Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Cyclo-Cross Marcel Meisen ist der "Matsch-Meister"

Von
Unterschiedliche Technik – Sascha Weber schultert das Cross-Rad, Marcel Meisen strampelt weiter. Fotos: Kara Foto: Schwarzwälder Bote

Marcel Meisen und Elisabeth Brandau sind bei den 66. Deutschen Meisterschaften im Cyclo-Cross in Albstadt ihren Favoritenrollen gerecht geworden. Beide verteidigten ihre Titel souverän

Marcel Meisen reckt bei der Zieldurchfahrt die Arme in die Höhe – zum dritten Mal in Serie hat er seinen Titel verteidigt, zum fünften Mal ist er Deutscher Meister im Cyclo-Cross. Doch kaum hat er die siebte Runde in der Zeit von 59.59 Minuten beendet wendet er sein Rad, fährt Richtung Ziellinie, um mit seinem Kumpel Sascha Weber abzuklatschen, der mit 44 Sekunden Rückstand als Vizemeister ankommt. Ehe Manuel Müller als Dritter finisht, vergehen noch einmal 50 Sekunden Minuten, und dann kommt lange nichts. "Es war, wie es sein soll. Marcel ist der beste Crosser in Deutschland, und ich der zweitbeste", sagt Sascha Weber. Der in Freiburg lebende Saarländer konzentriert sich inzwischen erfolgreich aufs Mountainbiken, wurde 2019 in der Marathon-Disziplin Deutscher Meister. Im Cyclo-Cross hingegen ist er der "ewige Vize".

Weber machte nach dem Start in das Rennen über sieben Runden auf der 2,6 Kilometer langen Schleife beim Albstadion in Ebingen richtig Dampf, führte das Feld gemeinsam mit Paul Lindenau (Norderstedt) an. Meisen hingegen wurde nach dem Antritt über eine kurze Rampe "Opfer" des Ziehharmonika-Effekts, weil Fahrer vor ihm von zähem Schlamm ausgebremst wurden. Doch er arbeitete sich peu à peu nach vorne und hatte Ende ersten Runde zu den Führenden aufgeschlossen.

Das Trio blieb nicht lange beisammen. Weber unterlief ein Fehler, kam nicht schnell genug wieder ins Pedal. Meisen nutzte die Situation und zog davon. "Ich konnte meine Technik ausspielen, direkt eine Lücke herausfahren und den Vorsprung verteidigen", so Meister Meisen. Weber nahm die Verfolgung auf, Lindenau fiel zurück und musste auch noch Manuel Müller (RSV Wyhl) an sich vorbei lassen. Müller war zu Beginn des Rennens in einer Streckenbegrenzung hängen geblieben und von Position 15 auf drei gefahren. Damit stand die Reihenfolge des Zieleinlaufs bereits fest, wenngleich sich die zeitlichen Abstände zwischen den Protagonisten sukzessive vergrößerten. Dabei ging Meisen zunächst nicht unbedingt ans Limit. "Ich wollte schon am Start kein Risiko eingehen, habe das Rad häufig gewechselt. Ich wusste, in den letzten zwei Runden bin ich noch mal ganz stark. Am Ende war es ein souveräner Sieg", sagte Meisen, dem die Strecke in Albstadt eigentlich nicht sonderlich liegt. "Die matschiegen Verhältnisse kommen meiner Technik entgegen, die vielen kurzen Anstiege sind aber nicht so mein Ding."

Zwar war der Parcours auch nicht nach Webers Geschmack – "es gibt nur wenige Teilstücke, in denen man Zeit gut machen kann" – und dennoch war Albstadt für ihn eine Reise wert: "Die Zuschauer waren geil, deshalb hat es richtig Spaß gemacht."

Knapp 3000 Zuschauer sehen Männer-Rennen

Knapp 3000 waren es am Sonntag, die die Strecke säumten, sahen, wie die Crosser auf er von einem Wiesen- zum Matschteilstück mutierten Fläche die Serpentinen meisterten. Die einen bevorzugten es, das Rad zu schultern und wähnten sich zu Fuß sicherer und schneller, die anderen zogen einfach durch. Nicht minder kritisch für die Pedaleure war der "Sandkasten", in dem sich eine satte Wanne gebildet hatte. Ein Fahrfehler in der Grube kostet nicht nur Zeit, sondern auch Körner. Und dann die große Frage, ob das Rad in der Technischen Zone gewechselt werden soll. Ein Tausch kostet Zeit, ein stark verschlammtes Rad Kraft.

Bereits am Samstag hatten sich die Elite-Frauen auf die Jagd nach Meistertrikot, Pokal und Medaille gemacht. Und wie schon in den beiden vergangenen Jahren hatte Elisabeth Brandau die Nase vorn. Für die fünf Runden benötigte die 34-Jährige Mountainbike-Spezialistin bei ihrer Solofahrt 44.52 Minuten und distanzierte die Konkurrenz damit um satte eineinhalb Minuten. "Die Antritte gingen gut, ich konnte nur die Power nicht hoch halten. Aber ich bin jetzt ganz zufrieden", sagte Brandau, die in Albstadt zum vierten Mal Gold bei einer Cross-DM holte

Silber schnappte sich Kim Anika Ames (Hirzweiler) – die Mountainbikerin fährt ihre erste Querfeldein-Saison – , Bronze ging an die Bundesliga-Gesamtsiegerin Stefanie Paul (Hannover). Ames war an Pauls Hinterrad in die Schlussrunde, ging am ersten Anstieg vorbei, wurde noch mal gekontert, um dann wieder vorbei zu ziehen. Dahinter verlor, die lange Zeit mit Paul unterwegs gewesene Janine Schneider (Lottstetten) den Anschluss. Der Kampf um Silber entschied sich als Ames besser aus einer technischen Passage heraus kam und eine Lücke riss, die Paul nicht mehr zu schließen vermochte.

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.