Die Deutsche Glasfaser verteilt Schilder an alle Horber, die schon einen Vorvertrag abgeschlossen haben. Foto: Michael Laschinger

Die Deutsche Glasfaser hat erst 24 Prozent abgeschlossene Vorverträge. 33 Prozent sind das Ziel. Die Frist wurde noch einmal um sechs Tage verlängert. Liegt es an der Kernstadt, das bald acht Orte in die Röhre schauen?

Das ist doch nicht zu glauben. Viele Ortschaften hoffen auf das schnelle Glasfaser-Internet. Doch die Verlegung könnte in Altheim, Bildechingen, Dettensee, Dettingen, Grünmettstetten, Ihlingen, Nordstetten und Rexingen scheitern. Ist Horb-Kernstadt Schuld?

 

Fakt ist: Die Deutsche Glasfaser versucht seit Monaten, genügend Kunden für einen Glasfaseranschluss zu werben. Die müssen einen Vorvertrag abschließen – die Verlegung bis ans Haus ist kostenlos.

Deutsche Glasfaser nimmt Stellung

Doch bisher scheint das zum Flop zu werden. Mit Stand vom 1. März hat die Deutsche Glasfaser erst 24 Prozent zusammen. Bis zum 10. März hatte die Firma versprochen: Wenn wir 33 Prozent zusammen haben, bauen wir das Glasfaser aus.

Die Meldung der Deutschen Glasfaser im Internet: Erst 24 Prozent aller Haushalte haben einen Vorvertrag abgeschlossen. Die Frist wurde jetzt noch einmal verlängert. Foto: Deutsche Glasfaser.de

Was ist da los? Diana Stieb, Sprecherin der Deutschen Glasfaser: „Wir haben die Nachfragebündelung für das Projekt Horb bis zum 16. März verlängert. Gerade zum Endspurt bei einer Verlängerung entscheiden nach unserer Erfahrung doch noch einige Bürgerinnen und Bürger für einen Glasfaseranschluss.“

Hört sich nicht gerade optimistisch an. Michael Laschinger (CDU), ehemaliger Ortsvorsteher von Bildechingen: „Wir in Bildechingen haben mehr als die 33 Prozent an Vorverträgen erreicht. Es gibt auch andere Ortschaften, in denen die Zahl der abgeschlossenen Vorverträge deutlich über den 33 Prozent liegen soll. All die, die Glasfaser haben wollen, hoffen natürlich, dass sich noch möglichst viele Horber finden, die einen Vorvertrag unterschreiben. Ansonsten hoffen wir, dass die Deutsche Glasfaser so viele Verträge in den meisten Ortschaften hat, dass sich der Ausbau trotzdem lohnt.“

Die andere Hälfte der Horber Ortschaften bekommt Glasfaser

Fakt ist: Die Firma Brain4kom hat das gleiche Verfahren in Talheim, Mühlen, Dettlingen, Dießen, Betra, Isenburg und Mühringen durchgeführt. Hier meldete Vorstand Alexander Siebnich schon zum 31. Januar: „Wir haben über 50 Prozent Anschlussquote.“ Und das, obwohl Brain4kom sogar 500 Euro Anschlusskosten verlangt.

Siebnich: „Wir haben im Rahmen der Vorvermarktungsaktion 500 Euro für einen Hausanschluss verlangt und haben damit keine Probleme gehabt. Im Gegenteil: Unsere Argumentation ist, dass wir auf verlässliche und regionale Unternehmen beim Ausbau setzen, die dann keine Dumping-Preise anbieten. Das wiederum sorgt für eine hohe Qualität während der Baumaßnahmen, sodass die Anwohnerinnen und Anwohner dadurch möglichst wenig beeinträchtigt werden.“

Keine Anschlussgebühr – trotzdem noch nicht am Ziel

Die Deutsche Glasfaser dagegen verlangt keine Anschlussgebühr. Warum finden sich trotzdem offenbar zu wenig Kunden?

Das soll – nach bisher unbestätigten Informationen dieser Redaktion – vor allem am fehlenden Anschlusswillen in Horb-Kernstadt und Hohenberg liegen. Hier soll es lediglich etwas über zehn Prozent unterschriebenen Vorverträge geben, heißt es aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen.

Glasfaser-Sprecherin Sieb: „Die angeblichen „33 Prozent“ in Bildechingen sind keine Zahl die wir herausgegeben haben.“ Offenbar reichen auch nicht mehr Prozente in Ortsteilen wie Bildechingen, damit die Deutsche Glasfaser den Ausbau wenigstens in Teilgebieten startet.

Es wird wohl keine „Glasfaser-Gnade“ in Horb geben

Sprecherin Sieb: „Wir betrachten das Projekt in der Auswertung als Ganzes. Die 33 Prozent, die als Ziel angesetzt sind, beziehen sich also auf das Gesamtprojekt mit Ortsteilen. Sie sind erreicht, wenn der Gesamtdurchschnitt 33 Prozent beträgt. Es wird nicht noch einmal in einzelne Orte unterschieden, auch nicht beim eventuellen Ausbau.“

Wer das Schild „Deutsche Glasfaser – wir sind dabei“ vor seinem Haus hat, muss also weiter zittern. Michael Laschinger: „Man kann nur an die Horber appellieren: Unterschreibt den Vorvertrag.“