Ein Sandwich mit Wurst, Käse und einer gute Portion Mayonnaise? Darauf möchten viele religiöse Christen bis Ostern verzichten. (Symbolfoto) Foto: Pixabay/stevepb

Von Aschermittwoch bis Ostern verzichten viele auf die ein oder andere Süßigkeit, Alkohol oder Koffein. Andere testen mit radikalen Diäten die eigene Willenskraft. Was dabei aus gesundheitlicher Sicht zu beachten ist, weiß Hausarzt Johannes Probst.

Veränderung durch Verzicht? Nach diesem Prinzip wird in vielen Religionen zeitweise gefastet. So auch im Christentum: Von Aschermittwoch bis Ostern sollen Körper und Geist eine Auszeit bekommen. Typischerweise sind Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol oder Zigaretten, aber auch auf Fernsehen oder das Smartphone in dieser Zeit tabu. Wer es mit dem Fasten hinsichtlich der Ernährung noch mal etwas ernster nehmen will, kann aber auch auf Fastendiäten zurückgreifen.

 

Nulldiät und Heilfasten

Welche Möglichkeiten es gibt und worauf dabei geachtet werden sollte, erklärt Hausarzt Johannes Probst. „Einmal im Jahr für bestimmte Zeit zu fasten kann grundsätzlich eine wertvolle Erfahrung sein“, so Probst. „Gerade der Verzicht auf Alkohol, Zucker oder Fleisch hat auch aus gesundheitlicher Sicht Vorteile.“

Allerdings nicht für Jeden: Menschen mit schweren Herz- und Nierenerkrankungen, Krebserkrankungen, Gicht oder Gallenproblemen dürften nicht fasten, ebenso wenig Schwangere und Stillende. „Wer an einer Stoffwechselerkrankung oder einer chronischen Krankheit leidet, sollte vor jeder Art des Fastens einen Arzt konsultieren“, so Probst. Gleiches gilt bei niedrigem Blutdruck, Untergewicht und hohem Lebensalter und ganz besonders bei extremeren Fastendiäten, wie beispielsweise der Nulldiät oder dem Heilfasten. „Dabei verzichtet man komplett auf feste Nahrung und nimmt nur Wasser, Tee, Säfte und Brühe zu sich“, erklärt der Hausarzt. „Dadurch werden der Körper und die Organe entlastet.“

Verschiedene Modelle

Eine weitere Form des Fastens ist außerdem das Intervallfasten. Hier sind verschiedene Modelle möglich: „Am beliebtesten ist dabei die 16:8-Methode, da diese am einfachsten in das alltägliche Leben integrierbar ist“, meint Probst. „Sechzehn Stunden am Stück isst man nichts – dazu gehört auch die Zeit in der man schläft – und isst in den verbleibenden acht Stunden nur zwei Mahlzeiten statt drei“, erklärt er.

Anders funktioniert die 5:2-Methode: An fünf Tagen kann man sich ganz normal ernähren, an den zwei anderen aber nur wenig.

Die dritte Methode ist als 1:1-Methode oder auch als alternierendes Fasten bekannt. Dabei isst man einen Tag normal, am nächsten Tag darf man dann aber nur etwa 25 Prozent der sonst üblichen Energiemenge zu sich nehmen. So wechselt man immer zwischen „normalen“ Tagen und Fastentagen. Bei diesen Fastendiäten sollte grundsätzlich der Hausarzt konsultiert werden. „Wer zum ersten Mal so eine Diät macht, sollte das am besten vorher abklären.“

Welche gesundheitlichen Vorteile hat Fasten für den Körper?

Fasten
 für Gesunde ist aus ärztlicher Sicht eine wertvolle Methode der Krankheitsvorbeugung, wie Martha Ritzmann-Widderich bestätigt. Die Ärztin mit einer Praxis in Rottweil gilt als Expertin zum Thema Medizinisches Fasten und informiert hinsichtlich der bevorstehenden Fastenzeit auf ihrer Homepage und in Seminaren über die Vor- und Nachteile des Theapeutischen Fastens. „Heilfasten ist ein bewährtes naturheilkundliches Verfahren zur Anregung der Selbstheilungskräfte bei bereits eingetretener Krankheit.“ Und weiter: „Ein moderner Aspekt des Fastens betrifft die Beeinflussung biologischer Alterungsvorgänge, insofern kann Fasten auch Teil einer Anti-Aging-Strategie sein.“ Weitere Erkrankungen, bei denen das Heilfasten im Rahmen der modernen Naturheilverfahren auch häufig empfohlen wird sind laut Ritzmann-Widderich Hauterkrankungen, wie beispielsweise Ekzeme oder Entzündungen, Neurodermitis, Allergien – auch Nahrungsmittelallergien –, Heuschnupfen, Asthma, rheumatischen Erkrankungen, Verdauungsstörungen und, im Zusammenhang mit Ernährungsprogrammen, auch Übergewicht.