Wie geht es nach dem Wahlsieg mit 51,23 Prozent für den Benzinger Ortsvorsteher Ewald Hoffmann weiter und welche Themen hat er zuerst im Fokus?
Selbst am Tag nach seiner Wahl zum Nachfolger der Schwenninger Bürgermeisterin Roswitha Becks ist Ewald Hoffmann die Freude und Aufregung ob des knappen Wahlsiegs deutlich anzumerken. „Ehrlich gesagt hatte ich mit einer Stichwahl gerechnet“, sagt er auf Nachfrage. Dennoch freut er sich über die gute Nachricht und arbeitet bereits auf eine saubere Übergabe hin – in Schwenningen wie in Winterlingen.
So wird er bis zur Kommunalwahl am 9. Juni Benzingens Ortsvorsteher bleiben und ab 1. Mai Bürgermeister in Schwenningen sein. „Wegen sechs Wochen sehe ich keinen Sinn darin, vorab einen neuen Ortsvorsteher wählen zu lassen“, sagt Hoffmann. Zumal er mit Dirk Sieber einen „sehr guten Stellvertreter“ habe und jene Zeit ohnehin eine ruhige mit wenigen Veranstaltungen sei.
Manche gute Idee nach Schwenningen nimmt Hoffmann aus Winterlingen mit
Theoretisch könne er auch weiter Gemeinderat in Winterlingen bleiben, so Hoffmann – findet die Idee aber nicht gut: „Wenn ich mich einer Sache verschreibe, dann mache ich das zu 100 Prozent.“ Deswegen will er seine Aktivitäten in Winterlingen und Benzingen weitestgehend zurückschrauben und auch das Gespräch mit seinem Arbeitgeber, der Bundeswehr, suchen.
Und doch wird er aus seiner Zeit in Winterlingen „viele gute Dinge und Ideen“ mit nach Schwenningen nehmen, sagt er. Zum Beispiel ein „Kennenlern-Wochenende“ mit den Gemeinderäten. „Dabei soll über verschiedene Themen gesprochen und einfach die Möglichkeit geboten werden, herauszufinden, wie der jeweils andere tickt“, sagt Hoffmann. Abgeschaut habe er sich die Idee von Winterlingens Bürgermeister Michael Maier, der laut Hoffmann ebenfalls ein solches Treffen organisiert hatte.
Die Ehrenamtlichen haben ihn motiviert
Das Gespräch will er auch mit Bürgermeisterin Roswitha Beck suchen und eruieren, welche Projekte sie bis zum Ende ihrer Amtszeit noch abschließen will. Ein paar Top-Themen hat Hoffmann dennoch bereits ins Auge gefasst, darunter das Feuerwehr-Gerätehaus, den Straßen- und Kanalbau und damit verbunden auch den enormen Wasserverlust sowie die Vereinsarbeit in Schwenningen. Denn es sei auch die „ausgesprochen gute Ehrenamtsarbeit“ in Schwenningen gewesen, die ihn zur Kandidatur motiviert habe.
Auf die Kommunalwahl ist Ewald Hoffmann gespannt – und will die Menschen dazu motivieren, sich für den Gemeinderat aufstellen zu lassen. „Die Arbeit im Gremium ist eine persönliche Bereicherung für Menschen jedes Alters und fördert den Zusammenhalt“, so Hoffmann. Zudem sei es eine gute Möglichkeit, sich in der jeweiligen Heimatgemeinde einzubringen.
Was seinen künftigen Gemeinderat angeht, sagt er: „Ich wünsche mir einen guten Gemeinderat, mit dem ich auf Augenhöhe arbeiten kann und der möglichst alle Altersgruppen vertritt.“