Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Bitz Der Energiefresser wird gezügelt

Von
Diplom-Ingenieur Klaus Weingärtner (links) und Bürgermeister Hubert Schiele erklärten die geplanten Maßnahmen.Fotos: Eyrich Foto: Schwarzwälder Bote

Klimaschutzmanager Roland Huber treibt die Entwicklungen in Bitz voran. Jüngster Plan ist die Optimierung der Heizzentrale im Bildungszentrum, mit der sich der Gemeinderat in kontroverser Diskussion beschäftigt hat.

Bitz. Was den Energieverbrauch angeht, so kann kein Gebäude in Bitz dem Bildungszentrum das Wasser reichen. Somit liegt dort auch das größte Einsparpotenzial, und Zuschüsse gibt’s obendrein: Der Projektträger Jülisch biete innerhalb des Förderprogramms Kommunalrichtlinie die Bezuschussung als "ausgewählte Maßnahme" an, heißt es in der Sitzungsvorlage. Gefördert werde eine Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept mit Vorbildcharakter, die einen substanziellen Beitrag zum Klimaschutz leiste.

Allerdings gibt es Bedingungen: Die Maßnahme muss die Emissionen von Treibhausgasen mindestens um 50 Prozent reduzieren, und ein Klimaschutzmanagement muss bewilligt sein – in Bitz hat Roland Huber diesen Posten seit dem vergangenen Herbst inne. 50 Prozent der Investitionskosten – maximal 200 000 Euro – umfasst der Zuschuss dann, und zudem sparte die Gemeinde jährlich 9000 Euro für Strom und Gas – Preissteigerungen noch nicht eingerechnet.

Weil CO2-Emissionen ab 2021 Geld kosten – zunächst 25 Euro pro Tonne, dann jährlich mehr bis hin zu 55 Euro im Jahr 2025 – liegt das finanzielle Einsparpotenzial entsprechend höher. Vom Umwelteffekt ganz zu schweigen: 128 290 Kilogramm CO2-Ausstoß pro Jahr ließe sich durch Optimierung der Heizanlage einsparen, hat das Ingenieurbüro "E3xpert" ausgerechnet.

Inzwischen ist das Büro Weingärtner aus Balingen tätig geworden und hat eine Vorplanung gemacht sowie die Kosten ermittelt: 457 200 Euro an Investitionen wären nötig, weitere 85 000 Euro für Ingenieurleistungen. Außerdem stellte Klaus Weingärtner die Maßnahmenbündel vor, die er als optimal berechnet hat. Dazu gehören die Optimierung der Hydraulik des Bestandsanlage, die Absenkung der Systemtemperaturen, die Erneuerung der Regelungstechnik, das Überwachen des Energieverbrauchs, die Installation einer 50 Quadratmeter großen Solarthermie-Anlage und eines Gas-Brennwertgerätes als Spitzenlastkessel sowie die Installation einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung und Rest-Ausspeisung. Die ehemalige Hausmeisterwerkstatt soll zum Heiz- und Lagerraum umgebaut werden. In einem weiteren Raum sollen die Utensilien für das Lehrschwimmbecken unterkommen.

Noch ein Plus: Der Technikraum bekommt eine eigene Zugangstür – bisher war er nur über die Damentoilette erreichbar, durch welche sich die Gemeinderäte – mit Abstand – begeben mussten, um sich die Heizanlage und die Technik dort anzuschauen.

Einen Zuschussantrag hat die Gemeinde bereits beim Projektträger Jülisch gestellt, und wenn alles klappt, kann es noch dieses Jahr losgehen mit dem Umbau.

Laut Klimaschutzmanager Roland Huber soll die Kapazität des Hackschnitzelkessels erhöht und dadurch der Gasverbrauch zurückgefahren werden. Reiner Plankenhorn bezweifelte in der Diskussion, ob die Zahlen in der Vorlage alle korrekt seien, und wollte mehr Informationen, vor allem zu den Kosten – Bürgermeister Hubert Schiele will sie nachliefern. Lars Papke fragte besorgt, wie lange die Hackschnitzelanlage noch durchhalten werde, zumal sie nun mehr gefordert werden soll, und erfuhr, dass Huber ihr noch sechs bis acht Jahre gibt und ein Austausch aktuell nicht nötig sei. Sin-Moo Choi hatte fix ausgerechnet, dass die geplanten Maßnahmen sich erst in 20 Jahren amortisieren würden, und fragte nach einer Lösung, die sich schneller bezahlt mache. Weingärtner wies ihn allerdings darauf hin, dass die Solaranlage, die alleine mit 50 000 bis 60 000 Euro zu Buche schlage, notwendig sei, um den Zuschuss zu generieren, während Wolfgang Ziemen betonte, die Maßnahmen seien ja auch Basis für die notwendigen Investitionen im Zusammenhang mit dem Lehrschwimmbecken. Dadurch relativiere sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Bei einer Enthaltung beschlossen die Räte schließlich, dass Klaus Weingärtner die Ausschreibung für die Optimierungsarbeiten an der Heizzentrale im Bildungszentrum ausschreiben soll, und stimmte auch den Mehrausgaben zur, die über Einsparungen bei anderen Projekten finanziert werden sollen. Denn bisher sind im Haushalt nur 400 000 Euro eingeplant. 542 000 Euro wird die Maßnahme die Gemeinde jedoch kosten. Hinzu kommen 200 000 Euro Zuschuss.

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.