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Atteste in Corona-Zeiten Ist Hechingen erste Adresse für Maskenverweigerer?

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Foto: mpix-foto/ adobe.stock.com

Hechingen - Es herrscht Maskenpflicht, doch wer sie umgehen will, hat in Hechingen gute Chancen: Zwei Psychotherapeuten und ein Hausarzt sind bei Maskenverweigerern wegen offenbar lax ausgestellter Atteste besonders beliebt. Das Ärztenetz Zollern distanziert sich. Mehr dazu in unserem (SB+) Artikel.

Wenn der Rektor der Gustav-Werner-Gemeinschaftsschule in Walddorfhäslach (Kreis Reutlingen) keinen Elternbrief geschrieben hätte, wäre dieser Fall vermutlich nicht ans Licht gekommen. In diesem Schreiben macht der Schulleiter deutlich: Ziel müsse sein, dass die Schule wegen Corona nicht geschlossen wird. Deshalb besteht er darauf: Nur ärztlich attestierte Gründe entbinden die Schüler von der Maskenpflicht.

Lesen Sie auch: Wer kann sich von Maskenpflicht befreien lassen?

Zehn solcher Atteste liegen dem Rektor vor, alle wurden vom selben Arzt aus Hechingen unterschrieben, häufig sei das gleiche Krankheitsbild vermerkt. Es sei eben schon erstaunlich, dass Schüler aus dem gut 40 Kilometer entfernten Walddorfhäslach eigens in die Zollernstadt und gerade zu diesem Arzt fahren.

"Das kann man als Ärzteschaft nicht auf sich sitzen lassen"

"Wir wollen nicht, dass Hechingen zur Anlaufstelle für Maskenverweigerer wird", sagt der in Hechingen praktizierende Arzt Stefan Schanz auf unsere Nachfrage. Er spricht dabei nicht nur für sich, sondern für das Ärztenetz Zollern, eine Vereinigung niedergelassener Mediziner in Hechingen und Umgebung.

Lesen Sie auch: Hechinger Ärzte stellen zu viele Atteste aus

Sie fühlen sich durch den Vorgang in falsches Licht gerückt, begleiten sie doch eine ganz andere Position zum Thema Atteste gegen Maskenpflicht: "Das kann man als Ärzteschaft nicht auf sich sitzen lassen", teilt Schanz mit. Die Situation habe dazu geführt, dass die "Alarmglocken" angegangen seien. Das Ärztenetz wolle klarmachen, dass es nur Ausnahmefälle sind, in denen ein Attest gegen die Maskenpflicht ausgestellt werden darf. Schanz dazu: "Dies ist sehr selten der Fall. Leider wird diese Einstellung von einigen Kolleginnen und Kollegen nicht mitgetragen." Und weiter: "Wir möchten uns deshalb eindeutig und unmissverständlich von diesem Vorgehen distanzieren."

Wie die Landesärztekammer bestätigt, sind die Hürden für die Befreiung der Maskenpflicht sehr hoch. Ein Attest können demnach Menschen mit Lungenerkrankungen erhalten, Gehörlose und Personen mit Behinderungen.

Befreiung nur in begründeten Fällen

Voraussetzung für ein Attest ist, dass die Mediziner "nach bestem Wissen ihre ärztliche Überzeugung aussprechen". Das Ärztenetz Zollern hat daher das wohlmeinende Gespräch mit Kollegen gesucht. Dabei sei, so berichtet Schanz, klar geworden, dass es verschiedene Haltungen über das Maskentragen gebe, die sich "nicht aufgelöst" haben. Die Ärztekammer teilt weiter mit, dass Atteste generell nur in begründeten Fällen ausgestellt werden dürfen. Falls Ärzte dies nicht tun, sei es ein Straftatbestand, bei dem Geld- oder Freiheitsstrafen drohen. Die Staatsanwaltschaft Hechingen prüft die Angelegenheit derzeit: Wie der Pressesprecher erklärt, sei ein "Vorermittlungsverfahren angelegt" worden.

Maskenpflicht im Südwesten

Zur Pflicht zum Tragen einer Maske teilt die Landesregierung mit: "Zum 19. Oktober wird aufgrund der stark gestiegenen Infektionszahlen die Maskenpflicht ausgeweitet. Die Maskenpflicht gilt nun in ganz Baden-Württemberg in den dem Fußgängerverkehr gewidmeten Bereichen wie Fußgängerzonen und Marktplätzen, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann. Auch in den für den Publikumsverkehr zugänglichen Bereichen von öffentlichen Einrichtungen gilt jetzt eine Maskenpflicht.

Die Maskenpflicht gilt ab Klasse 5 nun auch während des Unterrichts. Diese Pflicht gilt nicht, wenn dies aus medizinischen oder sonstigen zwingenden Gründen unzumutbar ist, wenn es behinderungsbedingt nicht möglich ist. Sie gilt auch nicht, wenn es einen anderen mindestens gleichwertigen baulichen Schutz gibt, etwa für Kassierer und Kassiererinnen, die hinter einer Plexiglasscheibe arbeiten."

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