Seit vielen Jahren übermittelt Alois Knauer Weihnachts- und Neujahrsgrüße an Personen im In- und Ausland, die er während seiner Pilgerwanderungen nach Santiago de Compostela, nach Rom und auf dem ostbayerischen Jakobsweg kennengelernt hat. Foto: Heinz Ziegelbauer

Zum „Fest der Liebe“ gibt es einen Gruß aus Hünerberg: Alois Knauer verschickt jedes Jahr viele Briefe an Freunde und Bekannte im In- und Ausland. Und der Hobbykünstler legt alljährlich noch ein ganz besonderes Schmankerl bei.

Weihnachten wird auch das „Fest der Liebe“ genannt. Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel werden Grüße und Glückwünsche übermittelt. Immer weniger per Briefpost wie in früheren Jahren, sondern zunehmend per E-Mail und über andere moderne Medien. An der klassischen Briefpost hält aber Alois Knauer aus Hünerberg fest. Weniger für seinen nur relativ kleinen Verwandtenkreis, dafür aber umso mehr für Freunde und Bekannte im In- und Ausland, die der jetzt 89-jährige ehemalige Papiermachermeister auf seinen langen, allein absolvierten Pilgerwanderungen von Prag nach Einsiedeln in der Schweiz, von Bad Wildbad auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela und von Bad Wildbad nach Rom kennengelernt hat.

 

Alois Knauer hat es in seinem Berufsleben stets mit Papier zu tun gehabt. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass er dieses auch jetzt noch schätzt und für seine Grüße zu Weihnachten und zum Jahreswechsel als Grußkarten kunstvoll formt. Obwohl in seiner Wohnung ein Computer steht, mit dem er E-Mails versenden könnte, den er aber zur Übermittlung dieser speziellen Art von Weihnachts- und Neujahrsgrüßen ganz bewusst nicht einsetzt. Weil er seit Jahrzehnten und auch jetzt noch im hohen Alter Hobby-Künstler ist und viele Werke früher vorzugsweise in Aquarelltechnik und in letzter Zeit als Ölmalereien erschaffen hat, fügt er jedem Weihnachts- und Neujahrsgruß eine selbst gemalte Grußkarte bei.

Und wer sind die Adressaten? Personen und Familien, die ihm im In- und Ausland auf seinen langen Pilgerwegen in besonderer Weise begegnet sind oder die ihm dabei für eine Nacht ein Obdach geboten und ihn auch verpflegt haben. Diese bedenkt er in großer Dankbarkeit und Wertschätzung noch nach vielen Jahren und damit auch noch heute mit seinen Weihnachts- und Neujahrsgrüßen. Und das sind viele Adressaten. Von einem großen Teil erhält er dankbare Rückmeldungen wie etwa mit der wertschätzenden Bemerkung, dass es ohne einen Gruß von ihm aus Hünerberg kein richtiges Weihnachten für sie wäre. „Die Weihnachts- und Neujahrskarten sind alljährlich mein Dankeschön für die gute Aufnahme und Betreuung, die ich bei meinen Pilgerwanderungen erfahren habe“, so Alois Knauer, der die dabei gewonnenen Erlebnisse und Erfahrungen nicht missen möchte. Eigentlich wären es diese wert, schriftlich festgehalten zu werden. Doch davon will Alois Knauer absehen, auch wenn er diese in bester Erinnerung, geschmückt mit vielen Details, unserer Redaktion erzählt hat.

Lange Pilgerwanderungen

Geboren wurde Alois Knauer in Obergünzburg. Aufgewachsen ist er im Ostallgäu in einem katholisch-christlich geprägten Elternhaus. „Ministrant war ich allerdings nie“, bekennt er. Irgendwann aber hat er im Fernsehen Kenntnis vom internationalen Wallfahrtsort Santiago de Compostela erhalten, was ihn zu dem Entschluss führte, in seinem Ruhestand im Jahr 2005/2006 den Jakobsweg mit einer Wanderzeit von 115 Tagen unter seine Beine zu nehmen. Doch nicht nur die Strecke nach Spanien, sondern, gewissermaßen als Training für die Pilgerwanderung nach Rom im Jahr 2010, noch den ostbayerischen Jakobsweg von Prag nach Einsiedeln in der Schweiz im Jahr 2008.

Die Krönung seiner Pilgeraktivitäten war dann die Wanderung nach Rom im Jahr 2010 mit ihren 1650 Kilometern in sechs Wochen und natürlich mit einem Besuch im Vatikan. Wobei ihm bei allen drei großen Wanderungen seine mit vielen Aktivitäten wie etwa Marathon- und Volksläufen erworbene außergewöhnliche sportliche Kondition zugutekam.