Auch hinsichtlich der früheren Grund- und Werkrealschule Aichhalden hatten die Eltern angefragt, ob die Räume künftig für eine Schule zur Verfügung stehen könnten. Die Gemeinde hat abgelehnt. Foto: Wegner

Vor Wochen machte eine „Corona-Schule“ in Waldmössingen bundesweit Schlagzeilen. Fünf Zweitklässler besuchten nämlich seit den Sommerferien nicht mehr die Grundschule, sondern werden zuhause unterrichtet.

Schramberg-Waldmössingen - Wer bei der Grundschule Waldmössingen direkt nachfragt, wie sich die Situation mittlerweile entwickelt hat, der erhält keine Auskunft. Schulleiterin Vanessa Franz verweist bei diesem Thema auf das Schulamt, beziehungsweise das Regierungspräsidium, als Ansprechpartner. Und hüllt sich selbst in Schweigen.

 

Auch die betroffenen Familien halten sich – aus verständlichen Gründen – bedeckt. Die fünf betroffenen Elternpaare sind aber im Austausch mit dem Schulamt und dem Jugendamt. Und die Schüler selbst, die derzeit weiterhin zuhause unterrichtet werden, nehmen das gesamte Schuljahr schon an den Klassenarbeiten in der Grundschule teil. Dabei werden die Leistungsnachweise erbracht und auch die geforderten Lernziele erfüllt.

Nur in Waldmössingen und Rottweil

Im Landkreis Rottweil, so heißt es aus dem Staatlichen Schulamt Donaueschingen auf Nachfrage, habe es lediglich in Rottweil ähnliche Fälle gegeben, über die schon berichtet worden sei. Weitere "Schulververweigerer" aus Coronagründen sind dort wohl nicht bekannt.

Allerdings: Laut Informationen unserer Zeitung gibt es in mehreren Ortschaften umliegender Landkreise Schüler, die zuhause unterrichtet werden. Allerdings sind diese bislang noch nicht öffentlich bekannt – im Gegensatz zu den Waldmössinger Familien.

"Leider gibt es keine Neuigkeiten. Die Kinder gehen weiter nicht zur Schule", schreibt Susanne Cortinovis-Piel, die Amtsleiterin des Staatlichen Schulamts Donaueschingen auf Anfrage unserer Redaktion. Und weiter: "Die Schule und das Schulamt versuchen über das übliche Ihnen schon geschilderte Verfahren hinaus den Kontakt zu den Eltern zu halten und haben Ende dieses Monats die jeweiligen Eltern zu Gesprächen eingeladen."

Eigene Schule angedacht

Da es bereits Hinweise gegeben hatte, die betroffenen Familien würden gerne ein Gebäude erwerben – beispielsweise die Schule in Aichhalden oder ein Privatgebäude in Rötenberg – galt die Anfrage unserer Redaktion auch im Hinblick auf dieses Thema. Hierzu schreibt Cortinovis-Piel: "Ein Antrag bezüglich der Gründung einer eigenen Schule liegt hier oder notwendigerweise im Regierungspräsidium weiterhin unseres Wissens nach nicht vor."

Mittlerweile hat auch das SWR-Fernsehen sich dem Thema "Waldmössinger Schulverweigerer angenommen und am Dienstag in der Ortsverwaltung und im Stadtteil Waldmössingen gedreht und Stimmungen von Bürgern eingeholt. Dabei wurde auch der städtische Fachbereichsleiter Recht und Sicherheit, Matthias Rehfuß, interviewt. Wirklich Neues gab es zu dem Thema nicht zu berichten.

Hinsichtlich der Frage unserer Redaktion an die Stadt, ob die Eltern die gegen sie ergangenen Bußgeldbescheide der Stadt Schramberg bezahlt haben oder möglicherweise dagegen vor Gericht vorgehen, gab’s auch keine Aussage der Behörde. Zu offenen oder schwebenden juristischen Verfahren mache die Stadt grundsätzlich keine Angaben, sagte Rehfuß auf Anfrage zu diesem Thema.