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Corona-Lage im Kreis Rottweil Adam: Impfung eine "soziale Verpflichtung"

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Als "bitter notwendig" bezeichnet Landrat Wolf-Rüdiger Michel die aktuell beschlossenen weiteren Beschränkungen für Dezember. Man müsse das Infektionsgeschehen weiter niedrig halten, bis das "rettende Ufer" der Impfungen erreicht sei. Die Stadthalle Rottweil ist als Impfzentrum im Gespräch.

Kreis Rottweil - Man habe dem Land mehrere Liegenschaften im Landkreis gemeldet, so Thomas Seeger von der Ortspolizeibehörde bei der Telefonkonferenz am Donnerstag. Favorit sei die Stadthalle Rottweil. Wo das Impfzentrum für den Landkreis ab 15. Januar eingerichtet werden soll, entscheiden jedoch Land und Kassenärztliche Vereinigung. Auf Regierungsbezirksebene soll es ab 15. Dezember außerdem je zwei Impfzentren geben.

750 Impfungen am Tag

Laut Gesundheitsamtsleiter Heinz-Joachim Adam können dann im Kreis-Impfzentrum 500 bis 750 Personen pro Tag geimpft werden. Derzeit werde Kontakt mit medizinischem Fachpersonal aufgenommen, das dann dort tätig sein wird. Doch werden die Menschen überhaupt in Scharen zum Impfen strömen? Auf unsere Nachfrage nach der Einschätzung der tatsächlichen Impfbereitschaft sagt Adam, er könne keine Prognose geben. "Natürlich muss das jeder für sich entscheiden." Im Fall der Corona-Pandemie sei es jedoch eine "soziale Verpflichtung" den Menschen gegenüber, die sich vielleicht nicht selbst impfen lassen können, und auch der eigenen Familie gegenüber. Es müsse noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, sagt auch Landrat Michel. "Ich hoffe sehr auf die Einsicht der Bürger", betont er.

Im Kreis sei aktuell bei einer Inzidenz von 108 eine leichte Entspannung zu verzeichnen, was sich aber auch schnell wieder ändern könne. Im November und Oktober gab es mehr als 1000 Neuinfektionen, deutlich mehr als in der ganzen ersten Welle. Mit Bedauern verweist Michel auf die neun Todesfälle der letzten Wochen. Davon verteilen sich acht Todesfälle auf drei Pflegeheime im Kreis.

Betroffen seien Menschen mit und ohne Vorerkrankungen, so Adam. Das Gesundheitsamt habe im November 4448 Kontakte von Infizierten ermittelt, davon waren 3023 K1-Kontakte, die in Quarantäne geschickt wurden.

89 Fälle in Schulen

Recht dynamisch zeigt sich das Infektionsgeschehen in Gemeinschaftseinrichtungen. Laut Adam gab es im November in 33 Schulen im Landkreis bislang 89 Infektionen, in 31 Kindergärten 39 Fälle und in sieben Pflegeheimen 32 Fälle. Man arbeite weiter verstärkt mit Antigen-Tests. Allein am Donnerstag würden in einem Heim 180 Tests durchgeführt, berichtet der Gesundheitsamtsleiter.

Patientenzahl steigt

Problematisch sieht Adam, dass die Zahl von COVID 19-Patienten in den Krankenhäusern wieder steigt. In den Kliniken in Rottweil und Oberndorf gebe es derzeit 26 Corona-Patienten, einige würden beatmet.

Michel und Adam hoffen, dass man die beschlossenen Lockerungen für Weihnachten nicht im Januar bereuen wird. "Aus sozialmedizinischer Sicht sind die Lockerungen gut", sagt Adam. Bezüglich des Infektionsgeschehens sehe er sie kritisch. Landrat Michel betont abermals, dass die Bürger nicht alles, was erlaubt ist, ausnutzen sollten. Ein Risiko sieht er bei Treffen in der Adventszeit und an Weihnachten, bei denen gesungen wird oder Blasmusik gespielt wird. "Das lässt die Virenlast explodieren".

Michel: Feuerwerk kritisch

Wenn es nach ihm ginge, hätte er auch Feuerwerk im privaten Bereich an Silvester untersagt. Hier gebe es immer wieder schwere Verletzungen, womit die Kapazitäten in den Krankenhäusern in dieser Zeit unnötig belastet würden.

Was das Infektionsgeschehen an Schulen angeht, sei an Bushaltestellen immer noch zu beobachten, dass Schüler keine Maske tragen und in großen Trauben zusammenstehen. Hier appelliert er an die Eltern, auf ihre Kinder einzuwirken. "Die Kinder tragen das Virus in die Familien", erinnert Adam.

Am Abend weiterer Toter

Am Donnerstagabend wird dann der 37. Todesfall im Zuge einer COVID-19-Infektion gemeldet. Es handelt sich laut Landratsamt um einen Mann um die 80 Jahre. Außerdem wurden 42 weitere Infektionen registiert. Abzüglich der inzwischen Genesenen gelten in der Statistik aktuell 171 Fälle als aktiv – 115 weniger als am Vortag gemeldet.

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