"Lasst uns lieber große Beispiele zur Nachahmung annehmen als eitlen Lehrgebäuden folgen", hat der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau einst gemahnt. Zum Haus seiner Geliebten Françoise-Louise de Warens, unweit von Albstadts französischer Partnerstadt Chambéry, hat 2019 eine Wanderung im Rahmen des Partnerschafts-Jubeljahres geführt, an der leider niemand von der Stadtverwaltung Albstadt teilgenommen hat. Die geht bekanntlich belehrend voran, wenn es ums Parken geht. Seit einiger Zeit sind die Kontrollen schärfer geworden, was Dauerparker auf Kurzzeitparkplätzen betrifft. Am Stand des Autoreifens sieht der Gemeindevollzugsdienst, ob ein Auto zwischendurch weg gefahren war oder der Fahrer nur die Parkscheibe weitergedreht hat. So wie jene Herren, die in dieser Woche auf dem Jahrmarkt das Einhalten von Abständen überprüft haben. Im Auftrag der Stadt. Zwischendurch sind sie dann immer wieder schnell in den Landgraben gesprungen, um die Parkscheiben an ihren Autos nachzudrehen – beobachtet von den Gästen eines Lokals, die das zunächst amüsierte, mit jedem neuen Dreh aber zunehmend geärgert hat. Sie wissen jetzt: Rousseau ist tot – toter als bisher gedacht.