Die Führungsgruppe des Gefahrgutzugs leitete den Einsatz der Feuerwehrleute. Foto: Limberger-Andris

Giftiges Ammoniak tritt im Gärkeller aus. Großaufgebot der Feuerwehr mit 52 Mann im Einsatz. Keine Verletzten.

Donaueschingen - Eine lecke Ammoniakleitung im Gärkeller der Fürstenberg-Brauerei löste einen Einsatz des Feuerwehrgefahrgutzugs des Landkreises Schwarzwald-Baar aus. Die Einsatzkräfte bekamen das Leck schnell unter Kontrolle. Der von der Außenwelt dann abgeriegelte Raum mit Ammoniak wurde dekontaminiert.

Mit speziellen Schutzanzügen rückten die Einsatzkräfte des Gefahrgutzugs in den Gärkeller vor. Dort schieberten sie zunächst die lecke Leitung ab und nebelten den mit Ammoniakgas gefüllten Raum mit fein versprühtem Wasser aus. Das Wasser bindet das Ammoniak, das über ein internes Auffangsystem der Brauerei entsorgt werde, erläuterte Philippe de Surmont, Sprecher der Feuerwehr-Führungsgruppe.

Verletzte habe es bei dem Betriebsunfall nicht gegeben, zum Schutz der Feuerwehrleute habe man jedoch einen DRK-Einsatzwagen geordert. Der Einsatz der Wehr habe von einer Übung auf dem Brauereigelände im Sommer 2014 und den Ortkenntnissen von Ralph Gehring aus der Feuerwehrabteilung Hondingen, der in der Brauerei arbeite, profitiert. Zudem habe das Zusammenspiel mit den Brauereimitarbeitern bestens funktioniert, so Philippe de Surmont.

Alarmiert worden war der Gefahrgutzug, der mit 52 Mann der Feuerwehrabteilungen Villingen, Donaueschingen, Hüfingen, Bräunlingen und Blumberg im Einsatz war, um 12.20 Uhr. Ein technischer Warnmelder hatte nach Überschreiten des Ammoniakgrenzwertes in der Luft auf dem Brauereigelände Alarm geschlagen, die Brauereimitarbeiter hätten dann erste Maßnahmen zum Personenschutz eingeleitet und die Feuerwehr alarmiert.

Der Gefahrgutzug des Landkreises sei aufgrund der Meldung eines Gefahrgutunfalls zum Einsatz gekommen, erläuterte Philippe de Surmont. Die Blumberger Wehr unter Leitung von Stefan Band, dem stellvertretenden Gesamtkommandanten, war für die Dekontamination zuständig, die Abteilung Villingen für die Luftmessungen und die Abteilung Donaueschingen sicherte die Gefahrgutkomponente ab. Die Einsatzleitung hatten Mitglieder der Feuerwehr Donaueschingen mit Kräften aus Hüfingen und Bräunlingen.

Die Führungsgruppe hatte im Innenhof der Brauerei eine Einsatzleitstelle errichtet und von dort den Einsatz der bis in die späten Nachmittagsstunden andauerte, koordiniert.

Info: In hoher Konzentration lebensgefährlich

Ammoniak (NH 3) ist ein stechend riechendes, farbloses, wasserlösliches und giftiges Gas. Vergiftungsfälle mit Ammoniak sind selten, denn ausgetretenes Gas wird durch den unangenehmen Geruch schnell wahrgenommen. Gasförmiges Ammoniak wird hauptsächlich über die Lungen aufgenommen und wirkt durch Reaktion mit Feuchtigkeit stark ätzend auf Schleimhäute. Deshalb werden gerade Augen stark geschädigt. Bei Aufnahme von mehr als 1700 ppm (parts per Millionen – also 1700 Ammoniakteilchen pro Millionen Teilchen je Kubikmeter Luft) besteht Lebensgefahr.

Ammoniak dient als Grundstoff zur Herstellung indu-strieller stickstoffhaltiger Verbindungen (vor allem Düngemittel und Harnstoffharze) und auch als Kältemittel.
Mit Vollschutzanzügen wurden die Feuerwehrleute ausgestattet, die in den mit Ammoniakgas gefüllten Bereich des Gärkellers der Für-stenberg-Brauerei vordrangen. Fotos: Limberger-Andris

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