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Calw Weihnachtsmarkt sieht diesmal etwas anders aus

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Weihnachtsmärkte, wie hier in Calw, sollen in diesem Jahr nicht stattfinden. Stattdessen haben Händler und Gastronomen einige alternative Konzepte erdacht. Foto: Fritsch

Calw - Vorweihnachtszeit­ ohne Weihnachtsmarkt? Dieses Jahr gezwungenermaßen Realität. Damit in Calw trotzdem Stimmung aufkommt, wollen Gewerbeverein, die Stadt sowie die Stadtmarketing GmbH gemeinsam mit den Händlern und Gastronomen verschiedene Aktionen starten. An Ideen mangelt es den Beteiligten nicht.

So viele Besucher wie möglich in die Calwer Innenstadt locken, kräftig die Werbetrommel rühren – in den vergangenen Jahren das Credo, wenn es um den Weihnachtsmarkt ging. Heuer sieht die Sache anders aus. Da gilt es zwar dennoch, die Leute in die hiesigen Geschäfte zu locken, jedoch immer mit Bedacht. Zu viele dürfen es auch nicht sein, möchte man doch kein Risiko für Infektionen mit dem Coronavirus schaffen. Ein Spagat, den die Stadt Calw, der Gewerbeverein und die Stadtmarketing GmbH bei allen ihren Ideen schaffen müssen.

Gastronomen stellen konkrete Ideen vor

Bei ersten Treffen mit Gastronomen und Händlern stellten sie die ersten Pläne vor und sammelten im Austausch mit den Beteiligten weitere Ideen. Seitens der Gastronomen war das Interesse prinzipiell groß, wohingegen zur Besprechung mit den Händlern nur ein Bruchteil derselben erschien. Nichtsdestotrotz: "Es ist wichtig, dass wir was machen", sagte der Gewerbevereinsvorsitzende Jürgen Ott. Unter der Federführung der Stadtverwaltung wolle man Kunden und auch den Gewerbetreibenden selbst zeigen, dass Calw etwas bietet.

Der Grundgedanke: "Wir haben einen Weihnachtsmarkt, wir müssen ihn nur sichtbar machen", formulierte es Nicolai Stotz, ebenfalls Gewerbevereinsvorsitzender. Alles, was es auf einem Weihnachtmarkt gebe – Essen, Trinken, Textilien und andere Waren – gebe es auch in den Geschäften. Entsprechend ausgeschmückt und mit gewissen Rahmenprogrammpunkten kombiniert solle dann eine weihnachtliche Atmsophäre geschaffen werden. Einen Namen hat das Ganze auch schon: "FachWerkWeihnacht". Darin versteckt seien sowohl das Fachwerk, das Calw so besonders mache, als auch der Fachhandel und natürlich Weihnachten, erklärte Markus Kleinschmidt vom Kulturamt der Stadt Calw.

Nun aber zu den konkreten Ideen: Die Gastronomen sollen die Möglichkeit bekommen, Hütten auf ihren Außenflächen aufzustellen, wo sie Essen und Getränke verkaufen. Weil diese Hütten eben auf der jeweils eigenen Ladenfläche der Gastronomen stehen, seien diese auch für das Hygienekonzept zuständig. Und es sei keine Veranstaltung, für die wiederum besondere Auflagen gelten, erklärte Kleinschmidt. Neben Stehtischen bestünde auch die Möglichkeit, Skigondeln zu mieten, in die sich die Besucher setzen können, führte Ott aus. Was vor allem bei Marlene Kuppetz von der Glasschmiede für Begeisterung sorgte.

Bäume werden verteilt und geschmückt

Die Gastronomen einigten sich zudem auf Mindestkernöffnungszeiten in der Vorweihnachtszeit. Darüber hinauszugehen stehe natürlich jedem frei, meinte Ott. An zunächst einem Freitagabend Ende November sollen Geschäfte und Gastronomiebetriebe bis 22 Uhr offen haben – als lange Einkaufsnacht. Hier zeigten sich einige Anwesende skeptisch. Ob das freitagabends läuft? Darum einigten sich Händler und Initiatoren darauf, die Idee an einem Freitag zu Beginn der Vorweihnachtszeit zu testen und es dann gegebenenfalls einige Wochen später zu wiederholen – oder eben nicht. Hier wolle man auch die Filialisten mit ins Boot holen, also die größeren Handelsketten in der Innenstadt.

Um gerade abends eine schöne Atmopshäre zu schaffen, gibt der Gewerbeverein an alle Händler und Gastronomen kostenlos Weihnachtsbäume. Diese sollen vor den Läden aufgestellt und geschmückt werden. Aber besser mit Schleifen, anstatt mit Kugeln, regte Matthias Raisch von der gleichnamigen Bäckerei an. Über die Beleuchtung im Laden waren sich Händler, Stadt und Co. noch nicht abschließend einig. Kerzen? Lichter? Oder alles gebündelt nur an einem bestimmten Abend?

Kaufkraft in die Innenstadt bekommen

Citymanager Hansjörg Neumann brachte einen digitalen Adventskalender ins Gespräch – hinter jedem Türchen würden dann musikalische Beiträge, Gedichte oder Ähnliches warten. Ob man das nur digital machen wolle oder sich die Idee auch mit Auftritten verschiedener Art in die Realität umsetzen ließe, diskutierten die Anwesenden eine ganze Weile. Während sich die "Social Media"-Fraktion generell für eine stärkere Fokussierung auf Online aussprach, sahen die anderen dies eher als nachrangig an. Vorrang habe laut Stotz – auch budgettechnisch – das Anliegen, Kaufkraft in die Innenstadt zu bekommen. Wenn dann noch was übrig sei, könne man es für Online-Aktionen verwenden. Wobei es da sicherlich auch kostenlose Möglichkeiten gebe, stellte Musiker Vitek Spacek in den Raum.

Auch darüber hinaus entwickelten sich im Laufe des Treffens in der Aula viele Ideen – eine Nikolausaktion für Kinder, Markthändler in leerstehenden Läden eine Fläche zu bieten, Auftritte von Vereinen im Freien. Altbewährtes soll in Form des Weihnachtsrätsels, der Engelspost und der Einkaufstaschen wieder aufgelegt werden.

"Viele Ideen werden an uns herangetragen, aber wir werden nicht alles realisieren können", resümierte Stotz. Über allem hänge zudem das Damoklesschwert Lockdown. "Wir planen, wie wenn alles stattfinden würde", bekräftigte Ott. Dann hieße es ab­warten.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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