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Dormettingen "Mehr bauen mit weniger Material"

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Der Leiter des Dotternhausener Zementwerks, Dieter Schillo (links), und der Geschäftsführer von Holcim Deutschland, Thorsten Hahn, erläutern beim "Sommer-Dialog" im SchieferErlebnis den mit Sonnenschirmen bewaffneten Zuhörern, was der Konzern zum Thema Nachhaltigkeit unternimmt. Foto: Visel Foto: Schwarzwälder Bote

"Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, die Welt nachhaltiger zu gestalten", betonte der Geschäftsführer von Holcim Deutschland, Thorsten Hahn, vor rund 90 Besuchern beim "Sommer-Dialog" im SchieferErlebnis.

Dormettingen. Dieter Schillo, Leiter des Zementwerks, ging eingangs auf die nun mit der Gemeinde Dotternhausen unterzeichneten Verträge ein, die ein Grundstein seien für eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit. Auch er betonte, dass das Thema Nachhaltigkeit wichtig für das Zementwerks sei. "Wir stehen als Arbeitgeber und Ausbilder zu unserer Verantwortung. Die Firma ist keine Insel. Wir alle sind in der Region verwurzelt, leben und arbeiten hier."

Hahn skizzierte dann, was Holcim deutschlandweit unternehme, um den Kohlendioxidausstoß (CO2) zu verringern und damit dem Klimawandel entgegenzuwirken. In Deutschland würden 34 Millionen Tonnen Zement pro Jahr verbraucht, das entspreche 0,8 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Holcim wolle bei der Produktion von einer Tonne Zement den CO2-Ausstoß auf 520 Kilogramm senken und damit die Pariser Klimaziele erreichen; derzeit liege man bei 560 Kilogramm; weltweit betrage der Wert im Schnitt 620 Kilogramm.

So sei ein klimaneutrales Zementwerk im Rahmen des Projekts "Westküste 100" in Planung, bei dem CO2 abgetrennt und einer Nutzung zugeführt werde. Zudem würde ein Teil des CO2-Ausstoßes kompensiert, etwa mit Investitionen in die Kohlenstoffzertifikate "MoorFutures", mit denen Moore wieder bewässert werden. Des Weiteren befasse sich der Konzern mit der Herstellung neuer Baustoffe, etwa Beton mit Carbonverstärkungen statt mit Stahl.

"Wir müssen mit den Ressourcen schonend umgehen", sagte Hahn. Da die Menschheit wachse, gelte der Grundsatz: "Mehr bauen mit weniger Material." Wichtiger Bestandteil sei dabei das Recycling. Die Energiewende stellt laut Hahn einen Kraftakt dar, denn dazu sei eine neue Infrastruktur nötig. Für einen Kilometer Bahnstrecke würden 30 000 Tonnen Schotter benötigt. "Wir dürfen nicht in Schwarz-Weiß denken. Jeder Baustoff hat seine Berechtigung."

In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass Beton lokal hergestellt und die Zementwerke vorwiegend regionale Verbraucher belieferten.

Moderator Piet Sellke lud dann den Grünen-Politiker Johannes Kretschmann, den Geschäftsführer des Industrieverbands Steine und Erden, Thomas Beißwenger, und Johannes Schwörer von der Firma SchwörerHaus zur Diskussion ein. Dabei ging es unter anderem um den Gegensatz zwischen Rohstoffgewinnung und Naturschutz. Kretschmann sagte, es sei ein Horror, wenn man sehe, wie auf dem Plettenberg Wacholderheiden für einen Steinbruch geopfert werden, während Beißwenger ausführte, dass inzwischen der "Naturschutz jedes Recht breche", während es früher geheißen habe: "Das Bergrecht bricht jedes Recht." Die Industrie befindet sich im Dialog mit den Naturschutzverbänden: "Die Rohstoffindustrie ist nicht das Problem des Naturschutzes." Dieter Schillo wünschte sich in diesem Zusammenhang seitens der Politiker eine stärkere Vermittlerrolle und mehr Courage.

Anschließend begaben sich die Zuhörer zu den vier Dialog-Inseln, an denen weiter über Themen wie Klima/Energie, Kreislaufwirtschaft und Umwelt informiert und diskutiert wurde.

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