Strampelten für Straßenkinder: Die erfolgreichsten Teams der Country-Touren-Fahrt erhielten Pokale für ihre stramme Leistung. Fotos: Eyrich Foto: Schwarzwälder-Bote

713 Teilnehmer erstrampeln bei der Country-Touren-Fahrt unter heißer Sonne 450 Euro für Straßenkinder

Von Karina Eyrich

Albstadt-Lautlingen. Ganz Lautlingen musste für die Schwabenpfeile gefahren sein, wie Rüdiger Wirschun, Organisator der siebten Country-Touren-Fahrt, bei der Siegerehrung feststellte. Er hatte aber noch mehr Superlative zu verkünden.

45 223 Kilometer – das ist weit mehr als der Umfang der Erde – haben die 713 Teilnehmer der siebten Country-Touren-Fahrt zurückgelegt, für die der Freestyle-Club Zollernalb gestern schönes Wetter bestellt und bekommen hat.

So flossen literweise zunächst der Schweiß und dann die kühlen Getränke – alkoholfreies Weizenbier war bald ausverkauft. Das hatten sich die Mountainbiker im Alter von rund zehn bis etwa 70 Jahren aber auch verdient, zumal manche schon vor dem Start um 7.30 Uhr ordentliche Strecken bis zur Festhalle zurückgelegt hatten: aus Stuttgart, aus Rottweil und anderen Städten waren sie gekommen.

Warum? "Die Country-Touren-Fahrt macht einfach Spaß, weil sie nicht diesen Renncharakter hat und es keinen Zeitdruck gibt", weiß Rüdiger Wirschun. Der Mountainbike-Abteilungsleiter des Clubs und seine Familie hatten die Hauptarbeit bei der Organisation geleistet, wurden aber von vielen Helfern unterstützt, galt es doch nicht nur die Strecken auszuschildern, sondern auch die Verpflegungsstationen im Abstand von rund 25 Kilometern zu versorgen.

Juliane Gärtner – nicht auf Abwegen

Aus Strecken von 24, 59, 80 und 104 Kilometern durften sich die Fahrer ihre Lieblingsstrecke aussuchen, und sogar Ortsvorsteherin Juliane Gärtner machte mit: Ganz früh am Morgen war sie alleine auf die kleine Runde gegangen und sparte nicht mit Lob an die Organisatoren: "Alles war bestens ausgeschildert – ich habe den Weg gut gefunden."

Vorsitzender Charles Leibold und sein Stellvertreter teilten sich die Nachrichten an die Radler auf. "Keine Verletzungen", lautete Leibolds positive Botschaft. An Hans-Joachim Halamoda blieb es hängen, die Radler zu mahnen, denn an einer Station habe es einen Konflikt mit einem Landwirt gegeben: "Das ist kein Rennen!", so Halamoda. "Wir sind auf das Wohlwollen aller Anlieger angewiesen."

Nicht nur gute Nachrichten, sondern auch schöne Trophäen hatte Rüdiger Wirschun danach für die Sieger dabei. Bei den Teams siegten die Schwabenpfeile mit 62 Teilnehmern und 3735 Kilometern, gefolgt vom Team Hubermasche mit 31 Radlern und 2291 Kilometern sowie "Geko Racing", deren 22 Sportler 1592 Kilometer zurückgelegt hatten.

Gymnasium Ebingen tritt in Klassenstärke an

Bei den Schulen siegte einmal mehr das Gymnasium Ebingen (24/1669) vor dem Gymnasium Balingen (20/1294), der Schalksburgschule Ebingen (3/240) und der Ignaz-Demeter-Schule Lautlingen: Ihr einziger Vertreter war 80 Kilometer weit unterwegs.

Die 248 Einzelfahrer hatten 13 211 Kilometer zurückgelegt und so stand am Ende die Spendensumme für die Stiftung "Off Road Kids" auf 452,23 Euro – einen Cent pro Kilometer spendet der Club für Straßenkinder in Deutschland.

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