Mit jeweils dreiminütigen Kostproben ihrer aktuellen oder gerade in Arbeit befindlichen Produktionen eröffneten die Lindenhof-Mimen ihre Heimspiel-Saison im neu renovierten Theater. Foto: Stopper

Großer und kleiner Saal bewahren Lindenhof-Atmosphäre. Bequeme Bänke und ein Aufzug.

Burladingen-Melchingen - Der Innenhof zwischen Gasthaus und Theaterscheune ist jetzt ein Glaspalast, und hinten gibt es Anbauten – aber seinen spröden Scheunen-Charme bewahrt sich der Melchinger Lindenhof auch nach dem Umbau.

Man kann sich das Ganze auch beim nächsten Theaterbesuch anschauen – viele waren aber neugierig und kamen am Sonntag schon zum Tag der offenen Tür. Wer sich von Stiftungsvorstand Christian Burmeister-van Dülmen herumführen ließ, der begriff schnell: Grundsätzlich modern und neu sind vor allem die Räume hinter den Kulissen. Die Probebühne, die Garderobe, die Zufahrtsrampe, der Aufzug, der nun auch gehbehinderten Besuchern den Weg ins Theater öffnet.

Und völlig neu ist natürlich das Foyer. Wo früher der Innenhof zwischen Theaterscheune und Gasthaus war, findet sich jetzt hinter einer Glasfassade ein großzügiges Foyer, in dem moderne Stahl-Treppenkonstruktion und gewohnte Scheunen-Balken-Rustikalität gelungen ineinander gefügt sind.

Aber fast wie gewohnt ist dann der große Theatersaal. Die raue Bühne ohne Vorhang und mit freiem Blick auf Dachbodenbalken, Holzverkleidung und wild zusammengemauerte Wände blieb bestehen. Auch die Zuschauerränge sind eigentlich wie immer. Allerdings – und die älteren Zuschauer mit Rückenweh werden das zu schätzen wissen: Die bierbankartigen Sitzgelegenheiten wurden gegen eine Art verlängerte Parkbänke ausgetauscht, mit Filzkissen für weichen Sitz versehen. Fühlt sich auf Anhieb schon mal gemütlich an. Solle aber unbedingt jeder mal selber bei einem Theaterbesuch ausprobieren.

Genial: Der kleine Theatersaal über dem Gasthaus ist jetzt vom Foyer her zu betreten. Aber auch hier wurde wenig am gewohnten Erscheinungsbild geändert. Was sonst noch neu ist: Beheizbare Kulissen-Werkstatt, Schauspieler-Garderobe mit Glasfront zum Hof, ganz neue Zugänge zu den Theatersälen. Fühlt sich gut an, hat aber vor allem immer noch den unverkennbaren Lindenhof-Look. Respekt dem Team, das diesen Umbau gemeistert hat.

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