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Althengstett Weiterer Stresstest für Hesse-Bahn steht an

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Jede Menge Planungsarbeit ist für die Hermann-Hesse-Bahn notwendig. Bevor beispielsweise an dieser Stelle Richtung Heumaden keine Brücke gebaut ist, fährt auch keine S-Bahn nach Althengstett und wieder zurück. Foto: Hölle

Althengstett - Viele Zuhörer nutzten die letzte Sitzung des Althengstetter Gemeinderats in diesem Jahr, sich in puncto Hermann-Hesse-Bahn auf den neuesten Stand bringen zu lassen und Fragen zu stellen. Einige von ihnen und auch Ratsmitglieder sparten nicht mit Kritik an der Informationspolitik des Calwer Landratsamts.

Der Schallschutz und die Finanzierung des Infrastrukturprojekts, die die Gemeinde Althengstett auch im Hinblick auf die Folgekosten stark belastet, sind die nach wie vor am heftigsten diskutierten Themen im Zusammenhang mit der Hermann-Hesse-Bahn (HHB). Albrecht Reusch, Leiter des Dezernats Steuerung und Service im Landratsamt, dem die Abteilung Projekt S-Bahn und ÖPNV zugeordnet ist, sowie Holger Schwolow aus der selben Abteilung saßen am Mittwochabend mit am Ratstisch. Sie gingen unter anderem auf den Planungsstand allgemein, das Planfeststellungsverfahren für den zweigleisigen Ausbau in Os­telsheim und den neuen Tunnel sowie auf den Stresstest ein.

Die Bahnsparte DB-Netz hatte bescheinigt, dass eine Verbindung zwischen Calw und Renningen den Betrieb der S-Bahnlinie 6 nicht stört (wir berichteten). Soll heißen: Die HHB kann problemlos auf dem Abschnitt zwischen Weil der Stadt und Renningen im Halbstundentakt neben der S-Bahn laufen. Nach wie vor wird das Gutachten von den Kritikern des Bahnprojekts angezweifelt. Eine weitere Fahrplansimulation steht bevor. "Jetzt werden wir noch die Hauptverkehrszeit am Abend untersuchen lassen", sagte Reusch.

In den ersten drei bis vier Jahren soll im Dieselbetrieb gefahren werden, ab 2020 oder 2022 im Elektrobetrieb. Die Fahrzeugprototypen mit Brennstoffzellen sollen 2018 fertig sein. Klare Aussagen zu den Kosten, die mit dem Umstieg verbunden wären, können noch nicht gemacht werden. Die letzten Angaben zu den Betriebskosten stammen von 2013 und liegen bei 2,4 Millionen Euro pro Jahr abzüglich der Fahrgeldeinnahmen beim Dieselbetrieb. Für die elektrifizierte Variante fallen demnach jährlich 2,85 Millionen Euro an.

Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren zum zweigleisigen Ausbau in Ostelsheim und dem Tunnelneubau liegen noch bis 23. Dezember aus. Stellungnahmen dazu aus der Bevölkerung an das Karlsruher Regierungspräsidium sind bis 7. Januar möglich. Wie Reusch und Schwolow im Hinblick auf die Ausgleichsmaßnahmen betonten, ist der Plan nur ein Vorschlag. Zur Umsetzungsquote der Vorschläge gebe es keine Prognose. Zum Projekt Stuttgart 21 seien rund 10 000 Stellungnahmen eingegangen. Man hoffe freilich auf weniger, um durch die Bearbeitung nicht wertvolle Zeit zu verlieren, so Schwolow.

Für Ende 2015 wird mit dem Feststellungsbeschluss zum zweigleisigen Ausbau gerechnet. Im nächsten Jahr geht es im Plangenehmigungsverfahren unter anderem um die Verlegung des bisherigen Althengstetter Bahnhaltepunkts Richtung Rathaus/Schulzentrum.

Anfang Februar ist laut Reusch eine öffentliche Informationsveranstaltung zu den Fortschritten des Bahnprojekts vorgesehen. Außerdem sagte der Dezernatsleiter den Anliegern ein Gespräch zu, die sich Sorgen wegen Lärmbelästigung durch den Bahnbetrieb machen. Schutzmaßnahmen sind, wie berichtet, nach den bereits erledigten schalltechnischen Untersuchungen nämlich nicht vorgesehen. "Datenschutz hin oder her – wir werden einen Infoabend für Anwohner anbieten und ihnen dabei die ermittelten Werte gerne erklären", so Reusch.

Angekündigt wurde für das erste Quartal 2015 die Gründung eines Zweckverbands, dem zunächst Althengstett und Calw angehören, der aber offen für weitere Gemeinden ist. Über die Entwurfssatzung wurde bereits beraten. Ab 1. Januar sind die Planungskosten für das Bahnprojekt durch Kredite fremdfinanziert.

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 1308-91

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