Nach der Entgleisung durch Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger hat ein Gespräch mit Landrat Günther-Martin Pauli stattgefunden. Fest steht auch, ob der Vorfall als Dienstvergehen gewertet wird.
Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger soll am 11. November im Nachgang der Jahreshauptversammlung der Historischen Bürgergarde verbal entgleist und gegenüber Helfern, die den Bürgermeister nach Hause begleiteten, sogar handgreiflich geworden sein.
Über Tage wurde spekuliert, warum es zu diesem Verhalten gekommen ist. Als möglicher Grund war zu viel Alkohol im Gespräch, Sprenger selbst vermutete zunächst , dass ihm K.-o.-Tropfen verabreicht worden sind. Im Nachgang, so erklärte er gegenüber Mitgliedern der Bürgergarde, habe er sich von einem Arzt untersuchen lassen, um der Ursache für seinen Ausraster auf den Grund zu gehen.
Erklärung des Bürgermeisters für Landrat schlüssig
Am Dienstag hat Sprenger sich erneut zu dem Vorfall geäußert und das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung mitgeteilt: „Die Geschehnisse rund um die Generalversammlung der Bürgergarde Schömberg haben in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen“, schreibt Sprenger in einer Mitteilung und erklärt: „Mittlerweile ist davon auszugehen, dass eine diabetische Entgleisung Auslöser für mein Verhalten war.“ Sprenger bekannte, dass er seit drei Jahren Diabetiker sei und dies bei extrem hohen Zuckerwerten zu Bewusstseinsstörungen führen könne.
Landrat Günther-Martin Pauli und Sprenger haben sich zu dem Vorfall indes in „konstruktiver, offener und ehrlicher Atmosphäre“ ausgetauscht, wie es von Seiten des Landratsamts heißt. Die Erklärung des Bürgermeisters zum Vorfall sei für den Landrat schlüssig. Demnach liege nach Einschätzung des Kommunalamts kein Dienstvergehen vor. Landrat Pauli sieht bei Sprenger keine „Wiederholungsgefahr“.
Zum Verdacht, übermäßiger Alkoholkonsum könnte der Auslöser gewesen sein, erklärte Sprenger derweil: „Die genossene Alkoholmenge dürfte nach ärztlicher Meinung nicht Auslöser meiner Reaktion gewesen sein, sondern die erstmals aufgetretene diabetische Entgleisung.“ Sprenger hatte, als der Vorfall in Schömberg bekannt wurde, selbst den Verdacht geäußert, dass man ihm K.-o.-Tropfen ins Getränk gemischt habe. Für diesen Vorwurf entschuldigte sich Sprenger nun: „Insofern treffen die von mir geäußerten Verdächtigungen gegenüber der Bürgergarde nicht zu, und ich kann mich daher nur entschuldigen. Es tut mir sehr leid. Soweit mein aggressives Verhalten wohl zurecht beklagt wurde, ist dieses im Zuge dieser diabetischen Entgleisung zu sehen.“
Sprenger entschuldigt sich für K.-o.-Tropfen-Vorwurf
Sprenger betonte erneut, dass er sich an den gesamten Vorgang nicht erinnern könne. Mit den Worten „Ich hoffe sehr, mit der Bürgergarde Schömberg wieder ein gutes Miteinander pflegen zu können“, schloss der 56-Jährige seine Erklärung.
Entschuldigung kommt bei der Bürgergarde an
Mitglieder der Bürgergarde hatten vor allem Sprengers Vermutung, dass K.-o.-Tropfen im Spiel waren, erzürnt und als indirekte Anschuldigung gegenüber der an diesem Abend anwesenden Mitglieder gesehen. Eine Entschuldigung Sprengers für dessen Verhalten an diesem Abend wurde von dem Verein nicht angenommen. Daher blieb die Bürgergarde auch bei den Feierlichkeiten zum Volkstrauertag eine Woche später fern und legte erst im Nachgang einen Kranz nieder.
Zwischenzeitlich habe Sprenger erneut das Gespräch mit den Mitgliedern der Bürgergarde gesucht und sie über die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchung und seine Diabeteserkrankung in Kenntnis gesetzt, verbunden mit einer erneuten Entschuldigung – diese wurde von den Mitgliedern schließlich als solche anerkannt.
„Die Sache ist für uns jetzt erledigt“, erklärt ein Vertreter der Historischen Bürgergarde im Gespräch mit unserer Redaktion dazu.