So ähnlich soll die selbstreinigende Toilettenanlage auf dem Bad Wildbader Sommerberg aussehen. Foto: Mutschler

Kommunales: Bau- und Umweltausschuss beschließt einstimmig die Anschaffung einer automatisch selbstreinigenden Anlage

Seit Langem diskutieren die Bad Wildbader Stadtverwaltung und der Gemeinderat über den Bau einer Toilettenanlage am Emmaweg auf dem Sommberg, zwischen Bergbahn und Eingang des Baumwipfelpfads. In seiner jüngsten Sitzung entschied jetzt der Bau- und Umweltausschuss: Die Toilette wird gebaut, die Kosten betragen rund 100 000 Euro.

Bad Wildbad. 2019 wurde der Bau einer Toilettenanlage auf dem Bad Wildbader Sommerberg vom Verwaltungs-, Sozial- und Tourismusausschuss noch abgelehnt. Jetzt, also rund zweieinhalb Jahre später, stimmte nun der Bau- und Umweltausschuss (BUA) des Bad Wildbader Gemeinderates aber doch einstimmig für den Bau einer solchen – selbstreinigenden – Anlage.

"Der Gemeinderat war sich einig, eine Verbesserung zur improvisierten Lösung zu finden, die nicht sehr ansprechend war", sagte Jochen Borg (CDU), der die BUA-Sitzung in seiner Eigenschaft als Erster Bürgermeister-Stellvertreter in Abwesenheit von Schultes Klaus Mack leitete. Die improvisierte Lösung bestand aus zwei sogenannten Dixi-Toiletten, also mobilen Toilettenanlagen, die von einer Einhausung aus Holz umgeben waren.

Auch Andreas Wacker, Stadtrat der FWV/FDP-Fraktion und Revierförster auf dem Sommerberg, plädierte für eine neue Toilette. "Eine neue Anlage ist absolut notwendig", sagte er. Denn wer vom Parkplatz hochlaufe, komme an keiner öffentlichen Toilette vorbei und müsse stattdessen erst zurück zur Bergstation. Da sei der geplante Standort zwischen Rodelhütte und dem Eingang des Baumwipfelpfades ideal. Es sei sinnvoll, das zu machen, denn es gebe schon Tage, da sei das Dixi-Klo "buchstäblich randvoll". Deshalb sei eine Toilette, die sich nach jedem Toilettengang selbst reinigt, "absolut notwendig".

Stadtbaumeister Volkhard Leetz erklärte dann die Details. Man habe sich verschiedene selbstreinigende Toiletten angeschaut. Am Ende lande man dabei fast immer in Italien.

Aus Beton gegossener Monoblock

So blieb am Schluss ein Modell übrig, das als Beton-Monoblock gegossen wird und dann mit einer Reling­schalung aus Holz versehen werden soll. Ein wesentlicher Punkt war die Gestaltung des Bodens in der WC-Kabine. Er soll nun reliefartig ausgeführt werden. So komme er besser mit einer zu erwartenden starken Verschmutzung durch das Schuhwerk zurecht. Die Anlage ist funktionsfähig bis in den zweistelligen Minusbereich und könne somit ganzjährig betrieben werden. Durch ein spezielles Winterpaket schalte sich die Toilette bei entsprechend kalten Temperaturen selbstständig aus und auch wieder ein, wenn es wärmer wird. Das WC ist laut Sitzungsvorlage "vandalismushemmend" ausgeführt und soll einmal wöchentlich kontrolliert werden. Die Unisex-Anlage sei behindertengerecht und als Sonderausstattung mit einem Wickeltisch versehen.

Der Zugang zum WC soll kostenpflichtig werden, Leetz denkt an 50 Cent pro Benutzung.

Der Preis und die Öffnungszeiten können über eine entsprechende Software programmiert werden, die Bedienung ist in vier Sprachen möglich. Entsprechend der derzeit zugesagt Lieferzeiten könne die Anlage noch in diesem Jahr in Betrieb gehen, zeigte sich der Stadtbaumeister zuversichtlich.

Laut Angebot der Firma PTMatic kostet die Anlage 66 146 Euro brutto. Für technische Erschließung, Außenanlage und den Transport vor Ort werden zusätzlich rund 30 000 Euro nötig. Im Haushalt sind 100 000 Euro eingestellt. Bei den jährlichen Kosten rechnet Leetz mit etwa 1500 Euro.

Als "sicherlich sehr gute Sache" bezeichnete Martin Keppler (CDU) die neue Toilette. Allerdings seien solche Anlagen immer "vandalismusgefährdet" und er fragte sich, ob der geplante einwöchige Wartungsintervall eventuell zu optimistisch geplant sei. "Da kann alles Mögliche passieren", so Keppler weiter.

Wacker antwortete, dass der Forst sowieso regelmäßig unterwegs sei und eine Runde mache. Da sei es bestimmt möglich, die Toilettenanlage mit aufzunehmen und ab und zu zu kontrollieren.

Auch Jürgen Schrumpf (SPD) findet es "unstrittig, dass wir eine Toilette brauchen". Allerdings müsse da jetzt die Stadt mit 66 000 Euro in Vorleistung gehen.

So fragte er nach, ob denn Gespräche mit den Betreibern der Wildline und des Baumwipfelpfades geführt worden seien, ob eine Bereitschaft an einer Beteiligung bestehe. Dabei ist auch Schrumpf klar, "dass wir keinen Anspruch darauf haben. Aber ich würde mir ein gewisses Entgegenkommen wünschen".

Da der Betrag für die Anlage unter 70 000 Euro liege, könne der Ausschuss die Anschaffung direkt beschließen, ohne den Vorgang noch einmal im Gemeinderat zu besprechen, erläuterte Leetz. Das taten die Stadträte dann auch genau so und beschlossen einstimmig die Anschaffung der neuen Toilette für den Sommerberg.

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