Fast drei Viertel der Berufsschullehrer im Land haben mittlerweile ein dienstliches Laptop. Das war vor einem Jahr noch anders, da hatte nicht einmal jeder zweite ein ausschließlich beruflich genutztes Gerät zur Verfügung. Foto: contrastwerkstatt - stock.adobe.com/AdobeStock_136450088.jpeg

Fernunterricht macht mehr Arbeit, sagen 90 Prozent der Lehrer laut einer Umfrage des Berufsschullehrerverbandes in Baden-Württemberg. Doch nicht alles hat sich verschlechtert in dem Pandemiejahr.

Stuttgart - Die Situation der Lehrer an den Berufsschulen im Land hat sich durch die Corona-Krise einerseits verschlechtert. Die Ausstattung der Pädagogen mit dienstlichen Laptops aber hat sich verbessert, und die Beteiligung der Schüler am Fernunterricht ist auch deutlich gestiegen seit Beginn der Pandemie. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Berufschullehrerverbandes unter mehr als 2800 Lehrkräften an den knapp 800 Berufsschulen in Baden-Württemberg.

 

Am meisten Unterstützung erfahren Lehrer untereinander

Demnach gaben 90,9 Prozent der Befragten an, durch die Einführung des Wechsel- und Fernunterrichts sei ihr Arbeitsaufwand gestiegen. Zu Beginn der Pandemie im vorigen Frühjahr hatten weniger als die Hälfte (48,7 Prozent) über Mehrarbeit geklagt. Fast drei Viertel der befragten Lehrer (71,5 Prozent) kann dafür aber mittlerweile daheim ein dienstliches digitales Endgerät nutzen; im vorigen Jahr lag der Anteil bei nur 43,5 Prozent. Und die stärkste Unterstützung beim Thema digitales Lehren erfahren die Lehrer offenbar untereinander. Am meisten Hilfe bekomme man vom Kollegium, sagten 40,4 Prozent, den schulischen Systemadministratoren (38,1 Prozent) oder den Schulleitungen (12,8 Prozent). Das vor zwei Jahren ins Leben gerufene Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) spielt dabei kaum eine Rolle, nur 1,4 Prozent der Befragten griffen auf Angebote des ZSL zurück.

Die Zahl der Schulschwänzer ist geschrumpft

Deutlich verbessert hat sich dagegen die Beteiligung der Berufsschüler am Fernunterricht. Vor einem Jahr hatte laut der damaligen Befragung immerhin jeder sechste Schüler den Fernunterricht praktisch komplett geschwänzt. Dieser Anteil ist auf 5,5 Prozent geschrumpft. 36 Prozent beteiligen sich ziemlich konsequent am digitalen Lernen (2020: 20,4 Prozent), 33,2 Prozent machen mindestens die Hälfte der Unterrichtseinheiten mit (2020: 29,5 Prozent). Bevor die Landesregierung jetzt wieder über eine Rückkehr in den Präsenzunterricht nachdenke, solle sie erst einmal ihre Hausaufgaben beim Infektionsschutz machen und endlich FFP2-Masken auch für Berufsschulen bereitstellen sowie Lehrer schneller impfen, fordert der BLV-Vorsitzende Thomas Speck.