1987 steckte das Skiinternat noch in den Kinderschuhen. Bei der Gründung 1984 wurden sogar nur vier Sportler betreut. Foto: Skiinternat Furtwangen

Das Skiinternat Furtwangen feiert an diesem Freitag in der Robert-Gerwig-Schule das 40-jährige Bestehen. Internatsleiter Niclas Kullmann hat die Entwicklung von Spitzensportlern wie Benedikt Doll, Simon Schempp, Janina Hettich-Walz , Fabian Riessle und Manuel Faisst miterlebt, weiß aber auch über die immensen Herausforderungen der Zukunft.

Auch die Politik meldet sich im Rahmen der Feierlichkeiten zu Wort. So hatte sich Theresa Schopper – die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg –in Furtwangen für eine Rede angekündigt. Eigentlich standen an diesem Tag aber die Sportler im Mittelpunkt.

 

Die Olympiasieger

Große Namen prägen die Historie des Skiinternats. Die Biathlon-Asse Benedikt Doll, Simon Schempp oder Janina Hettich-Walz, die Nordischen Kombinierer Georg Hettich (Olympiasieger), Hansjörg Jäckle (Olympiasieger), Fabian Rießle (Olympiasieger) oder Manuel Faisst sowie die Skisprung-Stars Carina Vogt (Olympiasiegerin), Martin Schmitt (Olympiasieger), Christoph Duffner (Olympiasieger) oder Sven Hannawald (Olympiasieger) gehören zu den Absolventen.

Niclas Kullmann hat viele der genannten Sportlerinnen und Sportler auf dem Weg in die Weltspitze begleitet. Der ehemalige Nordische Kombinierer ist seit 2010 Internatsleiter. „Bei den meisten dieser Spitzensportler war der Erfolg relativ früh absehbar. Sie waren schon im Schüler- und Juniorenbereich in der nationalen Spitze“, erinnert sich Kullmann.

Veränderungen

Der Internatsleiter hat in seiner Zeit am Skiinternat zahlreiche Sportlerinnen und Sportler kommen und gehen sehen. Was hat sich noch getan? „Infrastrukturell hat sich einiges verändert. Es wurde ein Kraftraum gebaut und andere Bürobereiche. Das Gebäude ist aber immer noch das gleiche.“

Die Belegschaft des Skiinternats im Jahr 1986. Foto: SKIF

Der Lehrer betont– passend zum SKIF-Motto „Schule und Sport optimal verbinden“ – wie wichtig es insbesondere wegen der sich verändernden Lehrpläne sei, dass das Skiinternat schulisch immer am Ball bleibe. Diese Bemühungen wurden vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit der Auszeichnung „Eliteschule des Sports“ gewürdigt.

Die aktuelle Situation

29 Sportlerinnen und Sportler (Biathlon, Skispringen, Langlauf und Nordische Kombination) gehören aktuell zum Skiinternat. Julia Tannheimer ist das Aushängeschild.

Die 18-jährige Biathletin hat in Ruhpoldingen sogar bereits zwei Weltcups absolviert und schob sich dabei im Sprint auf Platz 15.

Kullmann steht im Austausch mit den Furtwanger Biathlon-Trainern Steffen Hauswald und Ina Metzner. Er weiß um die Fähigkeiten der fünften Junioren-Weltmeisterin in der Geschichte des Skiinternats: „Aktuell ist sie auf jeden Fall das größte Talent. Sie ist läuferisch sehr gut und bereits eine sehr komplette Biathletin. Lediglich am Schießstand könnte sie noch etwas schneller werden.“

Der Internatsleiter verbreitet weitere Positivmeldungen: „Zwei, drei, vier andere Biathleten stehen in den Startlöchern.“ Karla Gehrmann (Altersklasse 18/19), David Schmutz (AK 18/19) und Lukas Tannheimer (AK 17) sicherten sich in Oberwiesenthal allesamt den deutschen Meistertitel im Sprint. Insgesamt hat das Skiinternat eine erfolgreiche Saison hinter sich. Bei deutschen Meisterschaften und internationalen Wettbewerben stehen zwölf Meistertitel und 23 Medaillen zu Buche.

Was bringt die Zukunft?

Also alles gut am Skiinternat? Nein, so einfach ist die Situation natürlich nicht. „Wir leben alle in derselben Welt. Wir müssen aus den Sportlerinnen und Sportlern, die wir haben, frühestmöglich das Bestmögliche machen. Wir müssen früher professioneller arbeiten“, weiß Kullmann um die Probleme, die der demografische Wandel mit sich bringt.

Auch der Klimawandel macht sich bemerkbar: „Wir fahren viel dem Schnee hinterher. Es gibt ja ein paar Orte, die fast immer schneesicher sind. Der nächste Schritt ist es beim Skispringen eine Hybrid-Eisspur und eine Matte zu verwenden. Wir müssen uns entsprechend auf die Herausforderungen einstellen.“

An diesem Freitag geht es für die Skifler, bei allen Herausforderungen, natürlich auch darum, einen Moment innezuhalten, beisammenzusitzen und vielleicht auch stolz auf die eigene Erfolgsgeschichte sein.