Über 40 Personen besuchten am Sonntagnachmittag das erste Café der Kulturen in der Gemeindehaus Sankt Nikolaus in Göttelfingen. Einheimische konnten sich mit den neuen Geflüchteten aus Göttelfingen und Weitingen austauschen.
„Ich bin bisher gar nicht hingegangen, aber schon zig mal dran vorbei“, erklärte eine Göttelfingerin, dass der Container gut sichtbar sei. Sie habe nur gedacht, man müsse einen Termin vereinbaren oder jemanden kennen. Am Sonntag zeigte ihr die tunesische Familie, dass sie sich über einen Besuch freuen würde.
Die drei türkisch-persischen Männer erklärten, dass sie Tiere mögen und so vereinbarte die NABU-Gruppe Eutingen gleich für den Abend einen Besuch beim Ziegenstall. Das Orga-Team rund um Rosi Wolfersperger und Winfried Seele und weitere Helfende vom Unterstützungskreises für Geflüchtete freuten sich über den regen Austausch.
Menschen kommen über Sprachgrenzen zusammen
Winfried Seele, Organisator des Betreuungskreises für Asylbewerber, hatte auf Deutsch das Café eröffnet: „Es soll heute ein Kennenlernen werden, viele verschiedene Nationalitäten sind nun hier beisammen, und zwar Personen aus Palästina, Tunesien, Irak, Türkei, Inguschetien, Tschetschenien, Iran und aus Deutschland. Freuen wir uns alle auf den heutigen Nachmittag, bei guten Gesprächen und ein Näherkommen der verschiedenen Nationen.“
Der langjährige stellvertretende Bürgermeister von Eutingen erklärte, dass es im Betreuungskreis verschiedene Arbeitskreise zu unterschiedlichen Themen gebe. So beispielsweise das Team Deutschunterricht, Hilfe bei Arbeitsvermittlung, Hilfe bei Anliegen des täglichen Lebens und bei medizinischen Fragen. Sein Dank sprach er allen Helfenden aus.
Vera Naumann übersetzte die Rede auf Englisch und Mazen Aledilbi auf Arabisch. Die türkische Übersetzung wurde den Geflüchteten aus der Türkei schriftlich ausgelegt und die russische den fünf Gästen persönlich überbracht. Ein Ehrenamtlicher war mit seiner Familie extra aus Backnang nach Göttelfingen gekommen, um auf Persisch zu übersetzen. Das half den Anwesenden auch sehr, denn der mobile Empfang brach immer wieder ab und damit konnten die Online-Übersetzer nur schwer genutzt werden.
Verständigung durch gemeinsame Interessen
Eine Person erklärte, dass sie gerne Tischtennis spiele und so lud ein Tennismitglied vom FCG diese gleich zum Spiel ein. Eine Person spielt Gitarre und Keyboard und so wurden die Musikvereine angefragt. Eine weitere Person interessierte sich für medizinische Fragen, weshalb die vier Ehrenamtlichen des DRK OV Eutingen die medizinische Ausrüstung des Mannschaftstransportwagens erklärten.
So mancher Bürger fragte nach, was er tun könne. Fahrdienste wurden geplant und Besuche im Container vorgesehen. Auch die älteren Bürger wollten sich einbringen und waren sich etwas unsicher. Doch die Helfenden erklärten, dass jedes Netzwerk den Geflüchteten helfe und Vorurteile abgebaut werden können.
Die Kinder spielten gemeinsam auf dem Vorplatz mit Seilen, Tischtennis-Schlägern und mehr. Dank spricht der Unterstützungskreis allen Helfenden aus, der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Nikolaus für die Räumlichkeiten sowie dem Weltladen-Team Eutingen und Getränke Creuzberger für die Spende.