Die Horber Tafel erwartet einen deutlichen Anstieg an Kunden. Foto: Kupferschmidt

Viele Flüchtende aus der Ukraine treffen in Deutschland ein. Um diese zu unterstützen, werden nicht nur viele Unterkünfte gestellt, sondern auch Vorbereitungen getroffen, die den Menschen den Alltag erleichtern sollen. Wir haben mit den Tafelläden in Horb und Rottenburg gesprochen und nachgefragt, wie die aktuelle Lage ist.

Horb/Rottenburg - Der Krieg in der Ukraine raubt vielen Menschen Heimat und Stabilität – was einst selbstverständlich war, ist nun ein ständiger Kampf. Ein Kampf um Sicherheit und das täglich Brot, den viele nicht für möglich gehalten hätten.

 

Anstieg der Tafelkunden

Michael Vogelmann, Fachleiter für soziale Hilfen bei der Caritas Schwarzwald-Gäu, geht derzeit von einem deutlichen Anstieg der Tafelkunden aus. Wie stark es sich am Ende auswirke, hänge von den anstehenden politischen Entscheidungen ab und wie viele ukrainische Flüchtende nach Horb kommen werden. Derzeit sollen keine weiteren Maßnahmen getroffen werden, da die vorhandenen Öffnungszeiten des Ladens auch bei höherem Kundenaufkommen noch ausreichend sein sollten. Auch das Tafelangebot soll laut Vogelmann beibehalten werden: "Es steht allen Hilfebedürftigen in gleichem Maße zur Verfügung." Alle, die in einer Armutssituation seien, erhalten laut ihm gleichen Zugang – egal aus welchem Land sie geflüchtet oder was die Umstände seien.

Kostensteigerungen ein Problem

Doch auch die Tafelläden bleiben nicht von den sich derzeit überall abzeichnenden steigenden Kosten verschont: Energie- und Benzinpreise schlagen sich auch bei ihnen nieder. Momentan aber sollen die Preise im Horber Tafelladen, laut Vogelmann, nicht angehoben werden. Sie seien aktuell mit den finanziellen Spenden zu decken, sodass die erhöhten Kosten nicht an die Kunden weitergegeben werden müssten. "Wir sind immer dankbar für finanzielle Spenden, die wir für unsere Tafelarbeit bekommen. Sie ermöglichen uns das", sagt Michael Vogelmann unserer Redaktion.

50 zusätzliche Haushalte in Rottenburg

Ein weiterer Tafelladen berichtet: Gerold Ruggaber ist zuständig für die Organisation der Tafel in Rottenburg. "Wir haben einen Kundenanstieg von 25 Prozent innerhalb der vergangenen drei Wochen." Insgesamt seien rund 540 Haushalte bei der Tafel registriert. Es seien etwas mehr als 50 Haushalte hinzugekommen, die ukrainischen Flüchtenden zugeordnet werden können. Ruggaber ist überzeugt davon, dass diese Zahlen noch höher ausfallen werden. "Um diesem Anstieg zu bewältigen, wurden die Öffnungszeiten des Tafelladens nun erweitert", gibt er zu Protokoll.

Mehl und Reis sind rar

Die Nahrungsmittel jedoch werden knapp. Besonders schwierig sei es derzeit mit Produkten, die ein langes Mindesthaltbarkeitsdatum haben. Mehl und Reis seien rar. "Wir versuchen Spenden zu akquirieren, um Lebensmittel nachzukaufen." Es sei zu wenig, um überhaupt den Grundbedarf sicherzustellen, meint Ruggaber.

Auch in diesem Tafelladen sollen die Preise derzeit noch nicht angehoben werden. Dafür laufe ein Spendenaufruf – die benötigten Informationen finde man auf der Internetseite der Rottenburger Tafel.