Das Feuerwehrhaus hat eine Auffrischungskur erfahren. Foto: Schwarzwälder Bote

Ortsrundgang: Burgfelder Ortschaftstag stößt auf großes Interesse / Im Öschle weiter nichts Neues

"Je kleiner der Ort desto größer das Interesse", sagte Oberbürgermeister Klaus Konzelmann, als gefühlt der halbe Ort zum Burgfelder Ortschaftstag erschienen ist.

Albstadt-Burgfelden. Ortsvorsteher Johannes Burkhardt zeigte dem Albstädter Bürgermeistertrio Klaus Konzelmann, Udo Hollauer und Steven Mall, wie idyllisch "Albstadts gute Stube" hoch oben auf dem Berg ist, erklärte aber auch, wo der Schuh im Dorf drückt.

Bestes Beispiel dafür ist das "Öschle", Burgfelden Süd. Eine Schotterstraße führt zu Wohnhäusern, gegenüber eine bunte Blumenwiese nebst Pferden. Das Öschle ist ein leidiges Thema in Burgfelden: seit Jahrzehnten möchten Ortschaft und Stadt an dieser Stelle am Dorfrand neues Bauland zur Verfügung stellen. Das Problem: Ein Großteil der Flächen ist in Privatbesitz, der Eigentümer bleibt seit Jahr und Tag hartnäckig dabei – er möchte nicht verkaufen.

Daher sei auch im Verfahren in jüngster Zeit nichts weiter passiert, antwortete Baubürgermeister Udo Hollauer auf Burkhardts Frage, welche Priorität das Projekt derzeit einnimmt.

Eine gute Nachricht hatte Hollauer dennoch dabei: Da es Tierhaltung in unmittelbarer Nähe der gewünschten Bauplätze gibt, sei es schwierig, die Fläche als ein allgemeines Wohngebiet auszuweisen; ein Mischgebiet müsste rechtlich Gewerbe beinhalten.

Nun gibt es im Baulandmobilisierungsgesetz eine neue Variante: das dörfliche Wohngebiet. Perfekt für das Öschle! Und dann hat die Stadt Albstadt neues Personal im Bauamt, das sich der Sache annehmen könnte. Doch letztendlich: "Uns gehört da nichts, wir sind auf die Besitzer angewiesen, und die sind zu nichts zu bewegen", resümiert der Oberbürgermeister. Doch der weiß auch, dass in Albstadt rund 600 Gebäude leer stehen, davon auch ein paar in Burgfelden. Der neue Flächenmanager der Stadt, Erwin Straubinger, beschäftigt sich mit diesem Problem. Schließlich gelte in Albstadt weiterhin die Devise "Innen- vor Außenentwicklung".

Das Feuerwehrhaus hat gerade eine Auffrischungskur erfahren; die Feuerwehrleute haben einige Stunden an Eigenleistung investiert. Abteilungskommandant Tobias Flügel, der dem Ortsrundgang gefolgt ist, berichtet von einem sehr ruhigen Jahr für die kleinste Feuerwehrabteilung Albstadts.

Klein ist auch der benachbarte Kindergarten: 18 Kinder besuchen ihn, davon einige aus benachbarten Stadtteilen. Burkhardt Wunsch: Die Fassade könnte man doch richten. Der OB ging auf diesen Wunsch zwar nicht wirklich ein, gab jedoch ein Lippenbekenntnis für den Kindergarten ab. "Wir stehen zu dieser Einrichtung; Burgfelden braucht eine Schließung nicht fürchten", so Konzelmann.

Wildes Parken ohne Struktur – das kostet Platz

Am Ortseingang wird der Parkplatz in Augenschein genommen. Ortsvorsteher Burkhardt bemängelt das Wildparken: Besucher stellten ihr Auto ohne Struktur ab, wodurch Stellplätze verloren gingen. Nun ist angedacht, den Parkplatz auszuweiten und zu strukturieren, sodass künftig 50 anstatt 35 Autos Platz haben werden. Der Schotterplatz müsste dafür ausgeweitet werden und ein Baum weichen.

Die Anregung eines Bürgers, den Parkplatz mit Schotterrasen zu versehen, wies Burkhardt ab – mit 110 000 Euro sei das zu teuer. Darüber hinaus sollen am Heersberg innerhalb der nächsten zwei Jahre weitere Parkplätze entstehen, sodass dort dann maximal 103 Autos parken können.

Zwar nicht in dieser Preisklasse, aber dennoch zu teuer, ist ein weiterer öffentlicher Mülleimer, den eine Bürgerin im Vorfeld für den Wanderparkplatz anregte. "Die Beschaffung ist nicht das Problem, aber der Unterhalt", erklärt Konzelmann. Schließlich müsste der Bauhof diesen regelmäßig leeren, und eine Erweiterung der Routen sei nicht drin. Die Alternativlösung: Schilder aufstellen und im Internet vermerken, dass Wandergäste ihren Müll wieder mitnehmen sollen.

Zurück am Bürgerhaus – dessen Gebälk im Dachstuhl ebenfalls eine Sanierung gut gebrauchen könnte – ist auf der Freifläche draußen schon gestuhlt für eine öffentliche Ortschaftsratssitzung inklusive Fragerunde. Eine Rüge an den Rufbus gibt es von einer Bürgerin. Aber dann setzt der Regen ein, der sich den ganzen Spaziergang durch den Ort über bereits angekündigt hatte. Eine Punktlandung zum Ende des Ortschaftstags.

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