In Baiersbronn sind am Wochenende zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um für Toleranz und Vielfalt zu demonstrieren. Unsere Leserin Gabi Gaiser aus Baiersbronn fragt sich, wo die Toleranz für die Ungeimpften während der Coronazeit war.
Wenn ich lese, dass am Samstag circa 200 Bürger in Baiersbronn zusammen mit Parteiverbänden, kirchlichen Vertretern, Vertretern der Gemeinde und anderen Aktivisten an einer Demonstration für Vielfalt und Toleranz teilgenommen haben, stellt sich für mich die Frage: Wo war die Toleranz dieser Bürger als während der Coronazeit ungeimpfte Mitbürger systematisch vom öffentlichen Leben ausgeschlossen wurden?
Als Betroffene könnte ich Vieles aufzählen, ganz besonders in Erinnerung ist mir aber geblieben, dass wir anonyme Briefe zugeschickt bekommen haben, unter anderem deshalb, weil wir uns öffentlich gegen eine Impfpflicht ausgesprochen haben. Familienmitglieder wurden von Sportveranstaltungen aufgrund ihres unpassenden Impfstatus ausgeschlossen.
Von Demokratie nichts spürbar
Das Leben als ungeimpfte Person in der besagten Zeit war sehr anstrengend und hat seine Spuren hinterlassen.
Von Demokratie und Toleranz war damals nichts spürbar, und übrigens gibt’s bis heute auch keine Entschuldigung gegenüber den Ungeimpften von Seiten des Staates sowie von irgendwelchen Parteiverbänden, Ärzten, kirchlichen Vertretern und sonstigen Personen, die sich jetzt lautstark moralisch über andere erheben wollen. Auch ist eine Aufarbeitung der Coronakrise nicht in Sicht.
Und übrigens ist es mir noch wichtig zu erwähnen: Man ist nicht „rechts“, um nicht zu sagen „rechtsextrem“, nur, weil man eine andere Meinung hat.
Gabi Gaiser, BaiersbronnSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.