1-Gäste-Kategorie auf dem obersten Siegertreppchen. Nachdem der letztjährige Gesamtserien-E1-Gewinner Moritz Hallmanns kurzfristig passte, entpuppte sich neben Shawn Farfan, dem Österreicher Lars Pfeifer auch Max Pfeil als einer der Hauptprotagonisten. Letztgenannter ist normalerweise im Enduro-Weltcup europaweit unterwegs und hält sich zudem im Winter im Cyclo-Cross fit, dem früheren Querfeldeinfahren, wo es bekanntlich über Sand und Schlamm geht.
„Dieses schöne Rennen in einer fantastischen Umgebung wollte ich aber auf keinen Fall verpassen“, so der 26-jährige Backnanger WM-Teilnehmer von 2022.
Ergebnisse Auf der Internetseite www.enduro-one.com finden sie sämtliche Ergebnisse der verschiedenen Starterklassen der Bad Wildbader Enduro-Tage. Sven Alf Raffelsiefen aus Köln, der von den Veranstaltern für dieses Wochenende als Streckensprecher engagiert wurde, war voll des Lobes: „Letztes Jahr hatte es auf den Strecken noch das eine oder andere kleine Problemchen gegeben, aber in diesem Jahr ist alles tipptopp“, verkündete der sprachgewandte Rheinländer. Am Trinkhallenplatz im idyllischen Kurpark Bad Wildbads wurden die zufriedenen „Downhiller“ für ihre Mühen an der liebevoll installierten Eventarea mit Pokalen und besonderen Trophäen entlohnt.