Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Eishockey Wild Wings Future: Nun leuchtet der fünfte Stern

Von
Die Wild Wings Future haben sich in die höchste Kategorie eingetragen. Foto: Kienzler

Nicht nur die Spieler der Wild Wings schwitzen seit Wochen, um für den Saisonstart fit zu sein. Auch die vielen Talente der Wild Wings Future sind   Anfang August wieder ins Eistraining eingestiegen.     Uwe Schlenker, der Vorsitzende der Wild Wings Future, freut sich riesig, dass das  Schwenninger Nachwuchsprogramm vom  Deutschen Eishockey-Bundes   (DEB) und der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zum ersten Mal mit dem fünften Stern, der höchsten Kategorie, ausgezeichnet wurde. "Es wird aber extrem schwer, dies zu wiederholen", meint Schlenker.

Herr Schlenker, was bedeutet dieser fünfte Stern für die Wild Wings Future?

Vor allem, dass unsere jahrelange Arbeit nun Früchte getragen hat. Vor einigen Jahren hat unser Nachwuchs ja unterklassig gespielt. Dann folgte im Jahr 2012 die Kooperation mit den Wild Wings, also die »Pro-Förderung«. Seitdem hat sich sehr vieles positiv entwickelt. Der Höhepunkt war nun die Verleihung des fünften Sternes. Die Schwenninger Nachwuchsarbeit hat sich wieder einen Namen in Eishockey-Deutschland gemacht. Darauf sind wir alle sehr stolz.

Diese Auszeichnung ist ja auch verbunden mit einem finanziellen Zuschuss durch die DEL.

So ist es. Die DEL-Vereine, die drei oder weniger Sterne für ihre Nachwuchsarbeit erhalten, werden von der DEL mit einer Geldstrafe belegt. Und Vereine mit fünf Sternen erhalten dann von der DEL jeweils einen fünfstelligen Betrag.

Diesen können die Wild Wings Future gut gebrauchen. Immerhin beträgt der Jahresetat weiter rund 560.000 Euro.

(lacht) Klar. Dennoch wird es sehr schwer, auch nach der neuen Saison wieder den fünften Stern zu erhalten.

Weshalb?

Dies liegt vor allem daran, dass es in der neuen Saison ja Veränderungen bei den Altersklassen-Einteilungen gibt.  Aus der bisherigen U15 werden die Schüler, aus der   U16 der bisherigen und nun aufgelösten Schüler-Bundesliga wird die U17-Jugend, aus der   bisherigen U19 die U20. Das bringt Probleme mit sich, die sich auch für das Sterne-Programm auswirken werden.

Welche?

Ich nehme da mal ein Beispiel heraus. Bei der bisherigen U16, also den damaligen Schülern, hat ein Verein die optimale Punktzahl bekommen, wenn er 20 Feldspieler und zwei Torhüter im Kader hatte. Pluszähler gab es, wenn möglichst viele dieser Spieler Eigengewächse waren. Da waren wir sehr gut aufgestellt, konnten gut punkten. Nun aber wird aus den Schülern die U17. In diesem Alter verlieren aber viele Vereine, auch wir, einige Talente. Manche machen eine Ausbildung, andere lernen an weiterführende Schulen. Da gibt es einfach eine gewisse Fluktuation. Deshalb fehlen uns in diesem Bereich nun einfach Spieler. Dieses Problem wurde beim Sterne-Programm aber  nicht berücksichtigt. Dies betrifft aber auch Vereine, die ähnlich wie die Wild Wings Future strukturiert sind.  Die ganz großen Vereine  – wie Mannheim oder Berlin mit ihren Sportinternaten – haben da andere Möglichkeiten.

Ähnlich sieht es bei der neuen U20 aus?

Da ist es teilweise noch extremer. Wir haben vor dieser Runde vier Spieler der bisherigen DNL-U19 – Sofiene Bräuner, Alexander Komov, Christian Bauhof und Leon Meder – verloren. Diese wollen es bei Profivereinen versuchen. Dabei hätten sie noch in der U20-DNL für uns spielen können. Ich sehe es so, dass es im oberen Altersbereich einfach zu viele Ligen gibt, die für Spieler interessant sein können. Viele große Talente wollen möglichst schnell den Sprung zu den Profis schaffen, für andere Spieler ist die DNL  einfach zu zeitaufwendig. Und dies zusammen ergibt für die Wild Wings Future und andere Vereine eben personelle Probleme, die sich dann auch noch in Sachen Sterne-Programm negativ auswirken. Dies passt für mich nicht zusammen.  Deshalb ist eben alles andere als selbstverständlich, dass wir erneut einen fünften Stern erhalten. Wir tun aber alles dafür.

Dabei zeigen ja die Beispiele der Torhüter Nils Velm und Luis Benzing sowie von Verteidiger Boaz Bassen, dass der Weg vom SERC direkt zu den Wild Wings führen kann.

Genau. Gerade für Boaz freut es mich sehr.  Schon sein Vater Mark hat ja vor vielen Jahren  einige Runden bei den Schwenninger Wild Wings gespielt. Vor der vergangenen DNL-Saison kam dann Boaz Bassen zu uns. Dies ist doch ein tolles Zeichen für unsere Nachwuchsarbeit, dass ein früherer Wild Wing  seinen Filius nach Schwenningen sendet, um sich im Eishockey zu verbessern. Und für unsere Talente ist es natürlich ein wichtiges Zeichen, dass sie über die Wild Wings Future den Weg zu unserem Profiteam schaffen können. Doch ich betone auch, dass alle unsere Talente stolz auf ihre Leistungen sein können. Es ist doch außergewöhnlich, in den besten Nachwuchsligen Deutschlands zu spielen. Dies wird oft vergessen. Und natürlich kann nicht jedes Talent Profi werden.

Die U17 tritt in der Division I an, die U20 in der DNL Division II. Was sind die Ziele?

(lacht) Natürlich jeweils die Meisterschaft. Das war natürlich nicht ernst gemeint. Es ist unglaublich schwer, vor der neuen Runde  die Stärken unserer Kontrahenten einzuschätzen. Dies liegt  auch an der neuen Altersklassenregelung. Ich denke, dass Top-Teams wie Mannheim oder Berlin die ältesten erlaubten Jahrgänge nicht immer in ihren vorgesehenen Nachwuchsteams einsetzen werden. So werden wohl ältere Spieler der U17 bei der U20 auflaufen. Ältere Spieler der U20 könnten über Förderlizenzen bei Profiteams in der DEL, der DEL2 oder der Oberliga zum Einsatz kommen. Deshalb gibt es viele Fragezeichen. Für unsere beiden Mannschaften steht aber das Ziel fest. Und dieses lautet jeweils Klassenerhalt.    

Wie sieht es derzeit beim jüngsten Nachwuchs aus? "Dein Weg beginnt hier" – so lautet ja der Slogan der Wild Wings Future?

Die Zahlen der neuen Kinder gehen bei uns – seit einigen Jahren – leicht zurück. Auch da müssen wir uns etwas einfallen lassen.

In der Eishalle II laufen die Sanierungsarbeiten, im Jahr 2020 soll dann dort ganzjährig Eis gemacht werden können. Dies müsste doch eine große Chance sein, wieder mehr Kids in die Laufschule zu bringen.

Dies sehe ich auch so. Allgemein bieten sich dann bessere Möglichkeiten für den gesamten Nachwuchsbereich. So könnten wir eben auch im Sommer auf dem Eis trainieren und für die ganz jungen Kids zum Beispiel Schnuppereinheiten anbieten.

Spielen die Knaben auch wieder in der starken Bayern-Runde?

(lacht) Aus den U14-Knaben werden nun die U15-Schüler.  Und diese werden wieder in der Bayern-Runde antreten.

Welche Höhepunkte gibt es denn in dieser Saison aus Sicht der Wild Wings Future in Schwenningen?

Natürlich alle Heimspiele unserer Teams, gerade der U17 und U20.  Ende März steht wieder das große U14-DEL-Knabenturnier an, das aber jetzt aufgrund der Altersklassenreform als U15-Schüler-Turnier ausgetragen wird. Schon am 8. und 9. September veranstalten wir das wohl größte und wichtigste U11-Turnier in Deutschland. Da sind 16 starke Mannschaften dabei.

Die Fragen stellte Gunter Wiedemann

  
Sport
  
SERC
  
DEL
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.