Die angehende Anästhesistin des St. Josefskrankenhaus in Freiburg und der Klinikbetreiber Artemed einigen sich nach ihrem Rauswurf außergerichtlich.
Im Rechtsstreit um die Kündigung einer jungen Ärztin am Freiburger Josefskrankenhaus hat es eine außergerichtliche Einigung gegeben. Der Klinikbetreiber Artemed hat die Kündigung zurückgezogen, die junge Frau kann ihre Facharzt-Ausbildung in der Anästhesie fortsetzen.
Artemed hatte ihr im vergangenen Herbst fristlos gekündigt mit der Begründung, sie habe ihre Kompetenzen überschritten, als sie in einer privat verschickten Mail an einen Rettungsdienst auf einen anstehenden Warnstreik der Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Josefskrankenhaus hingewiesen hatte.
Die Ärztin ist selbst im Marburger Bund gewerkschaftlich organisiert und hatte den Streik mitorganisiert, bei dem es um tarifrechtliche Forderungen des Marburger Bundes ging. Daher stand der Verdacht im Raum, dass sie aufgrund ihrer Gewerkschaftsarbeit rechtswidrig entlassen wurde.
Tarifstreit geht weiter
Bei einem ersten Verhandlungstermin vor dem Freiburger Arbeitsgericht im Februar ließ das Gericht durchblicken, dass die Kündigung der Ärztin keinen Bestand haben dürfte und bot beiden Parteien ein nichtöffentliches, außergerichtliches Gütegespräch an. Dieses war erfolgreich.
Der Tarifstreit im Hintergrund geht indes weiter, wie der Marburger Bund bestätigt. Die Gewerkschaft setzt sich für einen Tarifvertrag für die Ärzte an Artemed-Kliniken ein, der mit anderen Kliniken in der Region vergleichbar ist. Der Klinikbetreiber lehnt dies ab mit der Begründung, dass die Beschäftigten an den Kliniken, die früher von der katholischen Kirche betrieben wurden, bereits nach dem AVR-Tarifrecht der Caritas bezahlt würden. Der Marburger Bund sieht darin eine Schlechterstellung gegenüber anderen Klinikbetreibern.