Andreas Haller, Amtsleiter Tourismus und Marketing, begrüßt im April den Start einer sechsmonatigen E-Scooter-Testphase. Im Technischen Ausschuss zieht er eine positive Zwischenbilanz. (Archivfoto) Foto: Jens Wursthorn

Die Leih-Scooter werden in der Stadt rege genutzt. Jetzt gab der Ausschuss grünes Licht für den Weiterbetrieb. Doch die Gemeinderäte sprechen auch Probleme mit den Gefährten an.

Seit etwa sechs Monaten sind in Donaueschinger 60 E-Roller der Firma Zeus unterwegs. Jetzt gab der Technische Ausschuss grünes Licht für den weiteren Betrieb. Denn im Ausschuss vorgestellte Zahlen und Aussichten überzeugten die Räte von dem neuen Verkehrsmittel. Viele Menschen haben sich an den Anblick der 60 Elektroroller in der Stadt sowie in den Ortsteilen Allmendshofen, Aufen, Pfohren und Grüningen gewöhnt.

 

Manchmal sorgen sie aber auch für Ärger, wenn sie lange ungenutzt herumstehen, Bereiche blockieren oder Roller umgestoßen herumliegen.

490 Nutzer pro Monat

Doch die Bilanz der Testphase in Donaueschingen fällt weitestgehend positiv aus. Das zeigen die Nutzungsdaten, die im Technischen Ausschuss von Tourismus-Chef Andreas Haller vorgestellt wurden. Insgesamt gab es von April bis September 12 554 Fahrten. 24 767 Kilometer wurden dabei zurückgelegt. Durchschnittlich 490 Nutzer pro Monat wurden gezählt, und jeder Scooter war 2,24 Mal pro Tag im Einsatz.

Bahnhof und Kaserne

Als Hauptnutzungspunkte konnten die Bereiche Bahnhof, Fürstenberg-Kaserne und Danziger Straße identifiziert werden. „Für eine Stadt dieser Größe beachtliche Zahlen“, sortierte Nico Reitemeier von der Firma Zeus die Werte ein.

Bei den Thema Sicherheit und Beschwerden konnte Andreas Haller ebenfalls fast nur Positives berichten. Während im April zehn Beschwerden registriert worden seien, gab es im September nach stetigem Rückgang nur noch eine. Auch der Polizei seien keine Zwischenfälle bekannt, so Haller. Als Grund nannte Nico Reitemeier, dass man auf die Rückmeldungen reagiert und Nutzungszonen angepasst habe.

Am Ende stimmten die Stadträte bei nur zwei Gegenstimmen mehrheitlich für eine Fortführung des Betriebs der Roller auf unbestimmte Zeit. Das war zu Beginn der Debatte allerdings noch nicht absehbar. Martin Lienhard (CDU) sprach Probleme mit herumliegenden Rollern und mögliche Konflikte mit dem Winterdienst an. Franz Wild (GUB) nannte die Unterführung bei der Juniperusquelle als Gefahrenstelle, und Sigrid Zwetschke berichtete von einem Beinahe-Unfall auf einem Gehweg.

Die Flotte werde derzeit mit neuen Schildern ausgestattet mit allen wichtigen Infos und Kontaktmöglichkeiten, sagte Nico Reitmeier.

Mehr Service vor Ort

Auch ein Service-Team sei für Donaueschingen aufgebaut worden, das sich nun schneller vor Ort um die Roller kümmern könne. Zudem werde die Flotte künftig mit Sensoren ausgestattet, die automatisch erkennen und melden, sobald ein Scooter auf der Seite liegt. „Im Winter werden wir die Flotte verringern“, so Reitmeier. Bei Problemen mit abgestellten Rollern solle man diese wegschieben, auch wenn dabei kurz ein Alarmton zu hören sei.

Ganz allgemein könne man Beeinträchtigungen oder Probleme immer an Zeus melden. Mitarbeiter der Firma würden dann versuchen, innerhalb weniger Stunden vor Ort Abhilfe zu schaffen. Auch die Karte mit zulässigen Abstellbereichen könne problemlos angepasst werden.

So funktioniert es

E-Scooter
Der Betrieb der E-Scooter funktioniert mit der App Zeus Deutschland. Nach erfolgreichem Herunterladen werden Nutzer automatisch durch den Anmeldevorgang geleitet. Wer registriert ist, kann über eine Karte in der App den nächstgelegenen E-Scooter finden. Entsperrt werden die Scooter, indem der QR-Code eines abgestellten Fahrzeugs mit dem Handy gescannt wird. Mehr zu beachten gibt es beim Abstellen des Scooters. Das Ende der Fahrt wird in der App eingetragen und vom abgestellten Roller ein Smartphone-Bild gemacht, eine freiwillige Selbstkontrolle. Denn der E-Scooter soll mindestens 1,60 Meter von einer Wand entfernt stehen und nicht Fahrradspuren, Grundstückseinfahrten, Haltestellen oder Fußgängerübergänge blockieren.