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Corona-Krise Getränkehandel geht das Leergut aus

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Das Leergut wird knapp: Die Getränkeproduzenten fordern ihre Kunden auf, ihre Pfand-Flaschen und -Kisten wieder abzugeben. Foto: dpa

Region - "Mineralwasser ist genügend vorhanden - wir brauchen aber die Kisten und Flaschen, um es abfüllen zu können." Mit dieser Botschaft wendet sich nicht nur der Getränkehersteller Imnauer Mineralquellen an die Bevölkerung.

Bei vielen Abfüllanlagen herrscht derzeit dasselbe Problem: Es fehlt das Leergut. Viele Mineralquellen werben deshalb bereits dafür, dass Kunden auch Kisten ohne Flaschen oder Flaschen einzeln zurückbringen können.

Ralf Günther, Marketingleiter bei Imnauer, teilt mit, dass aktuell rund 50.000 Kästen benötigt werden, um das normale Sommergeschäft aufrecht zu erhalten. Allein im ersten Quartal 2020 habe der Konzern eine sechsstellige Summe in Flaschen und Kisten investiert - dennoch brauchen sie Nachschub. "Das Verhalten der Menschen hat sich geändert", meint Günther. Es werde wieder mehr zum Glas gegriffen als zum Plastik und die Menschen würden auf Vorrat kaufen. "Ganz Deutschland ist aktuell daheim" und brauche deshalb - beispielsweise im Homeoffice - mehr Getränke. Daher werde eine größere Menge gekauft.

Das Unternehmen aus dem Zollernalbkreis wirbt bereits online, in den Tageszeitungen und in sozialen Netzwerken um die Pfandrückgabe.

Ein Kampf um das begehrte Gut

Bei Bad Dürrheimer sieht die Lage ähnlich aus: "Jeder kämpft momentan um 0,7 Liter-Glasflaschen", heißt es von einem Sprecher des Betriebes im Schwarzwald-Baar-Kreis. Größere Schwierigkeiten hat das Unternehmen zwar noch keine, jedoch werden bereits jetzt kleinere Chargen abgefüllt und neue Flaschen bestellt. Auch hier stelle man fest, dass lediglich die großen Glasflaschen Mangelware sind: "Die Flaschen sind deutlich begehrter als sonst."

Als Verbraucher spürt man den Leergutmangel noch nicht, doch wie sieht es in den Supermärkten und im Getränkegroßhandel aus?

Es müsse ausreichend Leergut in den Kreislauf des Mehrwegsystems zurückkommen, sagte Julian Schwarzat vom Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (GFGH). Angespannt sei die Lage vor allem bei Mineralwasser, wenngleich das System nicht vor dem Kollaps stehe.

Noch ist ausreichend Nachschub da

Verbraucher sollten beim Einkauf das genutzte Leergut bei Mehrweg - Flaschen ebenso wie Kästen - "so bald wie möglich wieder über den Handel zurückzubringen", fordern große Verbände wie der GFGH, der Deutsche Getränke-Einzelhandel und der Verband Deutscher Mineralbrunnen in einer gemeinsamen Erklärung. Es gebe aber trotzdem ausreichend Nachschub, versicherten die Branchenvertreter.

Auf Anfrage teilte der Discounter Netto mit, dass "viele Lieferanten vor allem im Bereich Wasser, Limonade und Saft bei diversen Gebinden einen Rückgang der Leergutrückgabe" verzeichnen. Ob es jedoch bereits zu Lieferengpässen kommt, könne "aus wettbewerbsrelevanten Gründen" nicht gesagt werden.

Auch Kaufland sieht den Leergutmangel - und hilft aktiv mit: "Seit einiger Zeit greifen unsere Kunden verstärkt zu Mehrweg-Glasflaschen." Zu Beginn der Corona-Pandemie seien unter anderem auch Getränke sehr stark nachgefragt gewesen. "Leider erfolgt derzeit die Leergutrückgabe und damit die Rückführung an die Mineralbrunnen zeitlich verzögert." Kaufland hat die Kunden über Social-Media-Kanäle bereits dazu aufgerufen, Leergut zurück zu bringen. "Unsere Filialen werden täglich beliefert, sodass die Warenversorgung sichergestellt ist." Aufgrund der großen Sortimentsauswahl, insbesondere an regionalen Mineralbrunnen, stünden den Kunden aber auch bei eventuellen Engpässen immer Alternativen zur Verfügung.

Rewe wirbt bereits in ihrem wöchentlichen Prospekt und in Werbeanzeigen mit dem Hinweis "Bitte bringen Sie zum nächsten Einkauf Ihr Leergut mit". Von anderen Discounter- und Supermarktketten war am Freitag keine Rückmeldung zu bekommen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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