Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Bad Herrenalb Hausärztin Susanne Schaeff aus Bad Herrenalb blickt zurück

Von
Viel zu tun gab es in 27 Jahren für die Bad Herrenalber Ärztin. Foto: fovito – stock.adobe.com

Nach 27 Jahren als niedergelassene Allgemeinmedizinerin ist Susanne Schaeff zum Jahresende in den Ruhestand gegangen. Lesen Sie in unserem (SB+)Artikel, was die Hausärztin erzählt, wenn sie zurückblickt.

Bad Herrenalb - "Als ich mich 1993 - damals dann gemeinsam mit einem Kollegen - niedergelassen habe, gab es in Bad Herrenalb insgesamt sieben weitere Allgemeinärzte", erinnert sich die promovierte Medizinerin Schaeff und fügt mit einer Prise Humor an: "Aus der Ärzteschwemme, zu der wir damals quasi gehörten, wurde im Lauf der Jahre der Landärztemangel…"

Durch die über Jahre erfolgende Schließung von Praxen in der Stadt ohne Nachfolge nahm die Zahl an Patienten auch bei ihr zu. Gegen Ende musste Schaeff gar einen Aufnahmestopp für Hausarztbetreuung aussprechen: "Selbstverständlich haben wir nie Menschen abgewiesen, die akut krank waren oder zum Beispiel Medikamente brauchten. Bei der hausärztlichen Betreuung haben wir als Team stets den Anspruch gehabt, einen Menschen ganzheitlich mit allen seinen Anliegen zu sehen. Diese Zeit haben wir uns gerne genommen. Auch wenn steigende Bürokratie und Controlling das nicht einfach gemacht haben."

Unterstützung der Familie

Eine Strukturveränderung in der ambulanten Versorgung hat Schaeff in den vergangenen Jahren wahrgenommen, weg von der Einzelpraxis, den "Einzelkämpfern", hin zu größeren Praxisstrukturen, in denen Ärzteteams verantwortlich sind, oder gar zu noch größeren, zentralen Organisationsstrukturen wie Medizinischen Versorgungszentren.

"Als einzelne Ärztin brauchte ich das Verständnis und definitiv auch die Unterstützung meiner Familie: In Zeiten vor dem Handy war zuhause von Mann oder Kindern Telefondienst angesagt, wenn ich in Bereitschaftseinsätzen war!" Auch und gerade im Bereitschaftsdienst gab es hier eine Entwicklung hin zur Entlastung: "In meiner Anfangszeit war man praktisch vier Tage in der Woche 24 Stunden in Bereitschaft für die Patienten der Praxis. Der fünfte Tag und die Wochenenden hat man sich mit den ortsansässigen Kollegen abgesprochen. Je mehr Kollegen es waren, desto besser." Die Dauerbereitschaft war irgendwann nicht mehr leistbar. Nicht zuletzt die Reform des kassenärztlichen Notdienstes mit festen Notfallpraxen brachte Entlastung.

Froh ist Schaeff darüber, während der Jahre ihrer Hausarzttätigkeit einen Dialog mit ihren Patienten aufgebaut zu haben: "Studium und Facharztausbildung waren noch geprägt von einem hierarchischen Bild, in dem Mediziner den Patientinnen und Patienten gesagt haben, was sie tun sollen. Mein Bemühen war stets, ein Vertrauensverhältnis auf Augenhöhe aufzubauen. Schließlich kennen die Betroffenen sich selbst am allerbesten, sind also die eigentlichen Experten."

Beruf stets gerne ausgeübt

So entwickelte sich mitmenschlich eine gegenseitige Wertschätzung, die dazu führte, dass teilweise vier Generationen derselben Familie in der Praxis betreut wurden. "Das bedeutet großes Vertrauen und große Verantwortung gleichermaßen." Schaeff hat ihren Beruf stets gerne ausgeübt. Erst im Sommer 2020 verfestigte sich der Gedanke, sich daraus zurückzuziehen. "Es hatte weder mit anderen Praxisschließungen noch mit Corona zu tun", betont die Mittsechzigerin, "aber irgendwann geht alles nicht mehr so leicht. Irgendwann kommt man an eine Grenze."

Noch im Sommer habe sie begonnen, ihre Patienten zu informieren. Ein Nachfolger war da noch nicht in Sicht: "Eine Ausschreibung über die Kassenärztliche Vereinigung fand statt. Einen professionellen Vermittler habe ich ebenfalls eingeschaltet. Beides ohne Erfolg." Den brachten letzten Endes ihre Patienten: Die orientierten sich teilweise Richtung Ettlingen und auch in die Hausarztpraxis Greiner. "Er hatte dann die Idee, wenn die Patienten - alles nette Leute! - zu ihm kommen, können er und sein Ärzteteam auch zu den Leuten kommen."

Zwischen Ende Oktober und Anfang November kam schließlich der direkte Kontakt zu dem Ettlinger Mediziner zustande, und es kristallisierte sich die Möglichkeit heraus, die bisher betreuten Patienten in den vorhandenen Praxisräumlichkeiten weiter zu versorgen.

Aus dem bewährten, langjährigen Praxisteam scheidet übrigens eine Mitarbeiterin zeitgleich mit Schaeff ebenfalls altersbedingt aus, eine verändert sich und eine weitere bleibt den Patienten in der neuen Filialpraxis Greiner erhalten.

Artikel bewerten
2
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.