Auch die spanischen Top-Stars Alvaro Morata (links) und Gavi werden wohl im kommenden Sommer auf der Baar wohnen und trainieren. Foto: AP/Jose Breton

Einer der EM-Favoriten bucht offenbar vor und während der EURO 2024 für 36 Tage komplett das Top-Hotel auf der Baar. Auch der DFB war zunächst interessiert.

Wer glaubt, dass es nach dem FC Bayern München, Borussia Dortmund, der polnischen Nationalmannschaft, dem FC Barcelona oder dem FC Liverpool an prominenten Besuchen im Hotel Öschberghof keine Steigerung mehr gibt, der wird Jahr für Jahr eines Besseren belehrt.

 

Wie der Ablauf geplant ist

Nach Informationen unserer Zeitung soll die spanische Nationalmannschaft vor und während der Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr in Deutschland (14. Juni bis 14. Juli) ihr zentrales Quartier in Donaueschingen aufschlagen. Gleich für 36 Tage hat der spanische Fußball-Verband offenbar das Hotel komplett gebucht.

Dies macht auch Sinn, denn die Mannschaft von Nationaltrainer Luis de la Fuente könnte ja das Endspiel in Berlin erreichen. Zu ihren EM-Spielen soll die Mannschaft immer per Flugzeug über Donaueschingen und Stuttgart zum jeweiligen Spielort anreisen.

Die Bestätigung seitens des spanischen Fußball-Verbandes sowie des Öschberghofs steht zwar noch aus, doch nach Abschluss der EM-Qualifikation – Spanien hat bereits das Ticket gelöst – dürfte die Quartierbuchung zeitnah offiziell werden.

Der nächste Höhepunkt für die Aasener

Die Geschichte beginnt schon im vergangenen Spätsommer. Bei der Terminierung des Bezirksliga-Spielplans für die Saison 2023/24 wurden die Verantwortlichen des SV Aasen plötzlich mit der Bitte konfrontiert, ihr letztes Saisonspiel am 8.Juni daheim gegen die SG Dauchingen/Weilersbach zu drehen. Sprich: Das Saisonfinale der Aasener wird nun in Dauchingen stattfinden.

Der Grund damals für das Anliegen: Zu diesem Zeitpunkt im Juni 2024 könnte sich schon eines der 24 EURO-Teams auf der Baar auf das Turnier vorbereiten und auf den perfekten Rasenplätzen in Aasen trainieren. Die spannende Frage kam nicht nur beim SV Aasen sofort auf: Welche Nationalmannschaft wird denn kommen?

Rudi Völler und Hansi Flick

Ende Juli besichtigten DFB-Sportdirektor Rudi Völler und auch der Ex-Bundestrainer Hansi Flick die Bedingungen rund um den Öschberghof. Die Gespräche zwischen dem Öschberghof, dem Organisations-Management und dem DFB liefen auch zunächst positiv an, doch die deutsche Nationalmannschaft wird nun ihr Euro-Stammquartier im fränkischen Herzogenaurach aufschlagen.

DFB-Sportdirektor Rudi Völler war im Juli zu Besuch im Öschberghof und inspizierte mit Hansi Flick die Bedingungen. Foto: Federico Gambirini

Die Spanier verhandeln zügig

Nach Informationen unserer Zeitung waren neben Spanien auch andere Nationalverbände an einem Turnier-Quartier im Öschberghof interessiert.

Doch die Verhandlungen im Herbst mit dem Real Federación Española de Fútbol (kurz RFEF, deutsch Königlich-spanischer Fußballverband) sollen für alle Beteiligten am besten gelaufen sein.

Die Spanier sollen nun für 36 Tage vor und während der Euro das komplette Hotel gebucht haben, auch wenn die Mannschaft von Nationaltrainer Luis de la Fuente früher aus dem Turnier ausscheiden sollte.

Das Aufgebot der Gäste aus Südeuropa dürfte um die 70 bis 80 Personen umfassen.

Nicht zuletzt die Verantwortlichen des FC Barcelona sollen dem spanischen Fußball-Verband nach ihrem Aufenthalt vor zwei Jahren das „Donaueschinger Gesamtpaket“ empfohlen haben.

Die nächste spannende Frage lautet: Wie soll die Vielzahl an spanischen Medien im nächsten Sommer auf der Baar in eine vernünftige Richtung gelenkt werden?

Die Hotels in der Region dürften dann auch zu den Gewinnern zählen.

Vielleicht auch öffentliche Trainingseinheiten

Es geht noch weiter: Insider glauben, dass sich das spanische Nationalteam – anders als der FC Liverpool in diesem Sommer – nicht komplett abschotten wird, sondern sich seinen Fans auch bei öffentlichen Trainingseinheiten präsentiert.

Kommt auch der FC Liverpool?

Übrigens: Nach der Euro wird vielleicht wieder der FC Liverpool Ende Juli auf die Baar kommen. Ein zweites Mal – dann hoffentlich etwas offener als in diesem Sommer.