Der Fall eines Schwenninger Kinderarztes beschäftigt unsere Leser. Foto: Schwarzwälder Bote

Zur Berichterstattung über die Probleme des Schwenninger Kinderarztes mit der Kassenärztlichen Vereinigung schreibt der Leser Martin Byrtus.

Ich selber war von 1986 bis 2022 als Internist in Villingen niedergelassen. Nach einigen Änderungen der KV Südbaden durfte ich nicht mehr als hausärztlicher Internist mit teilweise fachlichen Tätigkeiten arbeiten.

 

Ich musste mich entscheiden entweder Hausarzt oder Facharzt. (Sehr irrational und altmodisch).

Nur mit Anwalt zum Recht

Die Probleme mit KV Abrechnungen lagen an der Tagesordnung. In den letzten zehn Jahren konnte ich praktisch nur mit einem Rechtsanwalt, teilweise zu meinem Recht gelangen. Wenn man den Ansprüchen der Patienten gerecht werden sollte, arbeitet man mehr, nachvollziehbar und gerne. Die Antwort der KV kam meistens drei Monate später bei der Abrechnung: Sie liegen mit ihrer Tätigkeit im Schnitt 10 bis 20 Prozent über den Durchschnitt und dieser wird Ihnen gekürzt. Das heißt: Ich bekam für die Mehrarbeit auch von meinen Mitarbeitern eine Kürzung von 10 bis 20 Prozent. Die Statistik wird Ihnen auch schriftlich mitgeteilt.

Frustrierend und demotivierend

So paradox, gemein und altmodisch ist nun mal die KV Abrechnung. Den Ansprüchen der Zeit keinesfalls gerecht. und letztendlich kann man sich teilweise nur mit einem Rechtsanwalt dagegen wehren. Furchtbar frustrierend und demotivierend. Es wäre an der Zeit, dieses System zu revidieren und aktualisieren.

Martin Byrtus

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