Bürgermeister Hubert Schiele, Mariabergs Vorstand Rüdiger Böhm, der Geschäftsführer des Mariaberger Geschäftsfeldes Wohnen plus Walter Märkle und Verbundsleiterin Christine Maier haben gemeinsam mit einigen Bewohnern die neue Wohneinrichtung in Bitz unter die Lupe genommen.Fotos: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Die ersten Bewohner sind in die neue Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung in der Eugenstraße eingezogen

Rund die Hälfte der Bewohner sind in den vergangenen Tagen eingezogen, der Rest folgt bis zum Herbst peu à peu: In das neue Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung des Vereins Mariaberg in der Bitzer Eugenstraße ist Leben gekommen.

Bitz. Die offizielle Eröffnungsfeier der drei neu errichteten Wohnhäuser für Menschen mit Behinderung ist coronabedingt für den Herbst geplant, doch haben Mariabergs Vorstand Rüdiger Böhm, der Bitzer Bürgermeister Hubert Schiele und Walter Märkle, Geschäftsführer des Mariaberger Geschäftsfeldes Wohnen plus, die drei Gebäude im Herzen der Albgemeinde in Augenschein genommen.

Auf Grundlage der Bedarfsplanung des Landkreises Zollernalb hat Mariaberg in der Eugenstraße in Bitz drei Wohnhäuser für Menschen mit Behinderung mit unterschiedlichem Assistenzbedarf erbaut. Es entstanden vier Wohnungen für jeweils vier Personen, drei Wohnungen für jeweils zwei Bewohner und zwei Einzelwohnungen. Alle Bewohner gehen einer Tagesstruktur nach und arbeiten beispielsweise in den Behindertenwerkstätten Mariaberg; ein Fahrdienst wird sie morgens zur Arbeit bringen. Jede Wohnung verfügt über eine Küche und einen Wohn-Essbereich. Maximal zwei Personen teilen sich ein Bad.

Die Häuser sind barrierefrei über Laubengänge und einen Aufzug zugänglich und miteinander verbunden. Die Wohnungen sind hell und wohnlich gestaltet, wenn auch noch recht leer – schließlich steckt man noch mitten in der Umzugsphase. Neue Möbel sind auch bestellt, doch bis diese geliefert werden, tun es auch noch die aus der Mariaberger Wohnung.

Viele der Bitzer Bewohner haben zuvor am Standort Mariaberg gewohnt; der Umzug nach Bitz war freiwillig. Mit den neuen Häusern wird ein altes Wohnheim in Mariaberg geschlossen, da es nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Kurzzeitig wird es noch als Interimslösung während der Sanierungen bewohnt sein.

Mit dem Plan, in Bitz eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung zu bauen, rannte Mariaberg bei der Gemeindeverwaltung offene Türen ein. Denn mit dem modernen Bau konnte eine innerörtliche Baulücke geschlossen werden.

"Das Wohnprojekt ist eine Bereicherung für das ganze Quartier und die ganze Gemeinde", sagte Bürgermeister Hubert Schiele. Nun gilt es, die Bewohner gut in die Gemeinde zu integrieren. "Das Projekt soll mit der Gemeinde zusammen mit Leben gefüllt werden", so der Rathauschef weiter.

Mariabergs Vorstand Rüdiger Böhm machte auf den Entwicklungsverlauf eines Projektes, wie es in Bitz realisiert wurde, aufmerksam. "Es ist trotz unserer großen Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen nicht immer einfach, die vielen gesetzlichen und behördlichen Vorgaben übereinander zu legen und vollständig und richtig zu berücksichtigen. Einige Stichworte seien genannt: Landesheimbauverordnung, Wohn-Teilhabe- und Pflegegesetz, Wohn-Betreuungsvertragsgesetz, Landespersonalverordnung, Brandschutzkonzeption und die unterschiedlichen Sozialgesetzbücher – alles soll und muss aufeinander abgestimmt sein". Am 20. September 2019 wurde mit dem Bau begonnen; die Maßnahme lag trotz kleinerer coronabedinger Verzögerungen im Zeitplan.

Walter Märkle, Geschäftsführer des Mariaberger Geschäftsfeldes Wohnen plus, meinte dazu: "Es ist für alle ein großes Ereignis, den Lebensmittelpunkt hierher, mitten in die Gemeinde zu verlegen. Nun müssen behutsam Kontakte zur Nachbarschaft aufgebaut, Wege im Ort erkundet und die Möglichkeiten, die Bitz für Menschen mit Behinderung bietet, ausgelotet werden."

Die Bewohnerschaft ist bunt gemischt: Manche leben seit Jahrzehnten in Einrichtungen von Mariaberg, andere stoßen im Herbst frisch hinzu. Die Betreuungsleistung variiert je nach Person: Manche brauchen rund um die Uhr Betreuung, andere Assistenz bei bestimmten Tätigkeiten. Rund 20 Mitarbeiter, von der Reinigungskraft bis zum Heilerziehungspfleger, sind in der neuen Einrichtung beschäftigt.

Das Bauvorhaben hatte ein Volumen von rund 3,6 Millionen Euro. Das Projekt wurde mit rund 1,320 Millionen Euro durch das Ministerium für Soziales und Integration und durch den Kommunalverband für Jugend und Soziales unterstützt. Der Rest wurde aus Eigenmitteln Mariabergs finanziert.

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