Bei der Demo in Loßburg waren etwa 90 Fahrzeuge beteiligt. Foto: Monika Schwarz

Etwa 90 Fahrzeuge und knapp 200 Demonstranten haben sich am Samstag an der Protestaktion in Loßburg beteiligt. Zwischenfälle gab es nicht, die Beeinträchtigung des Straßenverkehrs durch den Fahrzeugkonvoi hielt sich in Grenzen.

Treffpunkt und Ausgangspunkt für die Aktion war der Sportplatz, wo sich die Teilnehmer der Demonstration um 13 Uhr versammelt haben, um anschließend gemeinsam im Konvoi zwei Runden vorbei am Rathaus entlang der Hauptstraße zu drehen. Unter den 90 Fahrzeugen - nicht wenige davon auch mit Autokennzeichen aus den Nachbarkreisen Rottweil, Calw, Offenburg oder auch Karlsruhe - waren circa 30 Traktoren, der Rest normale Autos. Einige Demonstranten waren auch zu Fuß gekommen. Ausgestattet mit lautstarken Hupen und teilweise großflächigen Plakaten zogen die Demonstranten in den Fahrzeugen schon aufgrund der Lautstärke die Aufmerksamkeit auf sich.

 

Etwa anderthalb Stunden dauerte die Fahrzeug- und Traktorendemo, die insbesondere auf dem Rathausvorplatz von einigen Zuschauern, die später auch an der Kundgebung teilgenommen haben, verfolgt wurde. Die Polizei hatte schon vor dem Start der Demo mehrfach ihre Runden gedreht und war präsent. „Ausreichend präsent“, wie Gerold Schumacher, der Leiter des Polizeireviers Freudenstadt, betont. Zwischenfälle, die ein aktives Eingreifen der Polizei erforderlich gemacht hätten, gab es nicht.

Zahlreiche Zuschauer nahmen an der Kundgebung teil. Foto: Schwarz

Kritik an der Politik

Die eigentliche Kundgebung nach etwa anderthalb Stunden wurde lautstark von den „Rottweiler Pestvögeln“ eingeläutet. Die musikalische Truppe hat in der Vergangenheit regelmäßig die Montagsspaziergänger in Rottweil und auch andernorts begleitet und sich dadurch in der „Szene“ einen Namen gemacht. Ansonsten waren es überwiegend Kritiker der aktuellen Politik, die ihrem Unmut teilweise auf Plakaten oder mit dem Megafon zum Ausdruck brachten. „Neuwahlen sofort“ oder „Die Ampel muss weg“ waren ebenso dabei wie die Schelte der Medien und der Vorwurf an die politischen Verantwortlichen, nicht zum Wohle des Volkes zu handeln.

Festgemacht wurde dies an den immer höheren Belastungen der Bürgerschaft – sei es durch stetig steigende Preise oder steigende Energiekosten. Arbeit müsse sich wieder mehr lohnen, sagte einer der Mitorganisatoren, der seinen Namen aber nicht nennen wollte. Die Veranstalter hatten sich bewusst dafür entschieden, anonym zu bleiben.

„Bürger für Bürger“ ohne parteipolitischen Hintergrund

„Bürger für Bürger“ ohne parteipolitischen Hintergrund. Moderator, Redner und Organisator „Hansi“ erklärte, dass sich die „Bürger für Bürger“ von Anfang an ohne parteipolitischen Hintergrund zusammengefunden hätten, um die Menschen auch dazu zu bringen, für ihre Rechte einzustehen. Die Bundesregierung hält er dennoch für komplett fehl besetzt, in der Ampel seien „Vollpfosten“. Diesen Begriff verwendete der Redner noch öfter, als er gegen Habeck und andere „Nachwuchspolitiker, die in ihrem Leben nichts geleistet haben“, vom Leder zog. „Da kann ich eigentlich nur noch im Kreis kotzen“, lautete sein Fazit unter dem tosenden Applaus der Zuhörer. Wichtig sei, der Ampel endlich den Stecker zu ziehen. Die Gruppe um ihn herum sei „zutiefst demokratisch“, weshalb man zu diesem Event auch alle Fraktionen und die Freien Wähler eingeladen habe. Nur eine Zusage habe man bekommen. Die andern hätten es vorgezogen, wegzubleiben und stattdessen die Presse dafür zu nutzen, die „Bürger“ zu diffamieren. Auch die größte „Oppositionsverweigerungspartei“, die CDU/CSU, habe es nicht für nötig befunden, zu erscheinen.

Dem Bürger Zucker hinzuwerfen und danach wieder draufzuschlagen, das sei schlichtweg narzisstisch.

Gekommen waren Günther Schöttle vom AfD-Kreisverband und der AfD-Landtagsabgeordnete Uwe Hellstern. Beide nutzen ihr Rederecht.