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Calw Panne bei Minister-Ausfahrt mit Mini-Hotrod

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Mit den Hotrods ging es für die Herren von Schmieh nach Speßhardt – nur das Gefährt von Guido Wolf (an zweiter Stelle) streikte irgendwann. Foto: Kunert

Calw-Speßhardt - Um es vorwegzunehmen: Ausgerechnet der Mini-Hotrod vom Tourismus-Minister Guido Wolf (CDU) versagte an diesem Tag. Vom Farrenhof-Schäfer in Schmieh sollte die rasante Ausfahrt nach Calw-Speßhardt gehen - zum Theurerhof vom Dehoga-Chef Rolf Berlin. Aber vor Zavelstein war Schluss.

"Er zog einfach nicht mehr", so ein sichtlich enttäuschter Minister, der daher das ungewöhnliche Sightseeing auf dem Beifahrersitz des Begleitfahrzeugs beenden musste. Was ihm dadurch entging, beschreibt Partei-Kollege Thomas "Tom" Blenke, der neben Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack, René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald, und Ricarda Becker, Vize-Direktorin des Hotels Therme Bad Teinach, ebenfalls an der Ausfahrt teilnahm, so: "Das bringt wirklich brutal Spaß."

Hilfe von Land kommt da an, wo sie gebraucht wird

Auch für den Minister hätte die Probefahrt in den kleinen Flitzern der Unterhaltungs-Teil bei seinem Besuch im Kreis Calw werden sollen. In Bad Liebenzell hatte er zuvor einen Förder-Scheck für die dortige Therme überreicht. In Bad Teinach-Zavelstein traf er die Spitzen des Tourismus im Kreis, um die aktuelle Corona-Lage zu besprechen - die zumindest für Gastronomie und Hotellerie gar nicht so schlecht ist nach Ende des Shut- und Lockdowns: Die Hilfen aus Land und Bund kommen dort an, wo sie gebraucht werden. Und da der Urlaub im eigenen Land auf einmal so viel mehr attraktiv ist als jede Fernreise, stimmt auch heuer die Auslastung in den Betrieben wieder.

Auch im Farrenhof-Schäfer im Bad Teinacher Ortsteil Schmieh, wo die Black Forrest Mini-Hodrods seit einigen Jahren stationiert sind, hört der hohe Gast an diesem Tag vor allem viel Optimismus: Viele Urlauber kämen - viel mehr als in früheren Jahren. Auch Hochzeiten zögen als Gruppen-Touren wieder mächtig an, berichtet die Betreiber-Familie Schäfer. Aber wirklich viel geredet wird hier nicht - der Fahrspaß warte. "Let’s go wild!", so das Motto der Hotrods, der Mini-Renner nach amerikanischen Vorbild auf Kart-Basis. 13,8 PS, Slicks-Bereifung, Vario-Automatik. Kein Servo, kein Bremskraftverstärker. Weshalb man pure Kraft beim Fahren braucht.

Der Minister setzt die Corona-konforme Sturmhaube auf, den Helm. "Nicht an Banken halten und diese Ausrauben", scherzt Chefin Tanja Schäfer. Und mit angezogener Handbremse zieht das Fahrzeug nicht. "Das ist wie in der Politik", konstatiert Bürgermeister Mack - der sich bekanntlich um ein Bundestagsmandat bewerben möchte. Wozu es vielleicht gelegentlich auch einen "Helm" brauchen dürfte. Und die gelöste Handbremse. "Die Hupe nur im Notfall benutzen", sagt Schäfer noch und - auch dieser Tipp ist wichtig: "Nicht über Kuhfladen fahren", die es hier im Umkreis noch regelmäßig auf den Straßen gebe - sonst bekäme der Hintermann auf einmal "grüne Sommersprossen". "Was mach’ ich stattdessen?", fragt der Minister etwas irritiert - der es ja sonst gewohnt ist, im Fond seiner riesigen Minister-Limousine solcherlei ungewöhnliche "Hindernisse" elegant zu überfliegen. "Umfahren!", so die präzise Anweisung.

Minister wird zum Ziel chauffiert

Dann werden die Motoren gestartet, der Spaß beginnt. Und endet für den Minister - wie beschrieben - zwischen Rötenbach und Zavelstein, wo die Wildberger Straße zur Teinacher Straße wird, just an der Kreuzung. Schnell bildet sich ein (geduldiger) Stau. Als klar ist, dass der Minister-Hotrod sich nicht wieder in Gang setzen lässt, wird das Fahrzeug in den Hänger des Begleitfahrzeugs gehoben, der Minister wird zum Ziel chauffiert, aber diesmal nicht in der Limousine, sondern im ländlich-robusten Pickup. So wird aus einer besonderen ­Erfahrung eben eine ganz besondere Erfahrung.

Wobei man - endlich angekommen am Theurerhof in Speßhardt, dem Langzeit-Projekt vom KroneLamm-Senior aus Zavelstein, Rolf Berlin - dem ursprünglichen Zeitplan doch mittlerweile arg hinterherhinkt.

Die Begrüßung hier übernimmt Calws Oberbürgermeister Florian Kling, für den es das erste Treffen mit dem Minister ist. Aber - Wolf hat sich viel Zeit genommen. Ausführlich plaudert er mit dem OB, lässt sich von Berlin die restaurierten Gebäude und Räume des historischen Theurerhof-Ensembles zeigen. Kann kaum fassen, was dieser hier alles mit meist eigener Hände Arbeit geleistet hat. Morgens habe er noch Bundsandsteine geschleppt - "ich kenne hier jeden Stein mit Namen", witzelt Berlin. Weshalb ihm eigentlich die Knie ziemlich weh täten. "Ich hab’s mir fest vorgenommen", deshalb mal seine eigene Therme im KroneLamm zu nutzen. Gegen die Knieschmerzen gebe es ja nichts Besseres.

"Die Esel sind schon da"

Seine Tiere auf dem Theurerhof zeigt Rolf Berlin mit besonderem Stolz. "Die Esel sind schon da." Und kokettiert ein wenig mit der Doppeldeutigkeit - weil ja gerade auch so viele hohe Herren hier angekommen sind. Dass der männliche Esel "demnächst noch kastriert" werde, weil er "sonst zu viele Damen" bräuchte - ab jetzt wird’s auch etwas schlüpfrig in der Runde, was aber die Stimmung nur noch weiter hebt. Es geht freundschaftlich zu. Offen. Dem Minister gefällt’s. Reichlich wird er zudem beschenkt. Frische Eier von Theurerhof. Manufaktur-Nudeln aus Bad Teinach. Zum "Wurstsalat-Machen" müsse er bald wieder in den Kreis Calw kommen - das sei klar, sagt Tom Blenke dem Freund.

Diesem sieht man am Ende des Tages an, dass er ehrlich beeindruckt ist. "Ich habe viel dazu gelernt", so Wolf. "Viel Herzblut erlebt." Viel Begeisterung der Akteure gespürt, tolle "Leuchttürmchen" mit echten "Wow-Effekt" neu kennengelernt. Was ihn sehr ermutige - dieser hoffnungsvolle "Spirit" in den ja eigentlich schwierigen Corona-Zeiten – dem zumindest im Kreis Calw mit einem "Jetzt erst recht!" begegnet werde. "Weiter so!"

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