Alter Adel, junge Donau, ewige Landschaften und ein Museum mit sehr lebendigen Ausstellungsstücken. Viel abwechslungsreicher kann ein Wochenendausflug kaum sein.
Der „Schwäbische Grand Canyon“, wie das Durchbruchstal der Donau im Südwesten der Schwäbischen Alb auch genannt wird, zieht sich von Fridingen im Landkreis Tuttlingen bis Sigmaringen.
Mit Zug und Rad an der Donau lang
Mit dem Auto kommt man über die Bodenseeautobahn A 81 oder über die B 27 ins Obere Donautal. Mit der Bahn erreicht man den Naturpark Obere Donau von Stuttgart via Ulm nach Sigmaringen, Beuron oder Fridingen. Vor Ort fahren Busse der Nahverkehrsverbünde naldo und Move. Der Freizeitexpress Donautal fährt von Frühjahr bis Herbst von Sigmaringen entlang der jungen Donau nach Donaueschingen und zurück.
www.naturpark-obere-donau.de; www.donaubergland.de
Wohnen mit Aussicht
Das Berghaus Knopfmacher in Fridingen liegt hoch über dem Donautal, an der von markanten Felsen geformten Kante. Wer hier einkehrt, probiert die Hausspezialität „Donauwelle“ oder stärkt sich mit Wurstsalat & Co. Wer hier übernachtet, genießt den Pool auf der Dachterrasse und abends regionale Spezialitäten.
Auch das Karl in Sigmaringen punktet mit Aussicht: das 2021 neu eröffnete Hotel liegt direkt an der Donau und gegenüber vom mächtigen Hohenzollernschloss.
Ab in die Unterwelt
Mehr als 100 Treppenstufen führen hinab ins Naturdenkmal Kolbinger Höhle, die einzige Schauhöhle auf der Südwestalb. Besucher dürfen knapp 100 Meter tief in die mit reichem Tropfsteinschmuck ausgestattete Höhle hinein, dahinter kommt das Reich der Forscher. Die Kolbinger Höhle ist von Karfreitag bis zum letzten Sonntag im Oktober an Wochenenden und Feiertagen geöffnet.
Höhlenführungen gibt es an Samstagen von 13 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Danach kann man in der Felsenhütte einkehren, die der Schwäbische Albverein an Samstagen und Sonntagen bewirtet. Kindern gefällt der nahe Naturlehrpfad, der auch zu einem Damwildgehege mit Aussichtsturm führt.
Familienbesuch im Freilichtmuseum
Geschichte sehen, hören, fühlen kann man im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Spannend: Hier wird nicht die Geschichte von Königen und Kriegern erzählt, sondern die vom Volk, von Tagelöhner und Bäuerin, Lehrerin und Handwerker. 25 historische Gebäude sind auf dem großzügigen Gelände verteilt, von Sägemühle über Schule bis Seilerei, Back-, Bienen- und Bauernhaus. Täglich um 13 Uhr zeigen Schmied, Wagner oder Korbmacherin ihr Handwerk und beantworten Fragen dazu. Besonders bei Kindern beliebt sind die Tiere, die hier leben: Schwein und Schaf, Ziege und Esel, Gans und Kaninchen. Snacks, Kuchen und Getränke hat das Museumslädele immer von Dienstag bis Sonntag, 11.30 Uhr bis 16.30 Uhr.
Und abends fein essen
Mit Donau- und Schlossblick sowie mit Köstlichkeiten aus regionalen und saisonalen Produkten punktet das Bootshaus in Sigmaringen. Die Plätze am Wasser sind begehrt, besser reservieren.
Paddeln mit Panorama
Zeit für einen Perspektivwechsel: Vom Wasser aus wirkt die archaische Flusslandschaft zwischen markanten Felswänden noch intensiver. Und im Kanu ist man mittendrin. Die Kanutouren auf der Donau starten in Hausen im Tal oder in Gutenstein und enden je nach Lust und Kondition nach wenigen Kilometern oder erst am Endpunkt Sigmaringen. Fällt die gebuchte Tour wegen Niedrigwasser aus, sind eine Fahrrad- oder Wandertour entlang der Donau eine hübsche Alternative. Oder man bummelt kräfteschonend mit dem Zug an der Donau entlang und steigt zwischendurch für Besichtigungen oder Einkehr aus. Letztere bietet sich in zahlreichen Biergärten, Hofläden, Wirtshäusern an den Rad- und Wanderwegen an.
Mit der Kammerzofe hinter die Kulissen spicken
In Sigmaringen lohnt nicht nur ein Fotostopp am, sondern auch eine Führung im Schloss. Entweder man schließt sich einer der regelmäßigen öffentlichen Führungen durch den teilweise über 800 Jahren alten Komplex an. Dabei geht es in einer Stunde durch 1000 Jahre Kultur- und Familiengeschichte. Oder man bucht eine interaktive Themenführung und lässt sich von Kammerzofe oder Kammerdiener hinter die Kulissen führen. Hier lernt man, welcher Tricks und Techniken sich die dienstbaren Geister einst bedienten, um den Damen und Herren Hohenzollern ihr fürstliches Dasein zu gestalten.