Die Entourage um Oberbürgermeister Jürgen Roth (Fünfter von rechts) eröffnet den modernisierten Bahnhof. Foto: Behrens

Mehr Komfort für Fahrgäste lautet die Devise. Mit diesem Ziel wurde der Villinger Bahnhof nun über ein Jahr modernisiert. Jetzt ist die feierliche Einweihung des 15,8 Millionen Euro teuren Projekts erfolgt – mit einem großen Aufreger.

Villingen-Schwenningen - "Der nächste Zug fährt in fünf Minuten. Entweder muss ich mich mit meiner Rede ranhalten oder wir müssen halt eine Pause einlegen", beginnt Michael Groh, Leiter des Regionalbereich Südwest der Deutschen Bahn Station&Service AG, die Einweihung des modernisierten Bahnhofs in Villingen humorvoll. "Wir sind glücklich, den Bahnhof nach so einer langen Zeit nun endlich einzuweihen", so Groh weiter. Die Aufarbeitung des Villinger Bahnhofs sei jedoch erst der Anfang. 50 weitere Bahnhöfe in Baden-Württemberg sollen folgen. "Unser Ziel ist es ›Bahnhöfe der ­Zukunft‹ zu gestalten. Das ist uns in Villingen super gelungen."

Barrierefreiheit im Fokus des Projekts

Doch was heißt "Bahnhof der Zukunft"? Was wurde alles modernisiert und um gebaut, damit der Bahnhof so genant werden kann? Im Fokus des Modernisierungsprogramms stand die Barrierefreiheit. So erhielt der Bahnhof unter anderem zwei neue Aufzugsanlagen. "Das macht es insbesondere für Senioren und Behinderte deutlich leichter, denn früher musste man Hilfe organisieren, damit diese Fahrgäste den Bahnsteig wechseln konnten", kommentiert Oberbürgrmeister Jürgen Roth die neuen Aufzugsanlagen. Zusätzlich hat die Bahn die Bahnsteige mit einer zu den Zügen passenden Höhe von 55 Zentimetern neu gebaut und mit einem taktilen Leitsystem (Rillen im Boden) für Menschen mit Sehbehinderung ausgestattet. Dadurch das auch Automatiktüren in das Empfangsgebäude eingebaut wurden, ist ab sofort ein vollständig barrierefreies Reisen in Villingen möglich.

Die Fahrgäste profitieren in Zukunft außerdem von einer neuen Bahnsteigbeleuchtung und -ausstattung. Auch die Personenunterführung wurde gestalterisch aufgewertet. Dazu kommt noch, dass ein neuer Park&Ride-Parkplatz auf der südlichen Seite des Empfangsgebäudes errichtet wurde. Insgesamt habe das ganze Projekt – das im März vergangenen Jahres gestartet war – rund 15,8 Millionen Euro ­gekostet. Dabei steuert die Stadt 1,2 Millionen und das Land Baden-Württemberg eine halbe Millionen Euro bei. Der restliche Betrag von etwa 14 Millionen Euro kommt von Bund und Bahn. Durch die Modernisierung wirkt nicht nur der Bahnhof für die täglich rund 5000 Reisenden einladender, sondern ab Herbst auch der Parkplatz, denn dieser erhält noch eine Begrünung.

Mit dem Ende des Projekts, soll bald auch schon das nächste folgen. "Das Bahnhofsgebäude soll auch noch renoviert werden", so OB Jürgen Roth.

Einweihung von Randalierer überschattet

Die eigentlich feierliche Veranstaltung wurde jedoch überschattet von einem unrühmlichen Zwischenfall. Ein Jugendlicher, der schon während der Rede von Michael Groh unangenehm auffiel, stürmte das Rednerpodest, nachdem OB Jürgen Roth gerade seine Rede beendet hatte. Während dann einige der geladenen Gäste dazwischen gingen, kam es vermehrt zu Handgreiflichkeiten – bei denen sich jedoch niemand sichtlich verletzt hatte.

Als der aggressive wirkende junge Mann das Rednerpult umschmiss, verwies das Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn den Jugendlichen des Platzes. Doch damit nicht genug: Einige Zeit später, während der Rede von Landrat Sven Hinterseh, stürmte er gewaltvoll erneut die Menge. Das Sicherheitspersonal der Bahn konnte ihn rechtzeitig überwältigen und mühevoll dingfest machen. Einige Minuten später traf dann auch die Polizei ein, um den aggressiven Jugendlichen abzuführen.