Den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga hat der HBW Balingen-Weilstetten verpasst. Das erste seiner drei vorerst letzten Spiele in der Beletage führt das Schlusslicht zum designierten Meister.
Der letzte Strohhalm ist abgebrochen. Selbst wenn der HSV Hamburg auch in letzter Instanz keine Lizenz für die kommenden Saison erhalten sollte, ist der HBW Balingen-Weilstetten in der kommenden Saison nicht mehr in der Handball-Bundesliga vertreten. Quasi auf dem Sofa bekamen Spieler und Verantwortliche der „Gallier“ die Kunde am vergangenen Sonntag vermittelt. Denn seit sich der Bergische HC mit dem 31:31 gegen den TBV Lemgo einen weiteren Punkt sicherte, ist er vom HBW nicht mehr einzuholen. Zwar war der Ausgleichstreffer von Noah Beyer in letzter Sekunde irregulär – der BHC-Linksaußen stand vor seinem Wurf im Aus –, doch als die Referees den Videobeweis bemühten, stand ihnen die aufklärende Einstellung offenbar nicht zur Verfügung.
Der HBW ein Stolperstein?
Statt SC Magdeburg oder THW Kiel heißen die Gegner der Schwaben künftig Eintracht Hagen oder Dessau-Roßlauer HV. Apropos SC Magdeburg: mit dem Champions-League-Sieger und designierten Meister kreuzt der HBW in der ersten seiner drei Partien umfassenden Abschiedstour am Donnerstagabend die Klingen (19 Uhr, Getec-Arena Magdeburg). Dass das nach der Demission von Trainer Jens Bürkle bis zum Saisonende von Tobias Hotz gecoachte Team für den SCM auf dem Weg zur Meisterschaft zum Stolperstein werden könnte, scheint ausgeschlossen. Denn in der Regeln geht die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert ihre Pflichtaufgaben sehr seriös an und löst sie entsprechend souverän. So gewannen die Magdeburger das Vorrundenspiel in der Balinger Sparkassen-Arena zwar mit Mühe, am Ende aber doch klar mit 34:28
Hotz: „möglichst lange an unser Optimum herankommen“
„Wir wollen möglichst lange Zeit an unser Optimum herankommen. Wenn uns das gelingt, haben wie viel gut und richtig gemacht. Das Ergebnis hat für uns auch eine gewisse Bedeutung. Wir sind Sportsmänner, und die wollen erfolgreich sein. Außerdem haben wir gegen die großen Teams in dieser Saison meistens gut ausgesehen“, sagt HBW-Coach Tobias Hotz und fügt an: „Wir sind sicherlich der unattraktivste Gegner, den Magdeburg in den kommenden Wochen vor der Brust hat. Das kann ein Vorteil sein.“
Ein Quartett muss passen
Verzichten muss Hotz am Donnerstag auf Kreisläufer Tobias Heinzelmann (Fußverletzung), Rechtsaußen Elias Fügel (Gehirnerschütterung), Linksaußen Oddur Gretarsson (Zerrung) sowie den Langzeitverletzten Leo Prantner (Kreuzbandriss).
Nach dem Spiel in Magdeburg tritt der HBW am kommenden Mittwoch noch beim TBV Lemgo (19 Uhr) an, zum Saisonfinale am Sonntag, 2. Juni, kommt der HSV Hamburg nach Balingen (16.30 Uhr) Und das war’s dann vorerst in der deutschen Elite-Klasse.
Doch auch die 2. Liga hat ihren Charme, selbst wenn die Derbys gegen Frisch Auf Göppingen die Rhein-Neckar Löwen und den TVB Stuttgart fehlen werden, bekommt es der HBW doch mit Clubs wie dem TV Großwallstadt und TuSEM Essen zu tun. Deren große Zeiten liegen zwar schon lange zurück – die Namen aber besitzen noch immer eine gewisse Strahlkraft.