Noch wird an der Zufahrt zur Tiefgarage gebaut. Ab 21. Juni soll das Parkhaus aber wieder offen sein. Foto: Timo Beyer

Seit Anfang März ist die Tiefgarage am Marktplatz gesperrt. Grund sind Bauarbeiten an der Zufahrt. Mittlerweile hätten diese aber eigentlich abgeschlossen sein müssen. Doch die Sperrung dauert an. Wir haben nachgefragt, was dahinter steckt.

Wer derzeit in Freudenstadt einen Parkplatz braucht, muss unter Umständen etwas länger suchen. Denn seit 8. März ist die zentral am Marktplatz gelegene Tiefgarage geschlossen. Der Grund: Über die Jahre war der Stahlbeton der Ein- und Ausfahrt marode geworden und muss daher saniert werden.

 

Zehn bis zwölf Wochen sollten die Arbeiten dauern. Das war der offizielle Zeitrahmen, mit dem die Stadtverwaltung noch vor Beginn der Bauarbeiten gerechnet hat. Doch die zwölf Wochen sind mittlerweile vorbei – und die Zufahrt ist noch immer gesperrt.

Klingt kompliziert

Unsere Redaktion hat deshalb bei der Stadt nachgefragt. Grund für die Verzögerung sind demnach zwei Faktoren. Denn bevor es überhaupt richtig losgehen konnte, mussten nach Beginn der Sperrung noch einige Vorbereitungen getroffen werden. „Die eigentlichen Arbeiten haben erst eine Woche später angefangen“, erklärt Rudolf Müller, der Leiter des Amts für Stadtentwicklung.

Und dann gab es Verzögerungen bei den sogenannten Potenzialfeldmessungen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Denn im Prinzip wird nur die Stromleitfähigkeit des Stahls im Stahlbeton gemessen. Denn je verrosteter der Stahl ist, desto schlechter leitet er Strom. „Je besser er leitet, desto geringer ist die Zerstörung“, erklärt Müller.

Vor der Einfahrt stehen noch eine Baumaschine. Foto: Beyer

Durch die Messung lässt sich also feststellen, wie groß die Schäden im Stahlbeton sind und wo das Material ersetzt werden muss. Und genau bei diesen Messungen habe es Verzögerungen gegeben. Müller vermutet, dass das Labor, das die Messungen auswerten sollte, überlastet war.

Erst als die Ergebnisse vorlagen, konnte dann weitergearbeitet werden. Doch abgesehen von der Verzögerung verlief die Messung erfreulich: Denn die Schäden waren ungefähr so groß, wie von der Stadt erwartet. „Das war gut, sonst hätten wir ein Zeitproblem in einer ganz anderen Größenordnung gehabt“, meint Müller.

Danach lief laut Angaben der Stadtverwaltung alles glatt. Selbst der verregnete Mai bremste die Arbeiten nicht aus. „Im Mai haben wir Arbeiten gemacht, wo der Regen nicht stört“, erklärt Müller. Trockenes Wetter sei erst wichtig, wenn die Endbeschichtung auf die Rampe aufgetragen werde. Und diese Arbeiten würden derzeit vorgenommen. Dass es gerade warm und trocken ist, passt also perfekt in den Zeitplan.

Ab 21. Juni wieder offen

Und so geht Müller dann auch davon aus, dass die Tiefgarage bald wieder freigegeben werden kann. Wenn nun alles nach Plan läuft, könnten am Dienstag, 20. Juni, die letzten Arbeiten abgeschlossen werden. Einen Tag später wäre die Zufahrt dann wieder frei.

Und es gibt noch eine gute Nachricht: Trotz der Verzögerung von rund zwei Wochen wird die Baumaßnahme voraussichtlich nicht teurer als geplant. So berichtet Müller, dass das beauftragte Bauunternehmen bisher keine Kostensteigerungen angemeldet hätte. Laut Planung der Stadt soll die Sanierung 625 000 Euro kosten.