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Dotternhausen "Wieder zur Normalität zurückkehren"

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Foto: Schwarzwälder Bote

Jahresrechnung, Haushalt, Zuschusswesen und vieles andere mehr: An Arbeit mangelt es dem Amtsverweser Alfons Kühlwein nicht, der am Montag in Dotternhausen offiziell die "Krankheitsvertretung" von Bürgermeisterin Monique Adrian angetreten hat. Sein wichtigstes Ziel: "Gemeinsam nach vorne blicken und die Ruhe im Dorf wieder herstellen."

Dotternhausen. Zuerst, so Kühlwein, habe er sich in den vergangenen Tagen einen Überblick verschafft über das, was in der Gemeinde anstehe. Sein Fazit: "Es gibt viel zu tun." So müssten unter anderem die Jahresrechnung sowie der neue Haushaltsplan erstellt werden. "Es eilt, das Landratsamt drängt", sagt er und verweist auf die Gemeinderatssitzung am 11. Dezember, bei der einige wichtige Themen behandelt werden müssen. Auch sonst gebe es zusammen mit den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung einiges zu erledigen. Und es stünden viele Termine an: "Langweilig wird es mir nicht werden", sagt der 63-Jährige, der nach 24-jähriger Amtszeit als Schultes in Nusplingen 2016 in Pension gegangen war.

Warum hat er den nicht ganz einfachen Posten im Dotternhausener Rathaus übernommen? Kühlwein überlegt nicht lange: "Ich habe mich von Landrat Günther-Martin Pauli überreden lassen." Allerdings, räumt er ein, sei er mit der Region vertraut, das mache das Ganze einfacher. Von 1981 bis 1992 war er Hauptamtsleiter der Stadt Rosenfeld, zudem zehn Jahre lang Ortsvorsteher in Isingen. Außerdem kenne er einige Dotternhausener Gemeinderäte und eine Rathausmitarbeiterin "ganz gut". Und natürlich sei die Übernahme der neuen Aufgabe auch mit seiner Frau abgestimmt. Sowohl das derzeitige familiäre Umfeld als auch seine ehrenamtlichen Aufgaben in Nusplingen ("die Arbeiten an der Turmsanierung der dortigen Friedhofskirche sind abgeschlossen") hätten es zugelassen, sich für die Stelle in Dotternhausen zur Verfügung zu stellen: "Das ist ein Vollzeitjob. Das kann man nicht nebenher machen."

Als Leitmotiv für seine Arbeit nennt Kühlwein: "Eintracht drinnen – draußen Frieden". So habe er auch den Eindruck gewonnen, dass im Gemeinderat nun alle daran arbeiten wollten, die Verwerfungen im Dorf zu glätten und den Frieden wieder herzustellen. Er wolle seinen Teil dazu beitragen mit einer sachlichen Arbeit zum Wohle der Gemeinde. In diesem Zusammenhang räumt er ein, "dass ich das Amt nicht übernommen hätte, wenn es im Gemeinderat 5:4 ausgegangen wäre". Dass er einstimmig gewählt worden sei, zeige, dass man gemeinsam die anstehenden Aufgaben bewältigen wolle.

Sein Amt als Amtsverweser, der Begriff gefällt Kühlwein nicht, er spricht lieber von einer "Krankheitsvertretung", wird er so lange ausführen, bis Bürgermeisterin Monique Adrian wieder zurück kommt, beziehungsweise bis zur Bürgermeisterwahl, die in rund einem Jahr in Dotternhausen ansteht.

Als Amtsverweser hat Kühlwein im Gemeinderat kein Stimmrecht. Daher müsse er im Gremium angesichts der Stimmenverhältnisse Überzeugungsarbeit leisten und Mehrheiten suchen. Er geht davon aus, dass das gelingen wird: "Rumzerfen bringt nichts. Das ist verlorene Zeit." Insofern gibt Kühlwein unumwunden zu, dass "das Thema Holcim für mich derzeit keine Priorität hat".

Auch die Dotternhausener Vereine bittet er um Verständnis dafür, dass er sich hier etwas zurückhalten werde: "Es geht jetzt darum, die Arbeit im Rathaus auf die Reihe zu bringen." Dies sei eine große Herausforderung: "Wir müssen Brücken bauen und Gräben zuschütten, damit wieder Normalität einkehrt."

Dies sei auch im Hinblick auf die Wahl im kommenden Jahr für die Gemeinde von großer Bedeutung. Gemeinderäte und Bürger müssten verstehen, dass es immer schwieriger werde, geeignete Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu finden: Wenn es in einer Gemeinde dann auch noch Unfrieden gibt, werde es noch schwieriger.

"Die Zeit der Stellvertreter ist vorbei", freute sich Wolfgang Wochner bei der einstimmigen Wahl von Alfons Kühlwein zum Amtsverweser in Dotternhausen. Dass dieser nun sein Amt angetreten hat, wird in der Gemeinde unterm Plettenberg von allen begrüßt. Unaufgeregt und sachlich will Kühlwein mit dem Gemeinderat und den Verwaltungsmitarbeitern "die Arbeit im Rathaus auf die Reihe bekommen", auf dass wieder Normalität einkehrt in der Gemeinde. Der ehemalige Nusplinger Schultes ist ein Mann, der Brücken bauen und Gräben ebnen kann. Nützlich dabei sind ihm seine vielen Kontakte in Dotternhausen. Dass es dort wieder geregelt vorgangeht, ist auch deshalb von Bedeutung, weil 2020 die Bürgermeisterwahl ansteht. Denn die Chancen, geeignete Bewerber zu bekommen, stehen in einer gespaltenen Gemeinde schlecht.

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