Noch nicht im Amt, aber bei der Siegesfeier im Kesselhaus beweist Burladingens neuer Bürgermeister Davide Licht mit dem Fassanstich schon die von den Vereinen im Wahlkampf geforderten "Festsau"-Qualitäten. Foto: Pfister

Feier und Freude bei Mehrheit der Fraktionen. AfD: "Wo Licht ist, ist auch Schatten."

Burladingen - Treffsicherheit beweist Burladingens frisch gewählter Bürgermeister nicht nur bei der Organisation eines Wahlkampfes. Auch bei der Siegesfeier im Kesselhaus traf Davide Licht gleich ins Schwarze.

Die ganz große Sause konnte es trotz des so überzeugenden Wahlergebnisses nicht geben. Corona-Regeln schoben einer großen Feier einen Riegel vor. Nur etwa 60 Personen ließen die Hygiene- und Abstandsbestimmungen im Kesselhaus zu. Wegbegleiter, Wahlhelfer, Gemeinde- und Ortschaftsräte, Vereinsvertreter und Musikanten waren der Einladung des neuen Schultes Davide Licht gefolgt. Wenn schon kein Oktoberfest, dann wenigstens ein Fassanstich. Und auch da zeigte sich der mit großer Mehrheit gewählte Bürgermeister treffsicher. Mit zwei Schlägen war das Fass angezapft. Bernhard Hurm, Intendant und Schauspieler des Theaters Lindenhof, ließ es sich nicht nehmen, seinen Teil zu der launigen Party beizutragen, und rezitierte aus seinem Programm.

Bei den Fraktionen des Burladinger Gemeinderates herrscht überwiegend große Freude über den Ausgang der Wahl. Die CDU-Frontfrau und Stadtverbandsvorsitzende Dörte Conradi spricht von einem "fulminanten" Wahlergebnis für Davide Licht, zu dem man dem neuen Bürgermeister nur gratulieren könne. "Trotz schwieriger Coronabedingungen hat Licht einen engagierten Wahlkampf gemacht und dieses Ergebnis eingefahren. Das ist von Seiten der Bürger auch ein Riesenvertrauensvorschuss", sagt die Ministerialrätin. Für Burladingen gelte es jetzt, nach vorne zu schauen. Die CDU freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsfachmann Licht.

Alexander Schülzle, Vorsitzender der Freien Wähler, machte am Wahlabend aus seiner Freude keinen Hehl. "Ein Super-Ergebnis. Unseren Glückwunsch", formulierte er knapp im Namen seiner Fraktion. "Wir freuen uns auf die gute Zusammenarbeit, die wir gerne weiterführen", setzte er hinzu und deutet damit an, dass Licht schon vor der Wahl intensiven Kontakt zu Gemeinderäten gesucht und sich mit ihnen ausgetauscht hat.

Kamila Novak, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Grüne im Gemeinderat, sagt: "Die Grünen-Fraktion freut sich sehr über den Wahlausgang. Davide Licht konnte mit seinem Engagement viele Menschen für sich gewinnen. Auch die Wahlbeteiligung ist sehr erfreulich. Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die von ihrem Wahlrecht gebraucht gemacht haben. Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit im Gemeinderat mit dem neuen Bürgermeister."

Joachim Steyer, Fraktionsvorsitzender der AfD, formuliert dagegen übte Kritik: "Wo Licht ist, ist auch Schatten." Steyer bemängelt, dass Licht vor der Wahl zwar zu anderen Fraktionen, nicht aber zur AfD Kontakt gesucht habe. "Für uns war das Wahlergebnis relativ absehbar. Licht hat einen guten Wahlkampf geführt, was ich bei den anderen vermisst habe. Aber, er hat die Neutralität nicht bewahrt", meint Steyer und beruft sich auf das Landtagswahlergebnis von 2016, als 21,3 Prozent der Bürger die AfD wählten. Somit stelle sich ihm die Frage, ob der frisch Gewählte der Bürgermeister aller Bürger sein wolle oder nur eines Teils der Bevölkerung.

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