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Calw Corona-Regeln: "Furchtbare Zustände" auf Wanderweg?

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So leer wie auf diesem Bild ist es in Corona-Zeiten an der Xanderklinge nicht. Foto: Stadt Calw

Calw-Holzbronn - "Das ist ein Skandal", sagt Michael Linkenheil in einem Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Er habe sich an die Presse gewandt, weil er vor einiger Zeit bei einer Wanderung in Holzbronn Zeuge von "furchtbaren Zuständen" wurde und er eine Erklärung verlangt, die ihm bislang, laut eigener Aussage, verwehrt wurde.

An einem sonnigen Wochenende wollte er mit seiner Frau wandern gehen und hat sich für die "Naturpark-AugenBlick-Runde" in Holzbronn entschieden – wie viele andere auch. Auf Höhe der Xanderklinge, seien sie "Dutzenden Menschen begegnet, die Schlange standen, um aus einem Auto heraus Getränke zu kaufen". Nachschub sei gerade von einem Lieferwagen gebracht worden. "Auf die Abstand- und Hygienevorschriften hat keiner geachtet", erklärt Linkenheil. Als er die anderen Ausflügler gebeten habe, Abstand zu halten, sei er noch "angemault worden". Er fragt sich, warum dort keiner kontrolliert und auch der Verkauf müsse jemandem bekannt sein. Und das ist er auch.

Immer mehr Menschen zieht es nach draußen

Anja Reinhardt, Pressesprecherin beim Landratsamt Calw, kann auf Nachfrage bestätigen, dass am oberen Stück der Xanderklinge eine Getränkekiste auf Spendenbasis aufgestellt ist. "Die Getränkekiste wird von einem lokalen Betreiber angeboten und von der Stadt Calw geduldet", erklärt sie. Reinhardt vermutet, dass die Kiste just in dem Moment aufgefüllt wurde, als Linkenheil dort vorbeikam. "Hierbei hat sich dann gegebenenfalls die Situation ›Verkauf aus dem Auto‹ ergeben", erklärt Reinhardt.

Wäre der "Verkauf", wie von Linkenheil vermutet, nicht genehmigt gewesen, könnten dem Verkäufer neben einer Anzeige auch ein Bußgeld drohen, das erklärt Frank Weber vom Polizeipräsidium Pforzheim. Ein Getränkeverkauf aus dem Auto heraus sei aber nicht grundsätzlich verboten. "In diesem Fall wäre eine Reisegewerbekarte notwendig. Je nachdem, ob ein Ausschank stattfindet, wäre auch eine gaststättenrechtliche Erlaubnis erforderlich. Zudem wäre die Frage der Sondernutzung öffentlicher Verkehrsfläche noch zu prüfen, welche ebenso einer Genehmigung bedarf", erklärt Weber. So einfach wäre das also nicht gegangen. "Die Getränkekiste soll aber vorerst bestehen bleiben", resümiert Reinhardt.

Als Folge der corona-bedingten Situation zieht es immer mehr Menschen in ihrer Freizeit nach draußen. Dass aber auf dem "AugenBlick"-Rundweg, sprichwörtlich die Hölle los war, sei nicht nur Zufall gewesen. "Der Wanderweg wurde im Mai von einer Wander- und Fahrradapp besonders beworben, was zu einem zusätzlichen Besucherzustrom geführt hat", sagt Reinhardt. Nachdem das bekannt wurde, habe die Stadt Calw um den Zulauf etwas zu verringern, vor Kurzem die Eigenwerbung ausgesetzt. Stattdessen werden jetzt die "Frei.Gänge" beworben – wenig bekannte Wege, die laut Homepage der Stadt gerade in Corona-Zeiten stressfreie und sichere Ausflüge versprechen.

Stadt will Schilder aufstellen

Was das Nicht-Einhalten der Corona-Regelungen sowie die (bisher) fehlende Beschilderung betrifft, kann die Pressesprecherin Folgendes sagen: Besucher seien zwar angehalten, sich eigenverantwortlich an die bekannten und auf vielerlei Weise kommunizierten Abstands- und Hygieneregeln zu halten. Die Stadt Calw bringt aber "spätestens diese Woche", wie Oberbürgermeister Florian Kling meint, auch zusätzliche Hinweisschilder an den Parkplätzen und entlang der Wege an. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Bußgelder. "Die Höhe richtet sich dann nach der jeweiligen Art des Verstoßes", erklärt Weber vom Polizeipräsidium Pforzheim. Außerdem wolle die Polizei noch mal darauf hinweisen, Verstöße gegen die Corona-Verordnung zu melden.

Der Fall an der Xanderklinge wurde zwar nicht ­gemeldet, aber aufgrund der Mitteilung des Schwarzwälder ­Boten wolle die Polizei den Wanderweg nun im "Rahmen der Streife besonders im Auge behalten", schreibt Weber.

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