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Gemeinderat beauftragt Berliner Büro mit Planung. FDP-Antrag gegen Querbau abgelehnt. Mit Video

Balingen - Der Startschuss für die Neugestaltung des Balinger Bahnhofsvorplatzes ist gefallen: Der Gemeinderat hat am Dienstag mit klarer Mehrheit beschlossen, dem Berliner Büro Holzwarth Landschaftsarchitektur mit Yellow Z – dem Sieger des Wettbewerbs – den Planungsauftrag zu erteilen.

Idealerweise bis zur Gartenschau im Jahr 2023 soll dieser markante Eingangsbereich zur Innenstadt aufgehübscht sein. Die Bahnhofstraße soll wie der bereits sanierte Abschnitt fortgeführt werden. Vom Bahnhofsvorplatz soll der Verkehr verschwinden. Durch den auf dem Vorplatz vorgesehenen, den Raum klar strukturierenden und die derzeitige Bauruine Bahnhofsgaststätte ersetzenden Querbau gegenüber dem Gebäude Bahnhofsstraße 31 (Betten-Prinz) wird nach Darstellung von Baudezernent Michael Wagner das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude das "prägende Gebäude des Platzes".

Der Querbau ermöglicht es laut Wagner zudem, den Verkehr quasi am Platz vorbei in Richtung Lindle zu führen, wo die Holzwarth-Planungen neuen Wohnraum vorsehen.

Die Fraktionen der CDU, SPD und der Freien Wähler stellten sich vorbehaltlos hinter diese Planungen, insbesondere hinter den Querbau, der von einigen Balinger kritisch gesehen wird. Wolfgang Rehfuß (CDU) sagte, der Querbau werte den künftigen Platz positiv auf. Werner Jessen (Freie Wähler) meinte, der Holzwarth-Entwurf überzeuge "als Ganzes". Jessen sagte zudem, dass es in Balingen bei einigen Bauprojekten – etwa Klein-Venedig oder dem Hinteren Kirchplatz – Gegenwind gegeben habe; am Ende aber hätten die Ergebnisse immer überzeugt. Auch der neue Bahnhofsvorplatz, da sei er sicher, werde Balingen aufwerten, so Jessen.

Das sagen die Balinger zum neuen Bahnhofsvorplatz:

Nicht gegen einen neuen Bahnhofsvorplatz, aber entschieden gegen den Querbau sprachen sich die Vertreter der FDP und der Grünen aus. FDP-Sprecher Dietmar Foth brachte gar einen Antrag dagegen ein, der indes mit klarer Mehrheit abgelehnt wurde.

Wie "Katze im Sack"?

Der Querbau solle nicht verwirklicht werden, so Foth, weil er für die Begrenzung des Vorplatzes schlicht nicht notwendig sei und zudem den bisher unverbauten Blick auf das Bahnhofsgebäude zunichte mache. Stattdessen wären Bäume als Begrenzung eine Lösung, so Foth. Uwe Jetter (Grüne) meinte ebenso, dass es den Querbau für die Begrenzung des Bahnhofsvorplatzes nicht brauche.

Kritik äußerte Dietmar Foth zudem daran, dass man den Querbau wie eine "Katze im Sack" kaufe, weil es bislang keine Angaben dazu gebe, wie das Gebäude einmal aussehen solle. Dazu sagte Baudezernent Wagner, dass die Stadt über einen Wettbewerb die für den Vorplatz passende Lösung finden wolle.

Beauftragt hat der Gemeinderat derweil nicht nur das Berliner Büro mit den Planungen, sondern auch die Stadtverwaltung – und zwar damit, mit den Grundstückseigentümern Vereinbarungen und Verträge auszuhandeln, ohne die die Neugestaltung nicht möglich wäre.

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