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Bad Wildbad Kurort ist "Juwel des Nordschwarzwalds"

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Das Foto vom ersten Standort seiner 1988 gegründeten Spedition in Bad Wildbad am alten Güterschuppen hat Jochen Borg immer parat. Fotos: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Wildbad - Wenn Bad Wildbad einen Außenminister hätte – er wär’s wohl: Jochen Borg. Gemeinderat. "Stimmen-König". Bürgermeister-Stellvertreter. Und gerade mit einer Delegation aus der Heimat beim großen Stadtfest in Wildbads südfranzösischer Partnerstadt Cogolin am Mittelmeer.

"Da bin ich so hineingefallen", erklärt Borg sein Engagement für und mit der Partnerstadt. Das sei beim 20-jährigen Bestehen dieser Städtefreundschaft im Jahr 2002 gewesen: Borgs Hilfe wurde gebraucht und angefragt – und er konnte (und wollte) irgendwie nicht Nein sagen. Kann er eigentlich nie, wenn man sich sein Leben so anschaut. Helfersyndrom könnte man es nennen. Borg überlegt. Und lächelt als Kommentar.

Überhaupt: Borg ist jemand, der nachdenkt, bevor er etwas sagt. Abwägt. Sich Dinge bewusst macht. Um dann (auch) Verantwortung zu übernehmen. Das scheint das übergroße Thema seines Lebens zu sein: Verantwortung zu übernehmen. Für sich. Seine Familie. Seine Stadt. Das Leben.

Nebenjob zur neuen Berufung gemacht

Ein Beispiel: Seit mehr als 25 Jahren sind die Eheleute Borg überzeugte Vegetarier. Eine TV-Doku über das Leid der Tiere hat ihnen die Augen geöffnet. Ehefrau Andrea forderte ein Umdenken – auch vom Gatten. Der wägte ab, dachte darüber nach, musste ihr recht geben – und zog mit ihr die Konsequenzen, übernahm diese Verantwortung auch in seinem Leben. "Und hab’s nie bereut." Auch wenn er beim Stadtfest in Cogolin nun nicht "den Grill bedienen" mag und kann. Aber es gibt auch so genug für Borg dort zu tun. Als Wildbads Außenminister.

Noch ein Beispiel: Nach der Schule wollte Jochen Borg Sozialarbeiter werden, dann – nach dem "Realitäts-Check" – lieber Krankenpfleger. Letzteres wurde er auch – das Helfersyndrom. Er blieb es auch, als er sich zur Bundeswehr verpflichtete. Als aber eine Versetzung nach München drohte, mochte er das seiner damals jungen Familie nicht antun. Er machte einen damaligen Nebenjob zur neuen Berufung: Er ging (bald 30-jährig) bei einer Calwer Spedition noch einmal in die Lehre, lernte Speditionskaufmann – um sich daheim in seinem Bad Wildbad mit einer Spedition selbstständig zu machen. Verantwortung bedeutet Arbeit, Disziplin. Man leistet sie für die, die man liebt.

Und Jochen Borg ist ein Mann mit einem großen Herzen. Man merkt das nicht sofort, auf den ersten Blick. Er ist auch ein Kämpfer – kein Brutalo, kein Hau-drauf-Mann. Eher der zähe Asket – mit Durchhaltevermögen. Wie damals, als er hart um den Erhalt der Sana Klinken in der Stadt kämpfte. Und sogar einen bestehenden Entscheid des Gemeinderats noch einmal umdrehen konnte. Borg erzählt davon. Dieser Kampf hat ihn geprägt. Im Augenblick gibt es wieder Gerüchte, dass Sana die Stadt verlassen könnte. Borg wägt (wieder) sehr genau ab, was er sagt. Da sind viele, sehr viele Interessen, denen er dienen möchte. Das Ideal des Diplomaten. Mit Eitelkeit kann man ihn nicht aufs Glatteis führen. Nicht jede Frage braucht und bekommt ad hoc eine Antwort. Auch so übernimmt man Verantwortung.

Jochen Borg liebt ganz zweifellos sein Bad Wildbad. Förderverein Trinkhalle; Förderverein Kurtheater; Freundeskreis Rossini; CDU-Ortsverband – die Liste seiner Ehrenämter in der Stadt ist lang. Dazu Gemeinderat, neben Bürgermeister Klaus Mack auch Kreisrat. "Mit Klaus Mack zusammenzuarbeiten bringt einen Riesenspaß", sagt der mittlerweile 61-Jährige. "Das ist wirklich einfach Spitze." Vor allem auch, weil sich sichtbare Erfolge seit Macks Amtsantritt in der Stadt – in Jochen Borgs Stadt – einstellen: "Er hat Bad Wildbad aus dem Dornröschen-Schlaf wachgeküsst", sagt Macks Stellvertreter voll Anerkennung.

Eine Million Gäste-Übernachtungen hatte die Stadt einmal – vor der Bäderkrise. Der folgte die bleierne Lethargie des touristischen Niedergangs im Nordschwarzwald. Mit dem Baumwipfelpfad kam die Wende. "Ich persönlich vergesse die Zeit nicht mehr", sagt Borg – als es anders war. Und man nur der guten alten Zeit nachtrauerte. Jetzt ist die Stadt wieder voll, vor allem am Wochenende. Sicher macht das auch Probleme, "aber tolle Probleme", die man lösen kann: die Parkplatzfrage zum Beispiel. "Das kriegen wir hin", ist Borg sicher. Auch, dass die Gäste nicht nur über den Tag kommen, sondern künftig auch immer häufiger eine oder zwei oder mehr Nächte mal dableiben, um mehr als nur den Baumwipfelpfad hier zu entdecken. Und den Wirtschaftsaufschwung, den Boom im Nordschwarzwald mehren.

Eher ein Zweckoptimist

Oder das Thema "Staatsbad 4.0" – die Zukunft von ­Eberhardsbad und der Vital Therme. Ein paar der "ganzen dicken Bretter", die es für Bad Wildbad in Zukunft zu bohren gilt. Borg ist an dieser Stelle kein Bedenkenträger, eher Zweckoptimist. Die Vergangenheit zeige, dass man auch als Einzelner etwas bewegen kann. Borg, der Macher. Auch der "Selfmade-Man", der sich mit seinem Speditionsunternehmen bewusst für den Standort Bad Wildbad entschieden hat. Auch, als er seinerzeit den ersten Standort am alten Güterschuppen zum Wohle der Stadt räumen musste – weil dort der Supermarkt entstehen sollte. Er hätte mit seiner neuen Halle ins Rheintal gehen können. Oder nach Bad Herrenalb, das ihm auch gefiel. Der Neubau entstand aber letztlich neben der Firma Berthold – heute der wichtigste Kunde der Spedition Borg.

Ein anderes Standbein des Unternehmens: Umzüge. "Nach Wildbad rein und raus." In letzter Zeit­ "gefühlt" mehr "rein": "Bad Wildbad boomt bei den Zuzügen – das merken wir schon." Der weiteste Umzug "raus" führte die Spedition Borg "bis knapp vors Loch Ness" in Schottland, wohin ein Wildbader Ehepaar auswandern wollte. "Aber nach ein paar Jahren wieder zurückkehrte", erzählt Jochen Borg.

Was ihm wohl zu denken gab, bis heute sichtlich nachdenklich macht: Bad Wildbad lässt man nicht hinter sich, es ist besonders. "Ein Juwel - das Juwel im Nordschwarzwald." Für das es sich zu arbeiten – Verantwortung zu übernehmen – lohnt.

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