Viel Koordination und Flexibilität bedarf die derzeitige Sanierung von Tiefgarage und Marktplatz, wie Stadtbaumeister Alexander Tröndle bei einer Begehung erklärte. Trotzdem liegen die Arbeiten im Zeitplan.
Ein ungewöhnliches Bild bietet derzeit der Marktplatz, auf dem der Boden bis zum Rohbeton abgetragen wurde. Hier zeigte sich laut Stadtbaumeister Alexander Tröndle mit einer Abdichtungsschicht eine Überraschung, die durch die Probebohrungen nicht zu erkennen gewesen war, die aber entfernt werden musste, da ein „kraftschlüssiger Verbund“ von Marktplatzboden und Tiefgaragendecke nötig ist.
Eine weitere Änderung ergab sich bei der Rampe vom Rathaus zum Marktplatz. Darunter war ein zuvor nicht bekannter Hohlraum abzudichten. Positiv verlief dafür die Potenzialfeldanalyse des Betons im Marktplatzboden. Da der Stahl nicht korrodiert war, entfielen Erneuerungen.
Dampf wie in den Tropen
Schwierig waren laut Tröndle auch Grundstücksverhandlungen, da oftmals bis an Häuser heran saniert wird, Säulen an Balkons aber nicht im Besitz der Stadt und somit von den Privatbesitzern zu sanieren sind. Zudem galt es, die Zuwegung zu Geschäften aufrechtzuerhalten.
In der Tiefgarage herrscht Dampf wie in den Tropen
Eine weitere Schwierigkeit ist die Koordination mehrerer Unternehmen, deren Gewerke aufeinander aufbauen. So war beispielsweise während Arbeiten in der Tiefgarage und darüber die Statik im Auge zu behalten. Umso mehr, als im Untergrund die von Salz korrodierten Säulen zu sanieren waren.
Um deren Tragfähigkeit zu erhalten, wurde an jeder jeweils nur an einer Seite der Beton mittels Wasserstrahl bis zu einer Höhe von etwa 30 Zentimetern abgefräst und gleich wieder durch neues Material ersetzt, bevor die nächste Seite an der Reihe war. Der dafür nötige Wasserdruck sorgte laut Tröndle in der Garage für nebliges, heißes und stickiges Klima und „Dampf wie in den Tropen“.
Marktplatz ändert sein Gesicht
Neben Verbesserungen der Statik der Tiefgarage bringt die Sanierung ein neues Erscheinungsbild des Marktplatzes. So werden etwa die Lüftungsschächte vor dem ehemaligen Postgebäude mit Sitzdecks überbaut, ein barrierefreier Zugang von der Bahnhofstraße her ist geplant und die Treppe von der Gewerbehallestraße zum Postgebäude sowie der dortige Durchgang werden entfallen. Letztgenanntes bietet die Möglichkeit, drei Spuren auf der Straße einzurichten, was der Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage zugutekommt.
Die Verbindung von Post- und Marktplatztiefgarage wird aber, entgegen ursprünglicher Pläne, nicht für Autos, sondern nur für Fußgänger möglich sein. Die laut Tröndle an sich gute Idee scheiterte am Höhenversatz und einer Steigung von 16 Prozent.
Großes Lob für die Firmen
All die Planänderungen führen laut Tröndle zu ständigen Verschiebungen innerhalb des Zeitplans, die sich aber nicht auf die Dauer der Maßnahme auswirken. Tatsächlich liege man gut in der Zeit.
Die Arbeiten gehen gut voran, bestätigt Marius Sporia, Polier des Unternehmens Peter Grossbau. Ein Vorhaben dieser Art komme eher selten vor, weil nur wenige Städte über eine Tiefgarage in der Innenstadt verfügen. Umso mehr könne man den beteiligten Unternehmen nur ein großes Lob aussprechen, so Tröndle.