Die Schwenninger haben ihre Wahl getroffen – und Hans Ewald Hoffmann aus Winterlingen-Benzingen zu ihrem neuen Bürgermeister auserkoren. Über das Ergebnis freuen sich Amtsinhaberin Roswitha Beck (links) und Hoffmanns Frau Petra. Foto: Dunja Kuster

Die Bürgermeisterwahl in Schwenningen fand am Wahlabend ein spannendes Ende – das voraussichtlich keine Stichwahl nach sich ziehen wird: Mit 51,36 Prozent wählte die Heuberggemeinde Hans Ewald Hoffmann zu ihrem neuen Bürgermeister.

Vier Kandidaten waren zur Bürgermeisterwahl in Schwenningen angetreten – und zwischen diesen vieren galt es für die Schwenninger, sich zu entscheiden: Wer soll der Nachfolger von Amtsinhaberin Roswitha Beck werden? Und entschieden haben sie sich bereits im ersten Wahldurchgang: der Winterlinger Hans Ewald Hoffmann erhielt 51,36 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen – und errang damit die nötige absolute Mehrheit.

 

Mit einer Wahlbeteiligung von 70,26 Prozent ins Bürgermeisteramt gewählt

Das vorläufige Ergebnis der Stimmenauszählung verkündete Roswitha Beck, Amtsinhaberin und Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses gegen 19.15 Uhr: Von 1372 wahlberechtigten Schwenningern hatten 964 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht – was einer Wahlbeteiligung von beachtlichen 70,26 Prozent entspricht. Davon gingen 706 Bürger an die Urne, 258 nutzten die Briefwahl.

Für die absolute Mehrheit von über 50 Prozent wären laut Beck mindestens 479 der abgegebenen gültigen Stimmen nötig gewesen – Ewald Hoffmann erhielt 492 Stimmen. Auf Platz Zwei landete Thomas Blažko mit 24,11 Prozent, gefolgt von Florian Lessner mit 22,96 Prozent und Rainer Engelbert Wursthorn mit 1,25 Prozent. Roswitha Beck und Stefanie Bürkle, Landrätin des Kreises Sigmaringen, gratulierten Hoffmann zum Wahlsieg – und dankten den Schwenningern für die derart rege Wahlbeteiligung – die auch die Besucher mit ordentlich Applaus bedachten. „Aber wir sind das ja gewöhnt“, meinte Beck mit einem Augenzwinkern.

Die aktuellen Probleme hat der neue Schwenninger Schultes bereits im Blick

Für Bürkle hingegen sei das kein alltägliches Phänomen – und das nicht nur, weil Bürgermeisterwahlen einmal alle acht Jahr stattfinden würden. „Mit über 70 Prozent haben Sie ihren Bürgermeister in das Amt getragen. Das verdient Respekt und Anerkennung“, sagt sie – und freue sich bereits auf eine gute Zusammenarbeit mit Hoffmann.

Dieser könne sich den lobenden Worten von Roswitha Beck und Stefanie Bürkle nur anschließen. „Wobei ich auch dazu sagen muss, dass ich schon sehr viel dafür getan habe“, räumt Hoffmann ein. Er sei bei allen Veranstaltungen gewesen, habe Bürgerdialoge organisiert und sich mit den Bürgern getroffen. „Ich habe die Menschen kennengelernt, sie mich und ich habe so gut es geht die bestehenden Probleme erfasst“, fasst er die vergangenen Wahlkampftage zusammen. „Und das hat die Leute sehr gefreut.“

Ihre Niederlage haben Thomas Blažko und Florian Lessner sehr sportlich genommen. Mit einem Schulterklopfen, einem zünftigen Händedruck und einem lautstarken „Ewald!“ gratulierten beide Hoffmann zu dessen Wahlsieg. Der Musikverein Schwenningen spielte indes ein zünftiges Ständchen ihrem neuen Schultes zu Ehren.

Wer zu spät kommt, bleibt auf dem Wahlzettel stehen

Was die zurückgezogene Kandidatur Rainer Wursthorns angehe, so habe dieser bereits am Mittwoch Roswitha Beck telefonisch unterrichtet, dass er etwas einreichen werde – am Freitagmittag erhielt sie ein Fax mit der Mitteilung. Damit sei er aber in beiden Fällen zu spät dran gewesen, kommentierte Beck trocken. Dafür hätte er laut Kommunalwahlgesetz in Baden-Württemberg bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist Zeit gehabt – also bis zum 8. Januar, 18 Uhr. Dennoch habe Beck den Sachverhalt mit dem Landratsamt in Balingen abgeklärt – und sein Name verblieb auf dem Wahlzettel.