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Einzelhandel Balinger Spielwaren-Strobel schließt

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Noch ist das Spielwarengeschäft Strobel an der Neuen Straße in Balingen zuhause. Im Frühjahr 2020 schließt es seine Türen. Foto: Maier

Balingen - Die Balinger Kinder müssen jetzt ganz stark sein: Das Spielwarengeschäft Strobel an der Neuen Straße schließt im Frühjahr 2020. Für den Einzelhandel in der Innenstadt ist das ein Verlust – und eine Chance zugleich: Spannend wird nun sein, wer sich in dem geschichtsträchtigen Gebäude niederlässt.

Strobel, außer in Balingen auch in Hechingen mit einem Geschäft präsent, ist derzeit der einzige reine Spielwarenladen in der Eyachstadt. Dass es nun geschlossen werde, habe rein persönliche Gründe, sagt Geschäftsführer Dieter Strobel. Bis zur Schließung laufe das Geschäft weiter wie gehabt. Auf den Stammsitz in Hechingen habe das keine Auswirkungen.

Der Eigentümer des Gebäudes, ein Balinger, der in Stuttgart lebt, hat bislang diskret seine Fühler nach einem neuen Mieter ausgestreckt. Nun, da der Strobel-Auszug immer näher vor der Tür steht, geht er in die Offensive. Es habe bereits mit mehreren Interessenten Gespräche gegeben, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Unterschrieben aber sei noch nichts.

Der Mann, der namentlich nicht in Erscheinung treten möchte, hatte das Gebäude 2015 gekauft. Das stattliche Haus verfügt derzeit im Erdgeschoss über eine große Verkaufsfläche von rund 360 Quadratmetern, dazu kommen 270 als Lagerfläche ausgewiesene Quadratmeter. Im Obergeschoss sind drei Wohnungen eingerichtet, die der Eigentümer nach und nach renovieren will. Weitere, teilweise nicht genutzte Räume im Unter- und Unteruntergeschoss kommen dazu – das Haus verfügt aufgrund seiner Historie über einen doppelten Keller.

Erbaut wurde das Gebäude um 1860. Davor stand an selber Stelle direkt neben der Zehntscheuer der Fruchtkasten: Der ursprüngliche fackelte beim großen Stadtbrand 1809 ab, das Nachfolgerhaus wurde abgerissen. Errichtet wurde das "Paradies" – eine Gaststätte, Brauerei, Konditorei, samt Kegelbahn, die direkt auf der Stadtmauer verlief. Als "Kegelbüble", die die hölzernen Spielgeräte nach den Würfen wieder aufrichteten, verdienten sich junge Balinger dort ihr Taschengeld.

Das "Paradies" wurde, nachdem der Inhaber im Zweiten Weltkrieg vermisst war und keine Aussicht auf Wiederkehr bestand, zum Einzelhandelsgeschäft: der legendäre Eisen-Müller. Nach dessen Aus war für zwei Jahre die Buchhandlung Abraxas an der Neuen Straße ansässig, ehe 2007 Spielwaren-Strobel eröffnete.

Gerade aufgrund der Geschichte könnte sich der Eigentümer vorstellen, dass eine Gastronomie dort gut angesiedelt wäre. Die innerstädtische Lage samt der Nähe zum Zollernschloss machten den Standort attraktiv – auch mit Blick auf die Gartenschau 2023. Sogar die Kegelbahn wäre wiederbelebbar. Grundsätzlich aber sei er "flexibel", was den künftigen Mieter betreffe: Er wolle auf dessen Wünsche eingehen, die Räume könnten entsprechend geändert und gestaltet werden. Auf eines aber lege er großen Wert: Seriosität. Spielautomaten, Wetten jeder Art oder etwa eine Shisha-Bar kämen ihm nicht ins Haus.

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