Hochklassiger Pferdesport ist zwischen dem 12. und 15. September beim CHI in Donaueschingen geboten. Beim Vororttermin zeigt sich der Rasenplatz im Springstadion in gutem Zustand. Es gibt aber noch viel zu tun.
Es sind die „Big Four“, die großen vier Reitturniere. Hamburg, Aachen, Wiesbaden und Donaueschingen. Doch in den letzten Jahren stand Donaueschingen dabei etwas hinten an. Der neue Turnierveranstalter von Schafhof Connects um ihren Geschäftsführer Mathias Rath will dies aber ab diesem Jahr wieder ändern.
Beim Vororttermin im Springstadion wurde der Rasenplatz, auf dem seit drei Jahren kein Pferd mehr über die Hindernisse ging, nicht nur in Augenschein genommen, sondern auch gleich einmal ausprobiert. Frank Rothenberger, der Parcourschef für das CHI, Ulrike Steeb (Schafhof Connects), Andreas Haller seitens der Stadt, Greenkeeper Heiko Hildebrandt und vier Springreiter trafen sich im Springstadion.
Perfekte Bedingungen
Die Bedingungen hätten besser nicht sein können. Es regnete, so konnte der Boden gleich einmal unter Beweis stellen, ob er „hält“. Das erste Fazit fiel gut aus, wenngleich doch noch einiges auf dem Springplatz zu tun ist.
Greenkeeper Heiko Hildebrandt sieht platztechnisch bis zum Turniertermin Mitte September aus seiner Warte keine Baustellen mehr. „Wir haben im Frühjahr eingesät, dann noch einmal nachgesät. Nun lassen wir den Rasen Rasen sein. Lediglich ein bis zwei Mal die Woche wird er geschnitten“, so Hildebrandt.
Keine Steppe mehr
Im letzten Sommer war der Rasenplatz nur noch mit einer Steppe zu vergleichen, nun strahlt er wieder in sattem Grün. Dennoch zeigt Parcourschef Frank Rothenberger noch einige Schwachpunkte auf. Zunächst wäre da noch eine zweite Einfahrt in den Parcours wünschenswert, „denn bei nur einer Einfahrt, die permanent auch mit schwerem Gerät wie Hindernismaterialwagen befahren werden muss, kommt hier die Rasenschicht schnell an ihre Grenzen“, so Rothenberger.
Wassergraben als Problem
Kritisch beäugt wurde auch der Wassergraben, der mit den aktuellen Maßen so nicht in den Parcourskurs aufgenommen werden kann. „Mein Vorschlag wäre, diesen komplett zu entfernen“, so der Parcourschef. Aber das ist drei Monate vor dem Turnier so nicht realisierbar. „Wir werden eventuell eine Pflanzeninsel daraus machen – oder das Ganze sonst irgendwie aufhübschen“, sind sich Ulrike Steeb und Heiko Hildebrandt einig.
Rothenbergers Hauptanliegen jedoch war ein Parcoursbauer Häuschen, das sieht er am günstigsten beim Wall im Parcours auf der kurzen Platzseite. Profireiter Niklas und Leonie Krieg, sowie Nachwuchsreiter Henry Hoffmann und Oliver Klimmt vom Reitverein Schwenningen, sprangen dann über die ersten Hindernisse, die auf den Platz gestellt wurden. „Es fühlt sich gut an“, so Niklas Krieg, und ergänzt: „Es wird Zeit das in Donaueschingen endlich wieder Turnier ist“.
Eine Besonderheit
Auch Oliver Klimmt vom mitausrichtenden Reitverein Schwenningen genoss die kurze Runde auf dem Geläuf. Er kennt den Platz, denn er ist im Springstadion in Donaueschingen bereits in der Amateurtour geritten. Für Leonie und Niklas Krieg ist es praktisch das „Wohnzimmer“ und Heimspiel, sie konnten sich schon mehrmals mit der internationalen Elite im Schlosspark messen.
Dennoch ist es für die beiden Donaueschingen immer wieder etwas Besonderes, denn es gibt nicht mehr viele Turniere auf Rasenplätzen. Die meisten Turniere finden heutzutage auf Sandplätzen statt. „Dabei bietet ein Rasenplatz eine natürliche Oberfläche, die für Pferde angenehm ist“, betont der Parcourschef Frank Rothenberger.