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Asylbewerberheim in Weissach im Tal Polizei: Es war Brandstiftung

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Die Ursache des Feuers, bei dem ein geplantes Asylbewerberheim in Weissach im Tal komplett abbrannte, ist nun geklärt. Foto: Benjamin Beytekin

Weissach - Nachdem vergangene Woche in Weissach im Tal (Rems-Murr-Kreis) ein geplantes Asylbewerberheim in Flammen aufgegangen ist, hat die Polizei nun sehr wahrscheinlich die Brandursache gefunden: Es war Brandstiftung.

Das hätten Kriminaltechniker des Polizeipräsidiums Aalen in Zusammenarbeit mit Brandsachverständigen des Landeskriminalamts Baden-Württemberg herausgefunden, hieß es in einer Mitteilung. Die Spurensicherung vor Ort ergab, dass das Feuer wohl von mehr als einer Ausbruchstelle ausging. Zudem befanden sich festgestellte Kurzschlussspuren an der Stromzuleitung nicht unmittelbar am Zählerkasten, was die Wahrscheinlichkeit eines technischen Defekts als Brandursache zusätzlich abschwäche, so die Beamten.

Wenig Hinweise aus der Bevölkerung

Die Ermittlungsgruppe, die durch acht Beamte aus verschiedenen Polizeirevieren des Rems-Murr-Kreises unterstützt wird, hat in der Nacht zum Montag verschiedene Autos in der Welzheimer Straße, in der Nähe des Brandortes, kontrolliert und Zeugen befragt. Insgesamt wurden 135 Personen kontrolliert und befragt. Doch auch diese Maßnahme lieferte keine Hinweise auf die Täter. Insgesamt geht die Ermittlungsgruppe derzeit rund 100 Spuren nach - wobei sich nur wenige Hinweise aus der Bevölkerung ergeben haben.

Deshalb bitten die Beamten erneut Zeugen, sich unter der Telefonnummer 07151/950-0 zu melden.

Befürchtung bestätigt sich

Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) hatte vergangene Woche bei der Besichtigung der Ruine bereits eine Brandstiftung befürchtet. Das Gebäude mit 20 Plätzen für Flüchtlinge wurde fast völlig zerstört, es soll aber nach Vorstellung des Bürgermeisters Ian Schölzel (parteilos) an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden - um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. „Man darf vor solchen Taten nicht kapitulieren. Wir wollen nicht alle in eine rechte Ecke gedrängt werden.“ Menschen waren bei dem Brand nicht verletzt worden. Im Juli hatten Unbekannte Feuer in einer geplanten Asylunterkunft in Remchingen (Enzkreis) gelegt. Bürgermeister Schölzel sagte: „Leider hat sich der Anfangsverdacht bestätigt.“ Jetzt sei Weissach im Tal zu unrühmlicher Bekanntheit in ganz Deutschland gelangt, sagte er auch mit Blick auf ein „Spiegel“-Titelblatt, auf dem das brennende Gebäude unter der Überschrift „Dunkles Deutschland“ abgebildet ist.

Buntes und vielfältiges Weissach

„Es ist jetzt an uns, zu zeigen, dass Weisschach bunt und vielfältig ist und für Toleranz steht“, sagte der parteilose Schultes. Zahlreiche Menschen der 7000-Einwohner-Gemeinde engagieren sich nach Worten Schölzels für Flüchtlinge. Als Beispiel für den Einsatz nannte er das „Bazärle“, einen Laden, wo Flüchtlinge sehr billig einkaufen können. Die Miete werde von Spenden finanziert. Außerdem gebe es einen Arbeitskreis Integration mit 20 Mitgliedern, die den 35 Flüchtlingen im Ort bei Behördengängen, Arztbesuchen und Eingliederung in die Schulen helfen.

500 Teilnehmer bei Mahnwache

Zwei Flüchtlinge, ein Vater und Sohn, würden privat untergebracht. Nach dem Brand hatten 500 Menschen an einer Mahnwache unter dem Motto „Weissach bekennt Farbe“ teilgenommen. Weitere mindestens 80 Flüchtlinge sollen in Kürze in einer ehemaligen Druckerei unterkommen.

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